Schlacht um Otzenhausen (Hunnenringhalle, 08.11.14)

In der Hunnenringhalle fand vor ein paar Tagen wieder einmal die „Schlacht um Otzenhausen“ statt, ein Metalfestival, organisiert von den Celtic Warriors, mit Musik von insgesamt 14 Bands auf einer großen Bühne in der Halle und einer kleineren im Clubgebäude. Obwohl ich an diesem Abend gesundheitlich etwas angeschlagen war – die Migräne, die beim Gig der Blood Red Shoes ihren Anfang genommen hatte, flammte immer wieder auf –, wollte ich wenigstens ein bisschen Livemusik mitbekommen und tuckerte zusammen mit meiner Freundin pünktlich zu dem Moment, als auch der Johnboy-Bus vorfuhr, in dem nordsaarländischen Örtchen ein. Perfektes Timing!

Auf der Hauptbühne starteten gerade Distillator mit ihrem Programm, aber der thrashige Metal des Trios aus den Niederlanden war in dem Moment nicht das Gelbe vom Ei für meine Matschbirne. Der Sänger und Gitarrist, der sich Desecrator nennt, sowie der Bassist Frankie Suim fegten mit ihren Instrumenten – eine LTD-Gitarre und ein Gibson Thunderbird – nur so über die Bühne und machten immer nur dann einen kurzen Stopp an einer Stelle, um ihre Vocals in eines der beiden Mikro zu singen, während Marco das Drumkit dementsprechend bearbeitete. Das Video zu „Guerrilla Insurgency“ zeigt, wie man sich das in etwa vorstellen kann.

Wer diese Spielart des Metal mag, hat in der nächsten Zeit einige Gelegenheiten, sich die Band live zu Gemüte zu führen: *der Klick zu den Tourdaten*

Für eine etwas größere Version hier und bei den anderen Galerien bitte auf das jeweilige Foto klicken!

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Dreadful Prophecy, die im Club spielten, wollte ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen. Das letzte Mal, dass ich Manuel Zewes Schecter-Gitarre in Aktion gesehen hatte, lag schon viel zu lange zurück! Außerdem hatte ich schon seit einigen Tagen unbändige Lust auf Death-Metal-Geröhre und das gab es bei Dreadful Prophecy satt!

Bloß schade, dass es in dem kleinen Raum recht dunkel war, da kapitulierte meine Kamera. Bedauerlich auch, dass die einzelnen Bands nicht nacheinander spielten, sondern dass es Überschneidungen im Programm gab, sodass ich mir den Auftritt von Manni und seinen Kollegen Fabian (Vocals), Dennis (Gitarre und Backgroundvocals), Florian (Bass) und Chris (Schlagzeug) gar nicht komplett anschauen konnte, weil ich den Gig von Johnboy in der Halle nicht verpassen wollte.

Also, liebe Dreadful Prophecy-Leute, spielt mal noch ein paar Konzerte! Bis dahin werde ich die Zeit mit intensivem Anhören der aktuellen EP „The Art of Flaying“ überbrücken. Die kann man übrigens kostenlos und legal via Dropbox downloaden. Bei den ersten drei Liedern kann man noch den damaligen Sänger Frank hören, beim letzten Lied growlt der neue Fronter Fabian Socha.

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Bei Johnboy gab es wie bei vielen anderen Bands, die an jenem Abend Otzenhausen zum Beben brachten, unter anderem jede Menge…
…Haare!

Haare von Sänger und Gitarrist Dom:

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Haare von Addi, der den Bass bedient und ab und zu auch ein paar Verse singt:

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Außerdem konnte man etliche hochkonzentrierte Drummerfaces von Tobi bewundern:

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Wobei die Bassakrobatik dem in nichts nachstand:

Natürlich gehörten auch jede Menge gute Musik und nette Ansagen zum Programm. Mit ihrem Rocksound stachen Johnboy allerdings ziemlich aus der Metalsuppe sämtlicher Couleur heraus oder, wie Dom das formulierte: Johnboy waren an diesem Tag die einzige Band, deren Namen man auf dem Festivalplakat tatsächlich lesen konnte. Dennoch kam die Band gut an, ein paar Zuschauer klebten quasi direkt an der Bühne und animierten die anderen dazu, ebenfalls ein Stück weiter nach vorne zu kommen.

Dom zeigte sich begeistert über den Namen des Festivals, seiner Meinung nach sollte jedes Festival „Schlacht um Otzenhausen“ heißen und obwohl Otzenhausen ein ziemlich cooler Ort zu sein scheint, bezeichnete er die Heimatstadt der Band, St. Ingbert, auch als schönes Fleckchen Erde. Außerdem stellte der Musiker gleich mehrmals heraus, wie viel Spaß es ihm macht, bei diesem Festival aufzutreten, Zuprosten in Richtung Publikum inklusive. Bei den letzten beiden Johnboy-Konzerten war der Musiker stimmlich ja etwas beeinträchtigt wegen einer Erkältung, was sich natürlich auch auf das eigene Zufriedenheitsgefühl ausgewirkt hatte, aber an diesem Abend lief alles rund.

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Meine Freundin und ich pilgerten anschließend noch ein wenig zwischen Club, Außenbereich und der großen Halle hin und her und verweilten eine Zeitlang bei Aeonblack, die sich dem Powermetal verschrieben haben…

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…und danach bei Diabolical Imperium, deren Death Metal mir echt gut gefiel. Ich habe ja schon weiter oben erwähnt, dass mir an diesem Abend der Sinn absolut nach martialischem Gebrüll, aggressiven Riffs und entsprechender Bass- und Drumbegleitung stand und diesbezüglich traf das Trio aus dem Bergischen Land absolut ins Schwarze. Bevor die drei auf der Bühne waren, zog der Mikrofonständer mit dem Pentagramm meine Aufmerksamkeit auf sich, aber die Musiker legten sich auch ins Zeug, um die Augen der Zuschauer zu erfreuen. Vor allem das Outfit des Sängers und Gitarristen Simone M war ein echter Hingucker, wobei mein Blick immer auch auf Bassist Thorben B ruhte, der durch seine energiegeladene Performance und die langen fliegenden Haare ebenfalls etwas zur rein optischen Unterhaltung beitrug. Drummer Jan L wirkte im Vergleich zu Simone M vom Kleidungsstil her gänzlich un-evil und er würde vom Look her auch gut in eine Boyband der ganz anderen Art passen, aber man soll ja niemals nach dem Äußeren urteilen; durch das total unterschiedliche Aussehen der Bandmitglieder werden hier eben ganz verschiedene Geschmäcker bedient. Ist doch prima. Weniger prima fand ich die im Pentagramm am Mikro steckenden Räucherstäbchen, die einen Geruch verbreiteten, der meine ohnehin vorhandene Übelkeit noch verstärkte, weswegen ich mich in der Halle nicht ewig aufhalten konnte.

Wir schnappten danach noch ein paar Takte von Marauder und später von Palace auf und strichen dann vorzeitig die Segel, damit ich meinen migränegeplagten Körper auf die Couch verfrachten konnte. C’est la vie! Ich bin trotzdem froh, dass ich mich aufgerafft hatte, denn Spaß hatte ich auf jeden Fall mehr, als wenn ich zu Hause geblieben wäre.

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