rebelsoul, Fringe Area, Sovereign Citizen und An Assfull Of Love in Saarbrücken (Devils Place, 16.05.15)

Mmmmmmr – So hätte ich diesen Artikel auch nennen können, wie ein wohliges Geräusch und zugleich Abkürzung für „Mein musikalisch megagenialer Monat Mai mit rebelsoul“. rebelsoul mit kleinem r. Die sympathische Band konnte ich nämlich innerhalb von acht Tagen gleich zweimal live erleben, einmal am 16.05.15 im Saarbrücker Devils Place und dann eine Woche später beim !WOM! in St. Ingbert. Und wenn ich noch ein paar Tage lang im Extremchillmodus geblieben wäre, anstatt mal die Berichte über die vier Musiker und ihre beiden Auftritte zu schreiben, könnte ich das am kommenden Samstag bei Truetone Records über die Bühne gehende rebelsoul-Konzert grad hier mit einbeziehen. Aber Türülü hin, Marmeladenhirn her – so zwischendrin mal wieder in den Normalzustand zurückzukehren, ist sicherlich nicht schädlich.

Also: Los geht’s mit rebelsoul Station 1! (Der Bericht zum !WOM! ist inzwischen fertig und befindet sich eine Etage weiter oben.)

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Das saarländische Rockquartett eröffnete den Konzertabend im Saarbrücker Rockclub Devils Place, sogar relativ pünktlich um kurz nach 20 Uhr, bevor die Bühne Sovereign Citizen, Fringe Area und An Assfull Of Love gehörte. Klasse fand ich, dass das Eintrittsgeld dem Straßenmusiker, der am 30.04. in Saarbrücken auf offener Straße lebensgefährlich verletzt wurde, zugute kommen wird, und es war allein schon deshalb super, dass so viele Leute gekommen waren. Als rebelsoul loslegten, war der Konzertraum bereits ganz gut gefüllt und Toms Ankündigung, alles zu geben und sich beim Abrocken den letzten Saft aus den Bandscheiben herauszuquetschen (sofern vorhanden), war keine Übertreibung.

Zunächst standen ein paar eigene Songs auf dem Programm, direkt zu Beginn die absolut starke Kombination von „The Rocket“ und „No Life At All“ sowie „Illusions“, und während ich da stand, ganz im Sog der Livemusik, tippte mir plötzlich jemand an die Schulter wie zuletzt schon beim Konzert von Thorny Roses und Dudley Taft >klick< und ich war doch sehr froh, dass das keine Illusion, sondern eine sehr reale wunderbare Überraschung war!

Man merkt nach ein paar rebelsoul-Songs, dass Tom Nothof (Gesang, Bass), Volker Schmidt (Gitarre), Matthias Schaufler (Gitarre) und Simon Spaniol (Schlagzeug) ganz verschiedene musikalische Register ziehen, von zart bis hart, von groovig bis evil. Auch Toms beeindruckende Rockröhre wird dem geneigten Hörer schnell als Pluspunkt der Band ins Ohr gehen, wobei der Mann am Bass des Öfteren stimmlich begleitet wird von Matthias, der auch mal längere Passagen allein singt. An jenem Abend hatte der junge Mann seine wunderbare Duesenberg-Gitarre mit dem schwarzen Korpus dabei, weswegen ich es doppelt bedauerlich fand, dass es im Devils Place immer so duster ist, dass ich mit meiner Knipse keine ordentlichen Bilder hinbekomme. Immerhin stand Volker mit seiner Gibson in einem vergleichsweise hellen Eckchen. Und Simons Action am Schlagzeug KANN eigentlich keinem entgehen, auch nicht bei der schummrigsten Beleuchtung, wobei er nicht nur auf sämtliche Trommeln eindrischt wie das Tier von der Muppet-Show, während die dunklen Locken dementsprechend durch die Luft wirbeln, sondern auch den Becken die leiseren Beats gekonnt entlockt, am Anfang von „Wings Of An Angel“ zum Beispiel.

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Zu einem rebelsoul-Gig gehören immer auch ein paar Cover. Vor Beginn des Konzerts meinte Tom zu mir, die Coversongs dieses Abends wären streng geheim, aber er könnte mir schon verraten, dass der eine „Still Loving You“ von den Scorpions wäre. Was war ich froh, dass das alles nur ein Scherz war – rebelsoul-Auftritte sind nämlich immer auch mit jeder Menge Humor verbunden! – und als erstes Cover „Dirty black summer“ von Danzig zu hören war. Ich fand’s beeindruckend, vor allem weil Tom es gut hinbekam, Glenn Danzigs Stimmfarbe ein wenig zu imitieren. Das machte Laune, und es dürfte der Band noch mehr Laune machen, wenn ich hier gleich schon einmal erwähne, dass jemand nach dem Konzert meinte, dass sämtliche rebelsoul-Lieder aus eigener Feder so viel besser wären als die nachgespielten Songs, die es daher gar nicht gebraucht hätte. Das mag wohl tatsächlich so sein, aber so ein paar bekannte Songs dazwischengestreut kommen in der Regel immer gut an, vor allem wenn sie gut gespielt sind, und ich als Biffy Clyro-Fan möchte die rebelsoul-Version von „Who’s Got A Match“ natürlich nicht missen.

