Johnboy und New Model Army in Saarbrücken (Garage, 08.10.14)

Die gute Nachricht gleich vorneweg: Wer Johnboy am Mittwoch als Support für New Model Army in der Garage (Saarbrücken) verpasst hat, bekommt am Samstag, 11. Oktober 2014, gleich die nächste Chance, das Trio aus dem Saarland live zu erleben. Dom, Addi und Tobias sind nämlich eine der Bands, die beim GaS goes Rock Festival in Neunkirchen (Aula des Gymnasiums am Steinwald) auftreten werden. New Model Army werden dann zwar nicht zugegen sein, dafür aber sechs weitere, großartige Bands (When We Collide, Monkey On Fire, Me In A MillionIndelicate, Stereo Dynamite und Steak Number Eight).

Das erste Konzert in der „großen“ Garage hätte für Johnboy nicht besser laufen können: Die Halle war bereits, als es um 20 Uhr losging, sehr gut gefüllt und der Applaus und die im Takt mitwippenden Leute um mich herum ein deutliches Zeichen dafür, dass die drei Musiker mit ihren Rocksongs bestens ankamen. Die Lieder sind aber auch mitreißend und aufgrund ihres angenehmen Tempos und wegen der knackigen Refrains sowohl für diejenigen, die sich bei Konzerten am liebsten in Nähe des Getränkestandes aufhalten, als auch für die, die sich von ganz vorne alles ganz genau anschauen möchten, und ebenso für alle zwischendrin bestens geeignet. Die Headbanger haben von den Songs genauso etwas wie die Rock-Hörer, die lieber Beine und Arme zur Musik bewegen.

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Sänger und Gitarrist Dom drückte dann auch gleich mehrfach aus, wie beeindruckt er von der positiven Resonanz ist, er meinte sogar, die Zuschauer sollten sich das mal von seiner Position aus ansehen… die vielen Menschen da vor ihm… die er am liebsten alle mit zu sich nach Hause genommen hätte, ganz platonisch natürlich, zum Bierchentrinken, er hätte noch ein paar Kästen Gerstensaft auf Vorrat.

Denjenigen, die etwas zu trinken hatten, prostete er nach ein paar weiteren Liedern absolut überwältigt zu und schlug zwischendrin sehr souverän in die Saiten seiner Gitarre. Falls jemand versucht hat, auf dem Kopf oder dem Körper der Gitarre irgendwelche Hinweise auf die Marke zu finden und mangels Schriftzügen immer noch rätselt, was für ein Sechssaiter das ist: Es ist die John Bo 33, die Dom selbst gebaut hat. Vor einiger Zeit verriet er mir alles Relevante über das gute Stück: >klick zum Bericht<

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Auch über Tobias‘ Schlagzeug weiß ich bestens Bescheid (>klick<) und konnte mir nun auch einmal das silberne Mapex-Kit, das relativ weit am vorderen Bühnenrand „geparkt war“, aus der Nähe anschauen – bei den letzten Johnboy-Konzerten, die ich erlebte, spielte er nämlich jedesmal auf dem Schlagzeug einer der Bands, die mit Johnboy aufgetreten waren.

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Stimmliche Unterstützung hatte der Sänger hin und wieder vom Bassisten Addi, der diesmal seine humorvolle Seite gar nicht so hat raushängen lassen und relativ still und zurückhaltend war und den Auftritt in dieser großen Halle die meiste Zeit hinter seiner langen Haarpracht versteckt zu genießen schien. Dass ihm das alles Spaß machte, kann man auf einigen Fotos gut erkennen.

Für eine etwas größere Version hier und bei den anderen Galerien bitte auf das jeweilige Foto klicken!

Gespielt wurden Lieder aus allen fünf Alben, die Johnboy bereits veröffentlicht haben und die man sich bei Bandcamp anhören und käuflich erwerben kann, wobei mit insgesamt sechs Liedern der Fokus auf dem letzten Longplayer „Custom“ (Anfang 2013 veröffentlicht) lag:

  1. Saints
  2. Sudden Rain
  3. Walk Into The Sun
  4. Hangfire
  5. In Little Less Than A Year
  6. Things For Real
  7. Miss Honesty
  8. Someone Nobody Knows
  9. Down
  10. Remember
  11. King Fuel
  12. The Hammer

Die drei Johnboy-Musiker sind schon seit einiger Zeit fleißig am Schreiben neuer Songs, sodass Album Nr. 6 bald in Angriff genommen werden kann. Aber zuerst steht am Samstag der Auftritt beim GaS goes Rock an. Wo die Band außerdem spielt, schaut man sich am besten auf ihrer Homepage an.

 

Wer jetzt die Fortsetzung meines Konzertberichts in epischer Luzie-Länge erwartet, wird vermutlich etwas enttäuscht sein, wenn da jetzt so gut wie nichts über New Model Army kommt, aber selbst eine Livemusikfanatikerin, die es genießt, nach den Konzerten darüber zu schreiben, kommt einmal in die zeitliche Bredouille, wenn es im wahren Leben zu viel zu erledigen gibt. Deshalb fasse ich mich heute ausnahmsweise sehr kurz.

New Model Army haben fast zwei Stunden lang musiziert, mal mehr akustisch, mal mit voller Power, es kamen die schönsten Gitarren zum Einsatz und mein Platz zwischen Sänger und Gitarrist Justin Sullivan und Gitarrero Nr. 2, Marshall Gill, erwies sich als perfekt zum Gretsch-, Fender- und Gibson-Anschmachten. Wenige Male, wenn Dean White das Keyboard verließ und sich auch einen Sechssaiter schnappte, hatte ich sogar drei Gitarren vor der Nase!

Auch den Schlagzeuger Michael Dean, wegen dessen Erkrankung das Konzert bzw. die komplette Tour verschoben werden musste, hatte ich dank des sehr hoch aufgebockten Drumkits bestens im Blick, und die gelegentlichen Trommeleinlagen von Bassist Ceri Monger empfand ich als angenehme Abwechslung.

Frontmann Justin Sullivan suchte von Anfang an den Kontakt mit dem Publikum, sei es lediglich über seine Blicke und Gesten oder über kleine Ansprachen mit Fragecharakter. So wollte er wissen, wie das Gebäude der Garage zuvor genutzt wurde, die Band hatte hier in den vergangenen Jahren ja schon ein paar Konzerte gegeben. Justin verstand aber die Zurufe des Publikums nicht, weil er wie so viele Musiker schlechte Ohren hätte, und er verriet, dass ihn die Konzerthalle immer an ein Zirkuszelt erinnert. Später sollten diejenigen, die tatsächlich aus Saarbrücken stammen, Handzeichen geben und viele Hände gingen in die Höhe. In Karlsruhe, wo die Band am Abend zuvor aufgetreten war, wären nur fünf Leute aus der Stadt selbst gewesen.

Gespielt wurden Lieder aus fast allen Alben, die New Model Army seit 1984 auf dem Markt brachten (siehe setlist.fm), und es gab nicht nur eine (aus drei Liedern bestehende) Zugabe, sondern als zweite Zugabe eine wunderschöne, zarte Version von „Green And Grey“.

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