Resistance Of Yield, Slaughterra, Unchained und Burning Vault in Saarbrücken (KiTu Reloaded, 19.04.14) – Teil 2

Teil 1: >hier klicken<

Nach zwei satten Death Metal-Paketen ging es gegen 22 Uhr im KiTu etwas ruhiger weiter, aber nur ein klein wenig, denn gleich mit dem ersten Lied, das die vier Modern-Metaller von Unchained präsentierten, „Inside My Cage“ vom ersten Album „Code Of Persistence“, gab es eine volle Portion Shouts und aggressive Riffs um die Ohren geballert – aber eben auch clean vocals, zum ersten Mal an diesem Abend. Metalcore war ab jetzt angesagt!

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Nun saß dann auch der eigentliche Besitzer des Schlagzeugs hinter den Drums, Pietro Rizzuto, der den anderen Bands sein Drumkit für den Gig zur Verfügung gestellt und mir vor einiger Zeit ein paar Fakten darüber verraten hatte (*klick*). Wie bei den beiden Bands, die ihr Programm schon absolviert hatten, wird bei Unchained mit zwei Gitarren musiziert: Dmitro Fedoruk spielt eine Gibson Les Paul und Tobias Engel drischt in die Saiten seiner Jackson Matt Tuck Signature Rhoads SW. Allerdings ist Gitarrist Tobias auch der Vocalist der Band, d.h. er hat bei einem Konzert einiges zu tun! Bei den letzten Auftritten von Unchained hatte der andere Gitarrist, Dima, hin und wieder die Aufgabe, ein paar Backgroundvocals in ein eigenes Mikro zu brüllen, aber darauf war an diesem Abend komplett verzichtet worden. Bassist Philipp Schulz wirkt oft ein wenig wie der ruhende Pol der Band, der eher am Rand der Bühne völlig gechillt seiner Tätigkeit nachgeht, aber schwuppdiwupp kann’s passieren, dass der Mann am Bass wie wild den Kopf nach vorne und hinten bewegt oder die Arme in die Luft reißt, um die Leute damit zum Mitklatschen zu bewegen, bei dem schnelleren Instrumentalpart von dem ansonsten im Tempo reduzierten „Breathe for me“ beispielsweise, so auch im KiTu.

Setlist Unchained KiTuDas eben genannte Lied folgte aber erst an späterer Stelle – dank der von Dima ganz besonders kunstvoll gestalteten Setlist mit Spaßnamen für ein paar Songs und Bildchen habe ich bezüglich der Reihenfolge der Lieder auch zwei Tage nach dem Konzert noch den Durchblick. Und sieh an, es wurde nur noch ein weiteres Lied vom Debütalbum gespielt, „Jealousy“, die anderen sechs Songs stammen alle vom aktuellen Album „Collision“ und krachen nicht weniger als die älteren Songs, auch wenn es in einigen Liedern ruhigere Passagen gibt.

Herrlich war die Kurzeinlage von drei langhaarigen Pfälzern irgendwann mittendrin: Aufmarsch und Positionierung direkt vor der Bühne, 20 Sekunden lang die Mähnen im Kreis geschwungen, Abmarsch.

Ich bin ja gespannt, ob Tobi & Co. sich eines Tages für ein Konzert wirklich mal so rausputzen wie in dem Video zu „Deconstruction“! Im KiTu steckten die vier jedenfalls nicht in weißen Hemden und Sakkos, sondern in der normalen Alltagskluft, falls Bandshirts zur alltäglichen Bekleidung der Musiker zählen. Tobias trug wie Sascha von Resistance Of Yield ein Slaughterra-Shirt.

Falls jemand das Filmchen zu „Deconstruction“ immer noch nicht gesehen haben sollte, bitte sehr:

 

Für den Schluss ihres Auftrittes hatten die Musiker von Unchained eine Überraschung parat: die Livepremiere von „The Story Anew“ und – noch ein Novum – nach ein paar Takten legte Tobias seine Jackson-Gitarre beiseite, um einen Teil des Songs ohne Instrument zu performen. Das war ein ziemlich ungewohnter Anblick, den Musiker bloß mit Mikro in der Hand über die Bühne fegen zu sehen! Stellenweise ging das Hüpfen ein wenig auf Kosten der Akkuratesse beim Gesang, aber so ist das eben manchmal bei Livekonzerten. Es gibt Schlimmeres. Einen Wechsel der Beleuchtungsverhältnisse von Blau zu Rot zum Beispiel.
Während die Musiker von Unchained vor ihrem Auftritt die Bühne für sich herrichteten und plötzlich alles in einen kräftigen Rotschimmer gehüllt wurde, war mein erster Gedanke: „Das rote Licht wird doch wieder ausgeschaltet werden?! DAS ROTE LICHT WIRD DOCH WIEDER AUSGESCHALTET WERDEN!?!?“ Das rote Licht wurde nicht ausgeschaltet. Den ganzen Rest-Abend nicht mehr. Blaue Beleuchtung ade! Ugh, das bedeutete: Noch ein Kampf mit der Kamera, dabei hatte ich mich gerade so darüber gefreut, das Ding auch im dunklen Ambiente im Griff zu haben, und rotes Licht ist fürs Fotografieren so ziemlich das Ätzendste! Na ja, dank Bildbearbeitungsprogramm konnte ich den Rot-Faktor zumindest ein bisschen reduzieren…
Um noch einmal auf „The Story Anew“ zurückzukommen: Das, was sich am Anfang so ähnlich wie Vogelgezwitscher anhört (zumindest in meinen Ohren), erzeugt Tobi mit seiner Gitarre. (Erkenntnis des Abends) Schon beim ersten Hören dieses Songs dachte ich mir, dass dieser immer leiser werdende „Ooooo-oooo-oooo“-Part nicht nur ans Ende des Albums perfekt passt, sondern auch ideal für den Schluss eines Konzertes wäre, natürlich inklusive Mitgrölen des Publikums zum Abschied. Genauso war’s in Saarbrücken und ein paar Zuschauer sangen sogar mit.

