The Vicar – Es darf gerätselt werden!

Manchmal kommt es vor, dass ich so eine Art Auftragsarbeit für Luzies Welt annehme, vor allem wenn ich nett gefragt werde und mir das Thema zumindest halbwegs interessant erscheint. Diese beiden Aspekte waren mit der Anfrage, ob ich über The Vicar schreiben möchte, und einem entsprechenden Link zum musikalischen Werk erfüllt.

„The Vicar? Wer is’n das?“, fragen sich jetzt vermutlich viele und was die Beantwortung dieser Frage betrifft, so muss ich leider passen, denn der Schleier des Nebulösen und Geheimnisvollen, der diesen Musiker umgibt, ist derart dick, dass er fast nicht durchbrochen werden kann. Sämtliche Recherchen lieferten viele Spekulationen, z.B. hier und dort, auch von Fachleuten, brachten aber keine hundertprozentige Klarheit über die wahre Identität von The Vicar. Einiges deutet darauf hin, dass sich der britische Produzent und Komponist David Singleton hinter diesem Pseudonym verbirgt, aber man kann sich da nicht sicher sein und wie weiter unten noch herausgestellt wird, musiziert The Vicar ja nicht allein, ganz im Gegenteil! Er schart etliche Musiker um sich.

The Vicar Chronicles BuchNicht weniger verwirrend ist die Tatsache, dass es The Vicar auch zum Lesen gibt, auf Englisch in Form der Buchreihe „The Vicar Chronicles“. Das sind mehr oder weniger fiktionale Geschichten über den mysteriösen Unbekannten und den Wahnsinn im Musikgeschäft, geschrieben und gezeichnet – es handelt sich um „graphic novels“ – von Punk Sanderson, der sich als der Gehilfe des Meisters bezeichnet, wobei auch dessen Name gar nicht sein richtiger ist. Oder darf man seinem Kind inzwischen den Vornamen „Punk“ verpassen? Ist er letzten Endes selbst The Vicar? Oder ist The Vicar lediglich eine fiktive Figur, die einer realen Person (oder mehreren?) nachempfunden ist? Man kann sich ja einmal durch die Webseite durchklicken, vielleicht wird man dann ein wenig schlauer. Oder noch konfuser.

Fakt ist, dass das 14 Songs umfassende Album „Songbook #1“ existiert und auch käuflich erworben werden kann. Eine kleine Kostprobe kann man auf Soundcloud nehmen, der You Tube-Channel von Punk Sanderson fördert noch einiges mehr zutage. Schaut man sich einmal das Albumcover an, wird sofort deutlich, dass hier das Verwirrspiel um die Identität von The Vicar wieder aufgenommen wird.

The VicarBeim „Wühlen“ auf der DGM-Seite findet man aber heraus, dass David Singleton die „Songbook #1“-Lieder geschrieben hat und er für die musikalische Umsetzung des Songmaterials viele namhafte Künstler gewinnen konnte. So singt nicht nur er selber (bei „Inside My Head“ oder „Lonely Sunday“ zum Beispiel), sondern auch Andy Yorke, der Bruder von Radiohead-Frontmann Thom, ist mehrmals zu hören (u.a. bei „Count Your Blessings“ und „San Manuel“) neben anderen Sängern.

Das Ganze klingt ein wenig nach The Beatles, angereichert mit vielen Streich- und Blasinstrument-Arrangements, die von professionellen Studiomusikern geliefert wurden. So sind u.a. die Dame und der Herr an Violine, Viola und Cello, Cathy Stevens und Chaz Dickie, keine so ganz Unbekannten im Musikgeschäft und der beim Lied „Childhood Days“ spielende Bassist Tony Levin ist laut Wikipedia einer der besten Rock-Bassisten der Welt!

Aber auch (zumindest hierzulande) noch nicht so bekannten (aber dennoch begabten!) Künstlern wurde hier die Gelegenheit geboten, sich in die ruhigen, gefühlvollen und nicht selten melancholischen Lieder einzubringen, den Sängern Paul Ibberson und Tim Elsenburg (letzterer aus der englischen Experimental-Rock-Band Sweet Billy Pilgrim) zum Beispiel (beide im Duett bei „Twenty Two“, Tim solo bei „Three Sides Of Me“, das mit ziemlich schrägen Klaviertönen beginnt, Paul bei „Forever“).

Weitere Mitwirkende: David Scott (Sänger der Glasgower Band The Pearlfishers, zu hören bei „Childhood Days“), Horacio Pozzo (Gitarre, Klavier), Andrew Knights (Oboe) und viele, viele mehr.

Das Erstaunliche ist: Auf ein Schlagzeug wird bei den Liedern komplett verzichtet!

Also hört euch die Songs mal an – und vergesst nicht, hier Bescheid zu sagen, falls ihr des Rätsels Lösung, wer sich denn nun hinter The Vicar verbirgt, präsentieren könnt!

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