Gitarre des Monats Dezember: Volker Schmidt

Der diesjährige November war der erste Monat, in dem es keine „Gitarre des Monats“ gab, und das hatte zwei Gründe: Erstens hatte es der Musiker, der mir eine Geschichte über seine Gitarre zukommen lassen wollte, nicht rechtzeitig (und bis jetzt noch nicht) geschafft, seinen Artikel fertigzustellen, und zweitens hatte mich das wirkliche, nicht-virtuelle Leben so mit Arbeit überhäuft, dass ich weder Zeit noch Nerv hatte, auf die Schnelle einen Gitarre spielenden Alternativautor aufzutreiben. In Anbetracht der Tatsache, dass es ab September aufgrund der „GaS goes Rock Gitarren-Spezial“-Reihe eine fast schon inflationäre Menge an Gitarrengeschichten gab, konnte ich den gitarrefreien Monat jedoch ganz gut wegstecken.

Aber heute geht es wieder weiter! Volker von rebelsoul, die ich in den letzten Wochen gleich zweimal live erleben durfte und die ihre Fans so lieb haben, dass sie kürzlich erst wunderbare Dinge wie Sticker, Kalender, CDs und sogar ein Wohnzimmerkonzert (!!!) verlost haben, hat sich sich Mühe gemacht, uns ein paar Einzelheiten über seine Paula zu erzählen und wunderbare Fotos von ihr zu erstellen. Vielen Dank – et voilà:

CIMG1306

Hallo,
heute stelle ich meine Gibson Les Paul vor. Es ist eine LP Standard in klassischem Cherry Sunburst, die ich 2009 neu gekauft hatte.

Die Gitarre spiele ich seit etwa einem Jahr hauptsächlich bei den Auftritten mit meiner Band rebelsoul und sie war mir immer eine große Hilfe, damit ich bei unseren Gigs mein Bestes geben konnte.

Außer ihr hab ich, wie es sich für einen echten Gitarrenfreak gehört, noch ein paar andere Gitarren. Aber für den Blog stelle ich diese vor, weil sie mir doch besonders ans Herz gewachsen ist.

Ich hab mir diese Paula kurz vor Weihnachten, im Gegensatz zu meinen restlichen Gitarren, neu gekauft, weil sie mir im Laden direkt gut gefallen hat. Damals wollte ich mir zu dem Zeitpunkt gar keine neue Gitarre kaufen… 🙂

Eigentlich bin ich seit meiner ersten Gitarre ein Stratplayer und das Spielen auf der Paula ist schon eine ziemliche Umstellung gewesen. Ursprünglich hatte ich sie dann auch eher seltener und vorwiegend zu Hause gespielt, da der Sound über meinen Bühnen-Amp, eine Marshall JCM 900, relativ aggressiv und höhenlastig war, clean spielen war bei dem Verstärker auch schwierig, die Zerre hat echt schon bei geringer Lautstärke angefangen, sodass die Gitarre doch oft im Koffer geblieben ist.

Das änderte sich dann 2012, als mein Mentor Uwe mir angeboten hatte, die standardmäßig eingebauten Burstbucker gegen ein Paar handgewickelte Bareknuckle Crawler zu tauschen. Dieser Tausch hatte sich echt gelohnt: Die neuen Pickups harmonieren viel besser mit meiner Paula als die alten Burstbucker. Sie haben deutlich weniger Output, klingen aber dennoch satt, cremig & trotzdem transparent – mit Overdrive geht’s auch schön vorwärts, sodass die Paula dann auch klasse mit meinem Bühnenamp harmoniert hat.

CIMG1305Danach hab ich die Paula öfters, aber immer noch nicht so regelmäßig gespielt.

Vor etwa einem Jahr hab ich dann eine Gelegenheit genutzt und eine seltene, limitierte und edle Customshop Paula erworben. Die Gitarre ist ein echter Traum, ich konnte einfach nicht widerstehen… Also war ich plötzlich Besitzer von zwei Paulas. Vernünftigerweise hatte ich beschlossen, dass meine alte Paula gehen muss, weil ich ja keine zwei fast baugleichen Gitarren brauche.

Ich hab beide Gitarren dann oft parallel im Vergleich gespielt. Dann passierte was Seltsames: Ich hab es einfach nicht übers Herz gebracht, die „alte“ wieder herzugeben.

Ein Grund ist sicherlich, dass sie für Gigs gut geeignet ist: Sie ist durch Fräsung am Korpus relativ leicht und hat vom Werk Straplocks-Sicherheitsgurtpins für sorgenfreies Rocken. Beides echt praktisch bei Auftritten. Der Hals hat einen asymmetrischen Querschnitt, er ist oben dicker und verjüngt sich in Richtung der Melodiesaiten. Dadurch bleibt er gut bespielbar, wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat, und die Paula hat trotzdem reichlich Sustain. Bei von Werk gepleckten Bünden ist die Saitenlage auch super.

Was aber noch wichtiger ist: Ich hab mich über die Jahre an die Gitarre gewöhnt. Umgekehrt hat das regelmäßigere Spielen den Klang der Paula verändert, sie ist mittlerweile gut eingespielt. Sie ist mit der Zeit resonanter geworden und schwingt jetzt sehr schön mit. Der Sound ist voller, weicher und komplexer geworden. Irgendwie erstaunlich, dass das mit Gitarren passiert, wenn sie regelmäßig gespielt werden, aber ich persönlich merke den Unterschied.

Man kann sagen, dass der Weg, wie ich und die Paula zusammengefunden haben, ein Umweg war, aber manchmal sind Umwege halt die schönsten Wege.

 

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