Hellbent On Rocking, Nitrogods und Tigers, Dragons And Tanks in Saarbrücken (Devils Place, 24.04.15)

Mit den Nitrogods hatte der Saarbrücker Rockclub Devils Place am Freitagabend hohen Besuch. Zusammen mit den beiden anderen Bands, Hellbent On Rocking und Tigers, Dragons And Tanks, wurde den Anwesenden ein wunderbarer Rockmusikabend geboten.

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Zunächst tummelten sich die meisten Leute im Außenbereich des Devils Place, das Wetter zeigte sich ja auch von seiner schönsten Seite und außerdem gab es für manche Gäste in einem der Zelte ein Büffet mit leckerem Essen anlässlich eines Geburtstages. So hatten einige wirklich einen erstklassigen Freitagabend! Dass die erste Band, Hellbent On Rocking, wie bei Facebook angekündigt um 20.00 Uhr mit ihrem Set loslegen würde, konnte ich aufgrund des Wetters und der Leckereien fast nicht glauben und tatsächlich war nach einem kurzen Soundcheck zur anvisierten Zeit erst einmal Schluss, bevor das Liveprogramm gegen 20.45 Uhr so richtig startete.

Die Musik der vier, deren Backdrop den ganzen Abend lang hängen blieb, würde ich als eine Mischung aus Punk und Rock’n’Roll umschreiben, das Tempo der Songs konstant im schnelleren Bereich, auch bei dem– wohl eher scherzhaft – als „was Langsameres“ angekündigten Lied – ideal zum Warmwerden. Auf ihrer Homepage bietet die Band die sechs Songs ihrer „Full Ahead“-EP aus dem Jahr 2010 zum Anhören.

Am 30.04.15 rocken Hellbent On Rocking wieder live, und zwar in Koblenz im Jam Club (zusammen mit Lucifer Star Machine, Roadrage und Kontrollpunkt).

Da ich mich nach wie vor weigere, beim Fotografieren den Blitz zu verwenden, geht das bei eher düsteren Lichtverhältnissen natürlich auf Kosten der Bildhelligkeit und der Pixelfaktor gewinnt… betrachtet die paar Bildchen also als bloße Erinnerungshilfe an einen gelungenen Abend!

Für eine etwas größere Version hier und bei den anderen Galerien bitte auf das jeweilige Foto klicken!

So gegen 22 Uhr waren dann die drei Herren, die sich Nitrogods nennen, startklar. Henny Wolter spielte wieder die drei wunderschönen Gitarren, die er neulich schon im Gasthaus Sutter in Zweibrücken >klick< dabeihatte: eine Gibson Les Paul Standard mit einem Sticker in Form einer fast unbekleideten Frau auf dem Korpus, eine Gibson SG mit kirschrotem Korpus, der er ab und zu mit einem Bottleneck die entsprechenden Klänge entlockte und – mein Lieblingsschätzchen – die Duesenberg-Schönheit mit dem schwarzen, großen Korpus. Der Gitarrist sang auch eine ganze Menge, z.B. ging „Nothing But Trouble“, das er dem Finanzamt Hannover Mitte und seiner Ex-Frau widmete, vocalmäßig fast ganz auf sein Konto und er kam beim Musizieren häufig zu Bassist und Sänger Oimel rübergelaufen und rockte mit ihm leidenschaftlich Instrument an Instrument oder Seite an Seite. Gelungene Fotos davon kann ich leider keine anbieten, da das bei der schummrigen Beleuchtung für meine Kamera viel zu schnell ging, aber der Pixelpüree zeigt ja, wie viel Energie die drei Musiker auf der Bühne entfalteten. Auch der Humorfaktor der drei Herren kann von der Kamera nur teilweise eingefangen werden, beispielsweise bei der Passage von „Lipsynch Stars“, als Schlagzeuger Klaus Sperling hinterm Drumkit hervorkam und mit einem seiner Sticks und einer Bierflasche bei einer kleinen Jam-Session mit seinen Bandkollegen demonstrierte, dass bei den Nitrogods alles echt ist und kein Playback läuft. Das schien vielen Zuschauern gefallen zu haben und Gelächter gab es natürlich auch bei Oimels Hinweis darauf, dass seine Band oft diskriminiert würde; es gäbe Leute, die behaupteten, Nitrogods klängen wie Motörhead, und um zu beweisen, dass das überhaupt nicht stimmt, folgte ein Lied, bei dem Oimel sang, dessen Stimme ja auch überhaupt nicht wie die eines gewissen Lemmy Kilmister klingt, und das Lied selber erinnerte auch kein bisschen an „Ace Of Spades“ von diesen – wie heißen die noch? – ach ja, Motörhead. Was für ein Käse! Selbst der nicht so ganz aufmerksame Hörer merkt doch rasch, dass die Nitrogods weniger ein Faible für irgendwelche Bands haben (es wurden ja auch gaaaar keine Cover gespielt) als für alkoholische Getränke, allen voran der Whiskey, siehe „Irish Honey“ oder „Whiskey Wonderland“, dessen makaberer Inhalt – ein Mann erschießt seine ewig nörgelnde Ehefrau, nachdem er sich zuvor die Birne mit Whiskey vollgeballert hat und somit einen auf unzurechnungsfähig macht – mich auch diesmal wieder zum Grinsen brachte. Auch „Wasted in Berlin“ verarbeitet wohl ein Erlebnis, das auf übermäßigem Alkoholgenuss basiert und sich in Wedding zugetragen haben mag oder auch nicht, und ich möchte an dieser Stelle noch einmal den absolut coolen Weizenbierglashalter an Oimels Mikrofonständer erwähnen. Der Sänger meinte nach etlichen gespielten Songs, sein Glas mit einem Rest Bier gefüllt in der Hand, das Konzert wäre zu Ende, wenn sein Glas leer ist, woraufhin ein paar Zuschauer sofort lauthals um Nachschub baten – ein sicheres Zeichen, dass ihnen der Auftritt gefallen hat. Dennoch war nach zwei Zugaben Schluss, aber es war ja auch schon spät und die nächste Band wollte ja auch noch spielen.

