Gitarre des Monats März: Marco von Tridentifer

Die Gitarre des Monats März gehört Marco von Tridentifer und im Embryonalstadium sah das gute Stück folgendermaßen aus: 01Wir haben es diesmal also wieder mit einer selbstgebauten Gitarre zu tun.

Marco lernte ich Anfang dieses Jahres im Saarbrücker Devils Place kennen (Konzertbericht >dort<), als ich staunend vor diesem auf der Bühne abgestellten Sechssaiter mit der ungewöhnlichen Korpusform und der nicht weniger auffälligen Farbgebung stand. Noch mehr fiel mir die Kinnlade herunter, als der Musiker mir erzählte, dass er diese Gitarre selbstgebaut hätte (wie auch sein Bandkollege Chris den Bass, auf dem er an jenem Abend spielte). Besagte Gitarre wurde dann auch namengebend für die Band Tridentifer, die 2011 gegründet wurde und die in ein paar Tagen schon wieder ihre herrlichen Death Metal-Klänge live präsentieren wird, nämlich am 6. März 2015 im Schwimmbad Club in Heidelberg (Weitere Livetermine hier).

Marco war so nett, mir neben den Infos über sich und seine Gitarre ganz viele Bilder von der Entstehung seiner Gitarre zukommen zu lassen, sodass man fast eine Fotolovestory daraus machen könnte. 02 Mit 12/13 Jahren hat Marco angefangen Metal zu hören und er bekam mit 14 die erste Gitarre. Zu dieser Zeit entstand in seinem Umfeld auch gerade die Death Metal Szene und als er 15 Jahre alt war, stieß er zu der frisch gegründeten Kaiserslauterer Band Dark (Melodic Death Metal mit Keyboard/Synth). Seinen ersten Gig absolvierte er mit 16, da hatte er bereits seine erste B. C. Rich, eine Ironbird, und von da an war über die ganzen Jahre auch immer irgendwie eine B. C. Rich in seinem Besitz – für den Musiker wegen der extremen, exotischen Formen definitiv ein Muss!

Heute ist Marco 38 und, wie er sich ausdrückt, immer noch Death Metal-begeistert (und immer noch kein Gitarrengott und Ahnung von Noten habe er auch keine). Im Lauf der Zeit hat er ständig irgendwelche Gitarren gekauft, daran rumgebosselt und dann mal wieder verkauft, um was anderes zu ergattern.

Mit der Tridentifer-Gitarre wollte Marco durch wenig Kosten an seine Traumgitarre gelangen. Er hatte im Internet die Custom-Gitarren von Pablo Santana gesehen, die unter Jackson verkauft werden, und wollte genau diese Form der X-treme Warrior bzw. eine Neuauflage von Santanas Kunstwerken, die später dann als Zodiac-Serie verkauft wurde. Marco findet, der Kostenaufwand für seine Gitarre hielt sich in Grenzen, für das Tonholz hat er bei eBay ca. 45 € hingeblättert, die Tonabnehmer und sonstige Hardware wie Mechaniken oder Bridge hat er einzeln dazu gekauft und Potis und Innenleben wie Kabel wurden teilweise aus einer neuen, günstigen Gitarre, die er extra zum Ausschlachten erworben hatte, entnommen. Schätzungsweise 450/500 € hat er insgesamt ausgegeben und darin enthalten sind auch die Kosten für eine Oberfräse (ca. 40 €), die er hauptsächlich für die Halsausfräsung des Korpus benötigte.

Die Grundform malte er anhand von Fotos/Kopien auf und sägte sie mit einer handelsüblichen Stichsäge der Firma Bosch auf einem alten Farbeimer in der Garage aus.

Für eine etwas größere Version hier und bei den anderen Galerien bitte auf das jeweilige Foto klicken!

Das Elektrofach auf der Rückseite sowie die Humbucker (Tonabnehmer)-Ausbuchtung bohrte er nur aus und höhlte es mit einem Raspelaufsatz für die Bohrmaschine aus. Die Elektrofachabdeckung wurde aus Aluminumblech ausgesägt und in Form gefeilt. Pläne zur Verkabelung fand er im Internet und zudem sei das echt kein Hexenwerk!

Da Marco sich viel Zeit ließ, dauerte es bis zur Fertigstellung des Instruments gut ein Jahr. Ein Fehler war ihm auch unterlaufen, und zwar beim Ansatz des Halses, wodurch er den Hals noch mehr nach außen versetzen musste, etwas Holz aufleimen, verschrauben und neu lackieren.

Die Lackierung hat Marco in einer beheizten Garage vorgenommen. Er hat viel geschmirgelt, grundiert und etwas Filler und Sprühdosenlack sowie Klarlack (2K) aus dem Baumarkt verwendet. Nach der Trocknung wurde viel poliert und dann zusammengebaut, eingestellt – fertig war seine Custom-Gitarre!

Marco meint: Die zwei Farben mögen wohl nicht typisch „Metal“ sein, doch Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre hatte B. C. Rich einige Gitarren mit sehr grellen Farben im Angebot, was ihm persönlich gut gefällt und vor allem das Grün seiner Klampfe findet er sehr reizvoll!

Noch ein paar Produktdetails zur Tridentifer Custom E-Gitarre (Nachbau der Jackson X-treme Warrior/Zodiac von Pablo Santana):
Baujahr: 2011
Holzart Korpus: Pappel (Sehr leichtes Holz – 1 Stück!)
Holzart Hals: Ahorn
Griffbrett: Palisander
Tonabnehmer: Seymour Duncan Invader in Weiß (auf den Bildern teils noch ein anderer Tonabnehmer in Schwarz von Washburn!)
Hardware stammt teils aus der Schlachtung einer neuen E-Gitarre
Bridge: aufgeschraubt, Strings Through Body System
Mittlerweile wurden die Mechaniken gegen Grover Mini Rotomatics getauscht. 23

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