Bei „Essence Of Love” (looooove) bat Tom die Zuschauer nicht nur darum, ein wenig schmusig zu werden, sondern auch den „oooo-oooo-ooooo“-Part mitzusingen, und übte das schnell einmal, und nach dem Kuschel- und Mitschunkelmodus gab’s dann mit „A Kick In The Balls“ wieder ordentlich eins auf die – äh – Mütze.

Schon recht früh wurde das letzte Lied angekündigt, obwohl auf der Setlist noch mindestens drei oder vier Songtitel notiert waren, verbunden mit der Hoffnung, dass alle Zuschauer danach wie elektrisiert nach einer Zugabe schreien würden, was natürlich auch geschah, und zwar ein paarmal. Ohne „Wings Of An Angel“ wäre ich auch nur ungern heimgefahren. Wobei es selbstverständlich nicht sofort nach Hause ging, es spielten ja noch andere Bands, aber zunächst machten wir (ja ja, Wechsel des Personalpronomens) einen Abstecher zu einem Imbissstand in der Stadt und verpassten daher den größten Teil des Auftritts von Sovereign Citizen. (Eine Bandhomepage konnte ich leider nicht ausfindig machen. Leute, wo seid ihr im Internet zu Hause?!)

rebelsoul spielen übrigens am 18.07. beim Saarbrücker Altstadtfest auf der Rockwiese (um 14.30 Uhr) und am 24.07. beim Gehnbachstraßenfest in St.Ingbert. Nicht verpassen!

Für eine etwas größere Version hier und bei der anderen Galerie bitte auf das jeweilige Foto klicken!

Gesättigt und zufrieden konnten wir dann den Gig von Fringe Area genießen. Die habe ich ja erst neulich kennengelernt >klick< und der erste Liveeindruck, dass es sich dabei um eine ganz fantastische Band handelt, deren Lieder eine Vielzahl von Ecken und Kanten haben, wodurch sie so richtig interessant werden, bestätigte sich an diesem Abend. Dave Gröbe, der im Wechsel sowie zusammen mit Volker Schild singt, hatte im Devils Place eine ESP-Gitarre mit schwarzem Korpus dabei, war jedoch wie zuvor Matthias mit seiner schwarzen Schönheit im dunkelsten Bereich der Bühne platziert. Volkers weiße Flying V konnte ich da schon besser bestaunen, und da die aufgrund eines Saitenrisses schnell ausgedient hatte, lernte ich auch Volkers Alternativgitarre kennen, eine rote Gibson Explorer. Bassist Sven Strauß hielt sich wie zuletzt beim Studiokonzert im Zentrum des Geschehens auf und wirkte die meiste Zeit hochkonzentriert beim Bearbeiten der Saiten seines Instruments, was aufgrund der vielen Breaks in den Songstrukturen vermutlich auch notwendig ist. Auch vom Schlagzeuger Robin Petry wird daher eine Menge an Aufmerksamkeit verlangt und ich hatte den Eindruck, dass der junge Mann an jenem Abend noch besser in Form war als bei dem Gig in den Truetone Studios.

Schade fand ich, dass ganz viele Konzertbesucher sich zu diesem Zeitpunkt lieber an der Bar oder im Außenbereich des Devils Place aufhielten, um mit ihren Freunden und Bekannten zu quatschen. Man könnte fast meinen, die Musik hätte sie völlig kalt gelassen, obwohl sie ja auch draußen nicht zu überhören war. Aber Fringe Area nur als Hintergrundgedudel wahrzunehmen, wird der Band meiner Ansicht nach nicht gerecht. Da MUSS man doch hinhören und auch hinsehen, wenn man die Möglichkeit dazu hat!? Aber jut, es ist nicht jeder so gepolt wie ich. Gerade die Tatsache, dass es da so viele Schnörkel und Rhythmuswechsel gibt, fasziniert mich so an den Songs von Fringe Area – und natürlich die beiden unterschiedlichen Stimmen der Sänger, die jede für sich genommen einzigartig ist und im Zusammenspiel einen ganz besonderen Effekt ergeben. Hört mal rein bei Soundcloud!

Mittlerweile war es schon fast 1 Uhr. Als Assfull Of Love mit ihrem Auftritt loslegten, war der Raum wieder gut gefüllt und dass die Band unterhaltsam ist, sowohl was die Performance der Lieder betrifft als auch die Interaktion mit dem Publikum, steht außer Frage. Allein schon das Styling der Musiker treibt einem das Grinsen ins Gesicht. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit traten wir aber nach ein paar Liedern den Heimweg an. Ja ja, das Alter? Nö, eher das real life, das in letzter Zeit ein wenig anstrengend war und ein bisschen an den Energiereserven gezehrt hat. Aber das wird wieder!

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Eine Antwort zu rebelsoul, Fringe Area, Sovereign Citizen und An Assfull Of Love in Saarbrücken (Devils Place, 16.05.15)

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