Systematic Eradication in Saarbrücken (Devils Place, 30.04.2015)

In der Hexennacht gaben Systematic Eradication, Speedbottles und Crossplane ein Konzert im Saarbrücker Devils Place und ich hätte mir wirklich gern alle drei Bands angeschaut; nach all dem Stress, den ich an diesem Donnerstag hatte, war ich aber so groggy, dass ich gegen 23 Uhr den Heimweg antrat. Zu dem Zeitpunkt richtete gerade die zweite Band des Abends die Bühne für sich her. Immerhin hatte ich Systematic Eradication gesehen – wie gut, dass die fünf als Erstes spielten! – und ein wunderbares T-Shirt abgestaubt. Insofern hatte sich der Ausflug für mich schon gelohnt, aber ich weiß ja nicht, was ich alles verpasst habe und denke besser gar nicht erst darüber nach.

Systematic Eradication T-Shirt

Dass man Frontmann Ralle nicht mit vier anderen auf einer Bühne festzurren kann, wurde von Anfang an klar. Beim Intro stand er noch da oben, dem Publikum den Rücken zugewandt, aber kaum ging es richtig los, verließ er das Podest. Sein Aktionsraum war der vorderste Bereich des Zuschauerraumes, denn der Mann braucht Platz für seine Bewegungen und Gesten, während er ins Mikro brüllt.
Er war von Anfang an zu Scherzen aufgelegt, obwohl er gesundheitlich etwas angeschlagen war, was man aber gar nicht merkte. Ich hatte das Gefühl, Ralle röhrt wie eh und je! Der ständige Quasselkontakt mit den Zuschauern war nicht nur einseitig, denn der quirlige Mann hielt manchen einfach sein Mikro vor die Lippen und ließ sich so seine Fragen, beispielsweise ob die Band mal wieder ein schnelleres Liedchen spielen soll und wie die aktuelle CD heißt, direkt beantworten, anstatt die Zuschauer bloß diffus vor sich hin brabbeln zu lassen. Ralle bedankte sich auch ein paarmal herzlich bei Maik, der die Band von Anfang an unterstützte und der für den Sound im Devils Place zuständig ist.

DSCF8554Ats

Die beiden Gastvocalisten, die man neulich schon im Kleinen Klub beim EP-Release bewundern konnte, waren wieder mit von der Partie und sangen mit Ralle im Duett: So zeigte Anuschka Gödicke von Indelicate beim Lied „War“, dass sie, was das Ins-Mikro-Röhren und die Bühnenpräsenz betrifft, locker mit ihren männlichen Musikerkollegen mithalten kann – inzwischen gibt es zu dem Lied übrigens ein schickes Video –, und Marcus von Black Sheep Shepherd bewies, dass er stimmlich eine würdige Vertretung für Oimel von den Nitrogods ist, der den Song „Johnny B.“ für die EP-Version zusammen mit Ralle sang. Der fühlte angesichts der imposanten Größe seiner beiden Gast-Mitstreiter eine leichte Depression aufwallen und packte sich daher, als Marcus Mikro 2 übernahm, eine Schirmmütze aufs Haupt, um zumindest rein optisch ein paar Zentimeter dazuzugewinnen, denn der Tipp seiner Bandkollegen, er solle sich auf die Bühne stellen und Marcus im etwas niedriger gelegenen Zuschauerraum bleiben, war ja nicht praktikabel. Hätte Ralle das getan, hätte er beim Performen vermutlich die Gitarristen Andy und Marc umgepflügt und Valeria am Bass gleich mit. Von ihr stammt übrigens das als Letztes gespielte Lied „Good Times“ (auf der Setlist steht zwar ein weiterer Song, aber der wurde unterschlagen, tze!), was Ralle zum Anlass nahm, auf die unterschiedliche Gemütslage zwischen Mann und Frau beim Songschreiben hinzuweisen. Seine Lieder tragen ja Titel wie „Fuck Off“ und „Go Fuck Yourself“.

Für eine etwas größere Version hier und bei der anderen Galerie bitte auf das jeweilige Foto klicken!

Die beiden Gitarristen Andy und Marc ließen immer mal wieder die langen Haare fliegen und warfen sich gelegentlich mit ihren Instrumenten in obercoole Posen. Das geht wohl gar nicht anders mit einer Gitarre in den Armen… vielleicht machten die beiden das aber auch ganz bewusst, damit Valeria, die schön in der Mitte positioniert war und wie immer die meiste Zeit ihr hübsches Lächeln zeigte und ebenfalls ihre Haarpracht im Rhythmus schwang, nicht alle Blicke auf sich zieht. Aber auch Michel sorgte hinterm Schlagzeug für mächtig Action und alle fünf wirkten auf mich, als hätten sie eine Riesengaudi bei ihrem Tun. So muss das sein! Kein Wunder, dass nach dem Auftritt am Merch-Stand einiges los war!

 

Advertisements

Über luuuzie

https://luzieswelt.wordpress.com/ http://linsengemurmel.wordpress.com/
Dieser Beitrag wurde unter Konzertbericht abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s