Bislang stehen folgende weitere Konzerte in der Agenda von Unchained:
26.04.14 Saarlouis (Benz Rock Club), mit Surrender The Crown
10.05.14 Losheim (Filmwerk Orange)
05.09.14 Rockenhausen, Metallergrillen (Open Air Festival)
06.09.14 Kapellen-Drusweiler (Scuzzlebutt Festival)
13.09.14 Gelnhausen (Lorbass)
20.09.14 Saarbrücken (KiTu Reloaded)

Für eine etwas größere Version bitte auf das jeweilige Foto klicken! Richtig gelungene Fotos aller Bands findet man bei Theawfulpain-Project (wenn man bei Facebook eingeloggt ist).

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Dass es ziemlich warm war in dem Kellerclub, habe ich bereits im Teil 1 meines Konzertberichts geschrieben; je später der Abend, desto mehr schienen die Temperaturen zu steigen, und zwischendrin fürchtete ich sogar kurzzeitig, mein Kreislauf könnte sich verabschieden. Deshalb begab ich mich wie die meisten anderen Konzertbesucher in der Zeit des Bühnenumbaus immer an die frische Luft, so auch nach dem Auftritt von Unchained.
Als nach etwa 15 Minuten wieder Musik aus der Tiefe nach oben drang, kehrte ich natürlich zurück in den Konzertraum, wo zum Abschluss des Livemusikprogramms Burning Vault auf der Bühne standen.

DSCF2863AtsEin paar Leute saßen an der Bar und einige andere auf der langen Couch an der Seite. Mittendrin war alles leer. Was war denn da los?! Nun gut, es war schon relativ spät und ich fühlte die Müdigkeit allmählich auch. Und wie schon erwähnt war es wirklich ein paar Grad zu warm da unten, aber dass der Raum wie leergefegt war und oben vor der Tür deutlich mehr los war, vielleicht auch weil dort geraucht werden konnte, fand ich ein bisschen schade für die fünf Musiker aus Trier. Aber alleine mittendrin stehen wollte ich auch nicht. Meine Freundin war zwar dabei, aber allein zu zweit mittendrin ist auch doof, also setzten wir uns ebenfalls auf das große Polstermöbel und verfolgten das Geschehen von dort. Der Sänger mit den kurzen Haaren bat die Zuschauer mehrmals, weiter nach vorne zu kommen, aber selbst die paar Leute, die doch noch von draußen hereinkamen, quetschten sich auf die Couch oder den Bereich unmittelbar davor.

Dabei besitzen Burning Vault gleich zwei Besonderheiten, die sie von anderen Bands abheben: Hier singen (oder eher shouten) zwei Männer und am Schlagzeug sitzt eine Frau!

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In vielen Liedern existierte eine gute Portion Gerumse und ein Zusammenspiel von Bassdrum, Bass und Gitarrenstakkato, zu dem ich gerne das Haupt hin und her bewegte. Der junge Mann im Slipknot-Shirt schien seine hübsche LTD-Gitarre ganz gut im Griff zu haben und wirkte sehr konzentriert, und die Posen, die vor allem der Bassist und die beiden Herren an den Mikros beim Performen draufhaben, sahen ganz gut aus. Aber es waren leider immer nur Ausschnitte aus den Songs, die mich überzeugten, und unterm Strich fand ich die Musik von Burning Vault doch ein bisschen arg anstrengend. Ich denke, vor allem an den Vocals müssten die Musiker noch arbeiten, damit die beiden Stimmen mehr miteinander harmonieren, vielleicht auch vom Timing her, denn ich hatte manchmal den Eindruck, dass jeder der beiden so vor sich hin kreischt. Wenn das so gewollt ist, dann sollte man in die Umschreibung des Genres als „Metalcore / Melodic Death Metal“ vielleicht noch das Adjektiv „experimentell“ einbauen. Vielleicht hatten die fünf aber einfach auch einen schlechten Tag erwischt… und es war ja schon spät… Immerhin applaudierten die Zuschauer, auch wenn nur wenige da waren, nach jedem Lied.

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Eine Antwort zu Resistance Of Yield, Slaughterra, Unchained und Burning Vault in Saarbrücken (KiTu Reloaded, 19.04.14) – Teil 2

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