rebelsoul und Discover in St. Ingbert (Cartoon Revival, 27.09.14)

Kneipenkonzerte haben oft so viel mehr Charme als Gigs in riesigen Hallen! Ich denke diesbezüglich gerne zurück an den Auftritt der Cold Cold Hearts im Gasthaus Ackermann oder den wunderbaren Abend mit When We Collide und Surrender The Crown im Bahnhof Würzbach. Das Konzert von rebelsoul (mit kleinem r!) und der krachneuen Band Discover im Cartoon Revival reiht sich hier perfekt ein, denn die Mischung aus hervorragender Rockmusik, wenig Platz und viel Vergnügen (sowohl bei den Zuschauern als auch bei der Band) ist doch eine ganz besonders angenehme!

Der Star des Abends war zweifelsohne Tom Nothof, der in beiden Bands musikalisch tätig ist und, wie es schien, generell das Sagen hat. Schnell wurde klar, dass der quirlige Mann am Bass „e rischdisch kloores Kerlsche“ ist mit Entertainer-Qualitäten, und das Publikum hätte ihm aufgrund seiner herzlich-witzigen Art sicherlich auch dann zu Füßen gelegen, wenn es nicht wie an diesem Abend überwiegend aus Freunden und Bekannten bestanden hätte.

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In dem als Bühne umfunktionierten „Kneipenabteil“ neben der von Led Zeppelin dominierten Posterwand und unter einem „Himmel“ aus Schallplattenhüllen und herabbaumelnden Vinyls und CDs kamen zunächst Akustikinstrumente zum Einsatz: Tom quetschte sich mit seinem mit Stickern verzierten Bass hinters Schlagzeug, das er ein paar Lieder später ebenfalls benutzte. Deshalb stand sein Mikro dort, während sich sein Bandkollege Matthias Schaufler im vorderen Bereich mit einer Gitarre hinter einem weiteren Mikrofon positionierte. Geboten wurden, wie es der Bandname Discover schon andeutet, Cover von „Songs mit Seele“, wie sich die Band ausdrückt, darunter deutsche Lieder wie „Gegen Murphy“ (im Original von Bosse), aber auch international bekannte Hymnen wie „My Hero“ (Foo Fighters), „Black“ (Pearl Jam) oder „Heroes“ (David Bowie), allerdings im sanften Gewand. Akustisch eben. Kein Wunder, dass die Zuschauer nach einer Zugabe schrien! Die beiden Musiker erfüllten diesen Wunsch mit der Darbietung von „One“ (U2) als allerletztes Lied.

Am 11.10.2014 stehen Discover noch einmal auf der Bühne, und zwar in Saarbrücken im Old Murphys Irish Pub.

Für eine etwas größere Version hier und bei der anderen Galerie bitte auf das jeweilige Foto klicken!

Nach diesem Appetizer ging es bei rebelsoul mit etwas mehr Rumms und zunächst ohne Matthias weiter. Tom schnappte sich den E-Bass mit dem Pearl Jam-Aufkleber und trat an das Mikrofon ganz vorne, Simon nahm hinterm Schlagzeug Platz und Volker machte seine Gitarre (sah sehr nach Gibson Les Paul aus) startklar. Zunächst standen eigene Kompositionen auf dem Programm, es wurde kräftig gerockt, hin und wieder aber auch zarten Klängen Platz gemacht. Ich vermute, dass einige der Lieder von der 2011 veröffentlichten EP „The Lost Souls“ stammen. Nach einem Blick in den YouTube-Channel der Band erinnere ich mich daran, dass „Dreamcatcher“, „Essence Of Love“ und „Captain Of The Machine” gespielt wurden, letzteres nach dem Biffy Clyro-Part mit „Opposite“ und „Who’s Got A Match“ und nachdem jemand im Publikum lautstark nach „The Captain“ verlangt hatte, bloß dass dann der rebelsoul-eigene Kapitän performt wurde und nicht der der Schotten. Ich hatte übrigens den Eindruck, dass ich nicht die Einzige war mit besonderer Affinität zu den beiden Biffy-Songs; etliche andere Zuschauer sangen nämlich mit und tanzten vergnügt, sieh mal an!

Zwischen den Liedern unterhielt Tom, der singende Bassist, die Konzertbesucher mit kurzen, witzigen Ansagen. So erfuhren wir, dass die Royal Albert Hall schon auf auf rebelsoul wartet… und noch ein bisschen warten muss… und dass das Album, an dem schon einige Zeit gewerkelt wird, irgendwann fertig wird, und zwar am… öh… nun ja… und dass Musiker angeblich nicht zu den Hellsten gehören, da Toms Handtuch zum Abtupfen des in Strömen fließenden Schweißes die ganze Zeit hübsch dort hing, wo er es deponiert hatte, während er die Ärmel seines Hemdes zum Trockenwischen benutzte. Es war herrlich und auch von der Musik her ganz nach meinem Gusto!

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Irgendwann machte Matthias das Power-Trio rebelsoul kurzzeitig zum Quartett, indem er als Gastmusiker mit einer wunderschönen Klampfe mit schwarzem Korpus die Gitarrenfraktion verstärkte. Was für eine Sorte Gitarre war das nur? Meine Sehkraft reichte leider nicht aus, um den Schriftzug an der Kopfplatte zu entziffern, und nach dem Konzert einfach auf die Bühne latschen und das Teil inspizieren kam nicht in Frage. (Inzwischen hat es sich geklärt, dass es sich um eine Hagstrom-Gitarre handelt.)

Eine andere Aufgabe des Gitarristen bestand darin, gegen Ende des Sets mit einem großen Bierglas durch die Kneipe zu gehen, damit die Zuschauer den Behälter mit dem, was sie als Gage angemessen empfinden, füllen konnten. Schließlich kostete das Konzert ja keinen Eintritt.

Wer so viel redet wie Tom, lässt es sich natürlich nicht nehmen, die Namen der einzelnen Bandmitglieder zu nennen, um so jedem – Simon, Volker und auch Matthias – einen ganz eigenen Applaus zu bescheren, und ganz traditionell gab es zum Schluss auch eine Verneigung der Arm in Arm auf der Bühne stehenden Musiker.

Einziger Wermutstropfen: die für meine Kamera viel zu schummrige Beleuchtung mit Lichtexplosion hinter Volker… Aber was soll’s, eine Fotosession war eigentlich genauso wenig geplant wie ein Konzertbericht… Also haut mich nicht!

Am 31.10.2014 kann man rebelsoul wieder live erleben. Dann spielen sie im Bahnhof Würzbach zusammen mit …The Plot That Killed Kennedy.

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