rebelsoul in Saarbrücken (Truetone Records, 30.05.15)

Ja ja, das Datum ist korrekt, kein Druckfehler. Fast drei Monate liegt das rebelsoul-Konzert bereits zurück – spätester Konzertbericht ever! – und ich vermute, dass mich die rosa Wolken, die mich immer noch fest umhüllen, ein wenig davongetragen haben. Daher die Verspätung. Dabei war der Konzertabend selbst himmlisch wunderbar, was der Band und der coolen Location sowie auch dem Grund für mein Schippern auf cloud 9 zuzuschreiben ist.

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rebelsoul haben schon an einigen ungewöhnlichen Orten gespielt, in fremder Leute Wohnzimmer zum Beispiel. Trotz diverser Einzigkeitserfahrungen dieser Art schien der Auftritt bei Truetone Records in Saarbrücken etwas ganz Besonderes für die Rebellen – Tom Nothof (Gesang, Bass), Matthias Schaufler (Gitarre, Gesang), Volker Schmidt (Gitarre) und Simon Spaniol (Schlagzeug) – gewesen zu sein, denn es kam mir so vor, als ob die vier an jenem Abend ein wenig Lampenfieber gehabt hätten. Falls das tatsächlich so gewesen sein sollte, lag das vielleicht daran, dass der Gig aufgezeichnet wurde, und zwar in Ton und Bild, und wenn gleich mehrere Leute mit Videokameras um einen herumschwirren, dann sollte die Performance sitzen. Kein Wunder also, dass die Musiker ein bisschen mehr wibbelig als sonst wirkten, wobei es bei ganz gravierenden Patzern natürlich die Möglichkeit gegeben hätte, besagtes Lied noch einmal einzuspielen, aber das war gar nicht notwendig.

Verantwortlich für den Audio- und Video-Mitschnitt sind die Besitzer des Studios, Oscar Braun und Lars Grote, sowie einige freiwillige Helfer hinter den Kameras. Über die beiden Leute von Truetone Records habe ich schon an anderer Stelle geschrieben (>klick<) und der Deal war an jenem vorletzten Tag im Mai noch derselbe: Oscar und Lars veranstalten in der Regel an jedem letzten Wochenende im Monat ein solches Konzert im kleinen Rahmen, zu dem Freunde und Bekannte eingeladen werden. „Eingeladen“ ist hier wörtlich zu verstehen, denn die Zuschauer müssen keinen Eintritt bezahlen und auch für die auftretende Band entstehen keine Kosten. Selbst der Mitschnitt vom Konzert, in dem sehr viel Arbeit steckt, ist ein Geschenk, und Oscar und Lars hoffen dadurch auf ein wenig Mundpropaganda, die bestenfalls dazu führt, dass andere Bands ihre Musik im Truetone Studio professionell aufnehmen lassen, und zwar nicht als Gratis-Livemitschnitt, sondern als Albumproduktion, bei der die anfallenden Arbeiten dann auch entsprechend entlohnt werden. Ich hoffe, der Plan geht auf, denn wenn man sich so umschaut in den Räumlichkeiten, entsteht der Eindruck, dass man sich dort wohlfühlen kann.

Für eine etwas größere Version hier und bei der anderen Galerie bitte auf das jeweilige Foto klicken!

rebelsoul lieferten wie immer ein tadelloses Liveprogramm, das sich zunächst aus ihren eigenen Songs zusammensetzte, und wie vielseitig die sind, habe ich ja schon an einigen anderen Stellen >klick< herausgestellt: Von hart bis zart ist da alles dabei, und neben Hauptsänger Tom meldet sich immer auch Matthias an seinem eigenen Mikro zu Wort. Bei „City Moon“ ist er sogar der Leadvocalist.

Nach und nach schien sich die leichte Anspannung bei den vieren immer mehr zu verabschieden und Tom lässt sich seine witzigen Ansprachen zwischen den Songs sowieso nicht nehmen, weswegen ich die Band auch so mag; es gibt neben richtig guter Musik eben immer auch ganz viel zum Schmunzeln. An diesem Abend zum Beispiel die immer mal wieder an das Publikum geäußerte Bitte, nach den Liedern „zu mache wie abgeriss“, schließlich werde das Ganze ja aufgenommen.

Der Gitarrenfreak in mir war wieder ganz aus dem Häuschen, weil es in Matthias‘ Händen wieder zwei Gitarrenschönheiten zu bewundern gab: die schwarze Duesenberg-Gitarre und die zu späterer Stunde gezückte Gibson mit dem riesigen knallroten Korpus (eine Trini Lopez). Volkers Les Paul ist natürlich auch ein Träumchen – eine andere Paula stellte er hier vor – und selbstverständlich schaue ich mir gerne auch Simon beim Drummen an. Das ist bestimmt ein anstrengender Job und trotzdem grinst er mindestens genauso oft wie seine Bandkollegen und lässt auch ganz gerne die langen Locken im Takt fliegen, woraus ich schließe, dass er das Ganze genauso genießt wie ich beim Zuschauen.

Ich hatte das Gefühl, dass die Band nach zwölf gespielten Songs erst einmal erleichtert war, dass alles so gut geklappt hat, und nach einer kurzen Pause gaaaanz entspannt in Teil 2 des Livemusikabends übergehen konnte, den Teil ohne Kameras und sonstige Aufnahmegeräte. Ab diesem Moment präsentierten rebelsoul ihr reichhaltiges Repertoire an Coversongs, die bei „Normalprogramm“ zwischen die eigenen Songs eingestreut werden, und gewährten damit Einblick in die Musik, die die Bandmitglieder mögen: Biffy Clyro zum Beispiel (vertreten mit „Opposites“ und „Who’s Got A Match“) oder Pink Floyd („Comfortably Numb“) und auch Chris Isaaks „Wicked Game“ hörte ich auf diese Weise seit Ewigkeiten noch einmal, und wer sich beim Blick auf die am Boden liegende Setlist auf Metallica freute, musste sich spontan etwas umarrangieren, denn die Rebellen spielten „One“ von U2.

Sobald Oscar und Lars mit dem Editieren fertig sind, wird das Konzertvideo auf dem YouTube-Kanal von Truetone Records veröffentlicht. Wie mit der CD mit dem Livekonzert verfahren wird, steht noch nicht so ganz genau fest; es ist aber davon auszugehen, dass sie über die Bandhomepage und bei Konzerten erworben werden kann. Also Augen auf, wenn ihr eines der guten Stücke haben möchtet!

Übrigens: Oscar und Lars sind selber Musiker, und die Gitarren und Bässe, die als Wandschmuck im Studio dienen, sind ihre eigenen bzw. gehören zu ihrer Band Oscar And The Peak Prices. Das Quartett hat gerade sein Debütalbum aufgenommen – natürlich in den heiligen Hallen von Truetone Records.

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3 Antworten zu rebelsoul in Saarbrücken (Truetone Records, 30.05.15)

  1. Tom Nothof schreibt:

    Luuuuuuuuuuuuuzie ♡

    Tausend Dank für die ganzen unglaublich schönen Artikel!

    rebelsoul ♡ Luzie

  2. luuuzie schreibt:

    Danke für die lieben Worte, Tom, und natürlich für eure wunderbare Musik!

  3. Pingback: rebelsoul: No Li(v)e at all – Albumrelease | Luzies Welt

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