Indelicate, Against Remain und Bermudadreieck in Saarbrücken (Kleiner Klub, 18.09.2015)

Ich glaube, man kann schon sagen, dass Indelicate bisher vom Erfolg verwöhnt wurden, denn die 2013 gegründete saarländische Band schlug mit ihrer rockig-punkigen Musik von Anfang an richtig gut ein: Gewinnerband bei Goldener Scheinwerfer, beim GaS goes Rock Bandcontest… Konsequenterweise war jetzt die Zeit reif für das erste Album und das Konzert zum Release des Longplayers „One Of A Kind“ fand natürlich nicht in irgendeiner Klitsche statt, sondern im Kleinen Klub in Saarbrücken. Eingeladen zum Mitrocken waren die mit der Indelicate-Truppe befreundeten Bands Bermudadreieck und Against Remain.

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Die vier jungen Männer von Bermudadreieck wirkten sehr souverän, als ob es für sie das Normalste auf der Welt wäre, auf einer Bühne zu stehen und die Leute zu entertainen. Sie haben ja auch schon einige Rampenlichterfahrung und suchten nach fast jedem Lied mit witzigen Ansprachen den Kontakt zum Publikum. Genauso wie sich die Brüder Sebastian (Gitarre) und Julius Biewer (Bass, Trompete) den Gesang teilten, quatschte einmal der eine, das andere Mal der andere mit den Zuschauern. Zur Band gehören auch Gabriel Rotley (Gitarre) und Sebastian Schmitt (Schlagzeug), allerdings hatten die Musiker an jenem Abend ihren ehemaligen Drummer Olli dabei, weil Sebastian keine Zeit hatte. Den neuen Mann am Schlagzeug kann man dann vermutlich am 09.10. bei Rock gegen Rechts in Ottweiler bei seiner Arbeit bewundern oder am 30.10. in der Saarbrücker Garage, wo Bermudadreieck Die Kassierer supporten, oder auch beim Goldenen Scheinwerfer am 13./14. November 2015.

Irgendwann holten sich die vier Oli Donate, den Bassisten von Indelicate, auf die Bühne, damit Julius ganz in Ska-Punk-Manier in die Trompete pusten konnte. Ein paar Minuten später beehrte auch Anuschka Gödicke, die bei Indelicate Gitarre spielt und shoutet, die Bermudadreieck-Jungs mit einem Gastauftritt. Mit dem Lied über die Party im Irrenhaus klang der sehr kurzweilige Auftritt aus.

Auf ihrer Soundcloud-Seite bieten Bermudadreieck ein paar ihrer Lieder zum Anhören.

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Against Remain waren vor kurzem noch nach Berlin gereist, um sich dort u.a. von Nena zum 2. Platz beim RTL Com.mit Award gratulieren zu lassen. Diese Auszeichnung gibt es für „Musikbegeisterte zwischen 15 und 29 Jahren, die sich als Einzelperson oder in einer Gruppe nachweislich in einem laufenden Projekt sozial engagieren.“ – im Fall der Band aus Merzig bedeutet das konkret, dass Konzertbesucher dazu aufgerufen werden, Rucksäcke mit Hygieneartikeln oder Kleidung am Merchandise-Stand abzugeben, damit diese Gegenstände später an Obdachlose verteilt werden können. Meines Erachtens ist das eine grandiose Idee und ich hoffe, dass auch an diesem Freitagabend einiges an Sachspenden zusammengekommen ist.

Nina Behr (Gitarre, Gesang), Timo Bone (Bass, Backgroundgesang), Max Brausch (Gitarre) und Tom Bodewes (Schlagzeug) machten auf der Bühne ganz schön Dampf, was ich beim Fotografieren so richtig gut merkte. Passend zur Musik sprang vor allem die Frontfrau mit den roten Haaren unermüdlich zwischen ihren männlichen Bandkollegen hin und her und zeigte den Zuschauern, wie das mit „We are who we are (…) we’re Against Remain“ in der Livesituation zu verstehen ist, aber es gab auch ruhigere, nachdenklichere Töne.

Dass der Gott der Kabel der Band an jenem Abend nicht wohlgesonnen war, trugen die vier jungen Leute und auch die Konzertbesucher mit Fassung; so etwas kann bei Livedarbietungen immer passieren – auch bei Indelicate patzte die Technik ein wenig – und außerdem klangen sowohl Ninas Gitarre als auch das Mikro nach einer Umstöpselungsaktion wieder wie neu.

Ein paar Songs zum Anhören bieten Against Remain auf ihrer Facebookseite, außerdem haben die vier auch ein Video am Start, zum Song „Voices“ von der gleichnamigen EP, die man sich bei Bandcamp zu Gemüte führen kann. Live kann man die Band das nächste Mal am 24.10. im Irish Pub Bernkastel-Kues bewundern.

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Mich hat es für die Bands gefreut, dass so viele Konzertbesucher gekommen waren; der Kleine Klub war richtig gut gefüllt. Sobald Indelicate mit ihrem Liveprogramm loslegten, konnte ich dasselbe beobachten wie vorher schon bei Against Remain: Etliche Zuschauer sangen bei jedem Lied mit! Als es nach ein paar Songs musikalisch mal wieder so richtig wild zur Sache ging, rumpelte es auch ein wenig im Zuschauerbereich und ich hopste mal schnell zur Seite, um keine Bekanntschaft mit Ellbogen und dergleichen zu machen. Ich hatte den Eindruck, das Publikum hatte einen Mordsspaß! Die Musik der fünf – bestehend aus Chefvocalistin Nathalie Andreia, der Gitarristin Anuschka Gödicke, die für die Screams verantwortlich ist, Gitarrist Mathias Vollmer, Drummer Timm Heider und Bassist Oliver Donate, der bei manchen Songs auch am Keyboard klimpert – ist aber auch absolut mitreißend und das, was die jungen Leute an Action auf der Bühne abziehen, ist ebenfalls höchst ansteckend. Es kommt allerdings auch vor, dass das Publikum einfach mal zum Mitmachen verdonnert wird, etwa zu späterer Stunde beim Beatsteaks-Klassiker „Let Me In“, bei dem sich die Zuschauer wie bei einem Konzert von Arnim & Co. hinknien und auf Kommando aufspringen sollten, was natürlich bestens funktionierte. Ich sag ja: Die Stimmung war klasse!

Anuschka richtete zwischen den Songs häufiger mal das Wort ans Publikum und erinnerte auch daran, dass es eine CD zu kaufen gibt, und zwar am Merch-Stand, den an jenem Abend ihre Mutter voll im Griff hatte. Die Indelicate-CD kann ich jedem empfehlen, ich hab sie schon unzählige Male gehört und mag die Lieder wirklich sehr, die fetzigen und die paar ruhigeren, die punkigen, die mit dem Metal-Einschlag und auch die ska-igen Passagen und vor allem die gelegentlich ganz schön frechen Texte, siehe „F*ck You“ oder „Only Tonight“. Das und die Tatsache, dass das Album von den Musikstilen her so abwechslungsreich ist, gefällt mir. Ein paar der Lieder kann man sich bei Soundcloud anhören.

Zum Schluss wurde es auf der Bühne richtig eng, denn die Jungs von Bermudadreieck unterstützten Indelicate beim „Indelicate-Song“, der auch die CD abschließt.

Das nächste Indelicate-Rockspektakel gibt’s schon in ein paar Tagen, und zwar am 10.10. im Saarbrücker N8Werk bei Hard’n’Heavy.

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