Dying Fetus, Katatonie und Dreadful Prophecy in Saarbrücken (Kleiner Klub, 15.06.15)

Irgendwie hatte ich es geahnt, dass das Konzert von Dying Fetus im Kleinen Klub ein krasses Event werden würde, und besorgte mir rechtzeitig mein Ticket. Meine Vorfreude auf infernalisches Gebrüll erhielt etwa drei Wochen vor dem Gig noch einmal einen Push, nachdem Dreadful Prophecy neben Katatonie als zweite Supportband angekündigt worden waren.

Sobald die fünf Männer von Dreadful Prophecy pünktlich um 19.45 Uhr die Bühne betreten hatten und die vier im Vordergrund sich dem Publikum zunächst von ihrer Rückseite präsentierten, sorgte Vocalist Fabian zuerst einmal für das richtige olfaktorische Ambiente, indem er ein paar Räucherstäbchen zum Qualmen brachte. Die Augen hatte er mit horrorfilmtauglichen Kontaktlinsen aufgepeppt, zur Bandoptik gehören außerdem schwarze Klamotten und Schnürstiefel sowie schwarze Schlieren aus Ganzkörperschminke an den Armen und im Gesicht, letztere zumindest bei Gitarrist Manuel und Bassist Florian großflächig aufgetragen, während die Arme von Gitarrist und Backgroundgröler Dennis ja durch diverse Tattoos bereits gemustert sind und die von Fabian in langen Ärmeln steckten, und von Drummer Chris sah ich selten mehr als das Gesicht, wenn überhaupt. Die fünf waren so in action, dass sich die Schminke irgendwann ein wenig zu verflüssigen drohte. Viel wichtiger als der optische ist ohnehin der akustische Eindruck und der war ganz nach meinem Geschmack an diesem Montagabend: martialisches Gebrüll in Kombination mit kopfnickerfreundlichen Rhythmen, immer wieder durchsetzt mit thrashigen Parts und peitschenden Beckenschlägen. Mit anderen Worten: Der Death Metal Abend im Kleinen Klub fing richtig gut an!

Zu hören gab es während des 30-minütigen Auftritts Lieder aus der aktuellen EP „The Art Of Flaying“ (hier klicken zum Anhören) sowie aus dem 2012 veröffentlichten Album „Absence Of Light”.

Und wer noch etwas lesen möchte: Hier hat Manni vor einiger Zeit seine Schecter-Gitarre vorgestellt.

Für eine etwas größere Version hier und bei den anderen Galerien bitte auf das jeweilige Foto klicken!

Wie die musikalische Pausenmusik mit Liedern wie „In Da Club“, „It’s Gettin Hot In Heeeeere“ und diesem „Uh la la la“ da reinpassen sollte, ist mir nach wie vor schleierhaft. Das war echt brutal!!! Zum Glück dauerte der Bühnenumbau nicht allzu lang.

Den vier Musikern von Katatonie aus Trier gehörte die Bühne als Nächstes und ich fand es echt erstaunlich, wie Vocalist Daniel von tiefstem Gegrowle im Bruchteil einer Sekunde zu Gequieke in den höchsten Tönen wechseln kann! In die Schublade „Grindcore“ steckt das Quartett seine Musik. Auch hier gab es Songstrukturen, deren Tempo mich total ansprach, und schnellere Parts, aber allen Liedern gemeinsam war die Kürze. Für mich fühlte es sich so an, als wäre kein Track länger als zwei Minuten gewesen, und als zum Schluss die Frage aufkam, ob die Zeit noch für eine Zugabe reicht, rief jemand aus der Zuschauermenge, die Band solle noch einen schnellen Songs zum Schluss spielen (Es lebe die Ironie!), was natürlich geschah.

Schade dass man kein Wort von den Texten verstehen konnte, denn die sind ja, sofern sie überhaupt aus zu Sätzen zusammengereihten Wörtern bestehen, vielleicht ähnlich witzig wie die Titel der Songs, beispielsweise „Chantal No. 5“, „Stiftung Warzentest“ oder „Das Rachehuhn“. Anhören kann man ein paar Lieder von Katatonie bei Reverbnation oder Bandcamp.

Dadurch dass im Publikum hin und wieder ein wenig Geschubse aufkam, empfand ich diesen zweiten Teil des Konzertabends ein wenig anstrengender als den ersten. Ich bin halt extrem kurz geraten und zierlich und mag es nicht so, wenn große, kräftige Männer voll Karacho angeschleudert kommen, aber es war trotzdem noch ganz gut auszuhalten da vorne.

Als Dying Fetus loslegten, war der Kleine Klub ganz schön voll und ich hielt es genau zwei Lieder lang in Reihe 1 aus. Schnell ein paar Fotos gemacht und dann ab nach – öh… ganz hinten, weil im vorderen Bereich großflächig das Pogo- und Circle Pit-Inferno ausgebrochen war. Zu überhören war die Musik ja nicht, aber ich fand es schon irre schade, dass ich von John Gallagher (Gitarre, Vocals) und Sean Beasley (Bass, Vocals) bloß ab und zu den Kopf sah (wie auch von der riesigen Plüsch-Katze (?) auf Seans Amp) und vom Schlagzeuger Trey Williams gar nichts. Den hätte ich mir echt gern aus der Nähe angeschaut, denn die beiden Bassdrums klangen so ultrafett, woooaaahh! Nun ja, es war eben ein Konzert der besonderen Art!

Wer sich mit der umfangreichen Diskographie von Dying Fetus etwas intensiver auseinandersetzen möchte, ist mit einem Klick auf die Bandcamp-Seite der Band ganz gut beraten.

 

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Eine Antwort zu Dying Fetus, Katatonie und Dreadful Prophecy in Saarbrücken (Kleiner Klub, 15.06.15)

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