Ich habe den Eindruck, Nitrogods-Konzerte sind immer ein Erlebnis, und kann die Band jedem, der auf mitreißende Rockmusik mit ausgeprägtem Mitgröl- und Mitschunkelpotenzial steht, nur empfehlen. Weitere Konzerttermine findet man auf der Homepage der Band. Und wer das Interview mit Drummer Klaus übers Schlagzeugspielen noch nicht gelesen hat, kann das >hier< ja noch nachholen.

Von der dritten Band des Abends, Tigers, Dragons And Tanks, dürfte keiner bislang gehört haben, aber wer zwei und zwei zusammenzählen konnte – die beiden ersten Alben von Johnboy heißen „Tigers, Dragons und Tanks“ und „Tigers, Dragons und Tanks II“ und diese Band, die schon ein paarmal mit den Nitrogods die Bühne teilte, hatte für den 24.04. einen secret gig angekündigt –, dem war klar, wer da ab 23.45 Uhr die Wände des Devils Place erzittern lassen würde.

Dom (Gesang, Gitarre), Addi (Bass) und Tobi (Schlagzeug) hatten sich diesmal etwas ganz Besonderes ausgedacht, nicht das Standardprogramm und auch keine Songs vom ganz neuen, bereits sechsten Album, das wohl dieses Jahr noch veröffentlicht werden wird, wurden gespielt, sondern nur ganz alte Lieder. Na ja, fast nur, denn als allerletzte Zugabe nach dem Zugabenlied hauten die drei dann doch mit „Die Alone“ einen Song vom letzten Album „Custom“ heraus und diesmal grölte die Besuchermenge auch ganz ohne vorheriges Üben den „Oooo-ooo-ooo-oooo-oooo-oooo-ooooo“-Part mit, zum Teil auf der Bühne stehend, Addis Mikro mal kurz hitchhikend. Alle Lieder von Johnboy kann man sich auf deren Bandcamp-Seite anhören und auch kaufen, also nur zu! Und nicht vergessen, sich die Band live anzuschauen, wenn sich die Gelegenheit bietet, denn so ein Johnboy-Konzert zeigt nicht nur, dass die drei Musiker ihr Handwerkszeug beherschen, sondern ist immer eine sehr kurzweilige Angelegenheit, weil Dom & Co. es verstehen, ihr gute Laune auf das Publikum übergehen zu lassen. Ein Termin findet sich bestimmt, denn konzertemäßig haben die drei dieses Jahr noch einiges vor und ich schätze, die Planung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Schaut euch die bisherigen Termine >dort< an!

Schon bevor es losging, fiel mir natürlich der schwarze Sechssaiter, der hinten auf der Bühne abgestellt war, ins Auge: Doms neues Meisterwerk, mal wieder eine selbstgebaute Gitarre wie auch seine anderen Instrumente, z.B. die weiße John Bo 33, die er >hier< ja schon ausführlich vorgestellt hat.

Die Addi-Lastigkeit meiner Bilder erklärt sich damit, dass der Herr am Bass einfach am besten beleuchtet war, während um Sänger Dom fast totale Dunkelheit herrschte.
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