Rage Of Samedi in Zweibrücken (Stadtfest, 25.07.14)

wichtiges Update: Am 03.08.14 werden Rage Of Samedi im Kleinen Klub als Support von Crowbar auftreten!

Geniale Auftrittszeit oder Urlaub? Diese Abwägung fiel bei einem Bandmitglied von Rage Of Samedi zugunsten von Sonne, Strand und Meer aus, weswegen die Stoner-/Doom-Rock-Truppe aus Zweibrücken das dortige Stadtfest am Freitagnachmittag um 17 Uhr auf der Bühne an der Alten Feuerwache eröffnete, anstatt als Headliner die Massen zu unterhalten. Es sei aber gleich schon einmal erwähnt, dass trotz der frühen Stunde etliche Leute gekommen waren, um sich den Auftritt anzusehen. Die wussten offenbar, dass ihnen ein qualitativ hochwertiges, unterhaltsames Musikprogramm geboten werden würde.

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Mein letztes Rage Of Samedi-Konzert lag schon über vier Monate zurück und in der Zeit hat sich bei der Band einiges getan. Es fiel beispielsweise der Entschluss, das Debütalbum „Sign“ (>reinschnuppern<) demnächst auf Vinyl zu veröffentlichen, und zwar in Kooperation mit Buschlee Vinylaceton. Das Label Voodoo Chamber Records wurde gegründet. Darüber hinaus musiziert man inzwischen nicht mehr nur zu viert, sondern als Quintett. DixieKing Boehme I. nennt sich der Neuzugang an der Gitarre, der bei der CD-Release-Party Ende Mai, die ich wegen einer Familienfeier leider nicht miterleben konnte, als offizielles Mitglied Livepremiere hatte. Man sollte diesbezüglich aber keineswegs so naive Überlegungen anstellen wie ich, von wegen ob Sam D. Durangos Kunstfertigkeit am Sechssaiter nicht mehr ausreichend war, weil er bloß zwei Hände und nicht vier hat. Es war vielmehr so, dass der DixieKing beim Jammen mit Sam D., Lou Cifer (Gesang), Paul McKay (Bass) und Ian O’Field (Drums) so viele coole Ideen einbrachte, dass man ihn vom Fleck weg engagierte. Er bereichert die Band also und so sieht er aus:

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Natürlich fiel mir gleich auf, dass er in seinen Armen ein Gitarrenmodell, das ich schon lang nicht mehr gesehen hatte, liegen hatte, eine Yamaha Pacifica! Eine Gitarre dieser Bauart, wenn auch mit anderer Korpusform und -farbe, konnte ich zuletzt Anfang 2013 in den Händen von Paul Banks bestaunen. Also: Ein Bonuspunkt für Außergewöhnlichkeit in der Saiteninstrumentfraktion geht an den DixieKing und seine Pacifica (eine 311?)!

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Selbstverständlich ist auch die Flying V mit dem roten Korpus, die Sam D. Durango diesmal wieder dabei hatte, schön anzusehen und Bassist Paul McKay läuft mit seinem Linkshänderbass ohnehin außer Konkurrenz, zumal sein wohldosiert eingesetzes Wah-Wah-Pedal für mich immer noch Oberknüller-Charakter besitzt.

Zum Abrocken in Zweibrücken war den Bands eine schöne große Bühne aufgebaut worden, es gab sogar Metallgitter links und rechts, als fürchtete der Organisator, einige übermütige Fans könnten im Rausch der Musik die Bühne erklimmen und den Musikern gefährlich werden. Während der Performance von Rage Of Samedi im gleißenden Sonnenlicht ballten sich die Zuschauer allerdings ein gutes Stück von der Bühne entfernt – im Schatten, eine Gruppe in unmittelbarer Nähe des Bierstandes –, bloß so ein paar Unverwüstliche standen mit ihren Kameras die meiste Zeit direkt vor der Bühne. Die Sonne brutzelte ganz schön heftig und Sonnenbrillen auf den Nasen der Musiker sowie nach unten gesenkte Blicke hatten diesmal wirklich nicht nur etwas mit Rockstar-Coolness zu tun und sogar die Kappen – offenbar Pflicht für die Mitglieder von Rage Of Samedi – erfüllten an diesem Nachmittag einen weiteren Zweck, als ihre Träger lediglich gut aussehen zu lassen.

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Sänger Lou Cifer, der nach eigener Aussage voll der Typ für so ein Wetter ist (wer ihn nicht kennt, kann ja anhand der Fotos den Grad der Ironie in dieser Aussage ermitteln), wünschte sich sogar ein paar Wölkchen her. Er schwitzte so sehr, dass ihm der fast volle Becher mit Bier aus der Hand geglitten war, aber Nachschub wurde sofort an die Bühne geliefert. Schließlich singt es sich mit feuchter Kehle sehr viel besser.
Setlist Rage Of Samedi 25 07 14Wie angekündigt wurden einige neue Lieder präsentiert. Im Prinzip startete das Set bereits mit einem neuen Song. Neu deswegen, weil er nicht auf dem Album „Sign“ existiert, allerdings war „Never Obey“ bereits bei den Konzerten im März gespielt worden, ist insofern also nicht brandneu wie die anderen Songs, die bislang noch nicht oder erst einmal, im Mai, live dargeboten wurden und die ich wie das ältere Material als absolut gelungen betrachte, z.B. „Children Of The Black Sun“ oder „Psychopath Job“. Manche Parts empfand ich als ein wenig metal-lastiger als die bisherigen Lieder, aber es bleibt auch bei den neuen Songs dabei, dass das Tempo eher gemächlich ist, die Riffs und die Rhythmen absolut mitreißend. Mein Favorit auf der Setlist – pardon, auf der Setlur – ist ja „The Schörrrlche“ – herrlich! Natürlich heißt das Lied nicht in Wirklichkeit so (sondern – wie war das noch? – „The Score“?), was aber zeigt, dass Samedi-Herren, auch wenn sie ganz schrecklich evil sind, eine ordentliche Portion Humor besitzen. Und musikalisches Talent sowieso, denn jeder der fünf absolvierte seinen Job einwandfrei.

Schön fand ich auch, dass der schnabbebekappte (Versteht man das Wort, wenn man nicht in der Region lebt?) Frontmann im Laufe des Sets die Namen seiner Mitstreiter nannte, nicht alle auf einmal, sondern immer mal wieder zwischendrin einen, wobei der DixieKing gleich mehrfach erwähnt wurde. In wilden Applaus artete das Ganze dennoch nicht aus, ich glaube, die meisten Zuschauer hatten das rein akustisch gar nicht so richtig mitbekommen. Den Sound fand ich aber gut und die Lautstärke war so angenehm, dass ich diesmal auf die Ohrstöpsel verzichten konnte, was überaus selten vorkommt.

Als Zugabe spielten Rage Of Samedi ein Cover, das zu ihrem Musikstil perfekt passt, nämlich „Forever My Queen“ von der bereits seit den 70er Jahren (wenn auch in wechselnder Besetzung) existierenden Doom-Metal-Band Pentagram. Ein großartiger Abschluss!

Ich hoffe, dass die Schallplatte bald fertiggestellt ist und dass im Laufe der nächsten Monate vielleicht noch ein paar Konzerte in erreichbarer Nähe stattfinden…

Wer sich alle meine anderen Konzertberichte über Rage Of Samedi noch einmal anschauen möchte, wird >hier< fündig.
Für eine etwas größere Version des Fotos bitte auf das jeweilige Bild klicken!
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