Interview mit Tobias Engel von Unchained

Seit Mitte September wartete ich darauf – zunächst noch geduldig, im Laufe der Zeit aber ein wenig skeptisch, ob ich es jemals sehen würde, denn ich hätte nicht gedacht, dass es so lange dauern würde, bis dieses Musikvideo fertiggestellt ist. Andererseits haben die Macher des Filmchens, David Groß (Regie, Kamera, Schnitt), Philipp Prinz (Technik, Kamera, Schnittassistenz) und Alexander Gräßer (technische Assistenz) nicht nur nebenher ihre eigentlichen Berufe bzw. Tätigkeiten zu absolvieren, was die etwas ausgedehnte Entstehungszeit vermutlich erklärt.

Vor ein paar Tagen war es dann endlich so weit: Das erste richtige Video von Unchained wurde der Öffentlichkeit präsentiert! Wer die jungen Männer schon einmal beim Konzert gesehen und von diversen Appetithappen als Werbung fürs Video im Internet bislang nichts mitbekommen hat, wird sich vielleicht ein wenig wundern über den Look der vier, aber schaut selbst:

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Erfreulicherweise war Unchained-Frontman Tobias Engel dazu bereit, mir einige Fragen rund ums Video und auch darüber hinaus zu beantworten. Voilà:

Wer hatte die Idee für das Konzept des Videos (also eine Bar-Szene im 40er Jahre Stil)?
Wenn ich mich richtig erinnere, war es die Idee von David Groß, ein Video im 40er Jahre Stil zu machen. Er hatte einen alten Tanzfilm und hat unsere Musik darüber gelegt. Daraus entstand dann im gemeinsamen Gespräch das Konzept.

Worin besteht der Bezug zum Text?
Der Text handelt davon, sich selbst zu zerstören und jemand anderen damit zu verletzten, indem er sich das ansehen muss. Aber eigentlich interessiert es diese Person gar nicht. Deshalb sind die Leute auch sehr desinteressiert und verlassen den Pub, während wir spielen. Am Ende sieht man auch, wie wir betrunken vom Stuhl fallen. Allerdings wird gegen Ende deutlich, dass sich vieles nur in unserer Fantasie abspielt, wie ein böser Traum.

Der Film zu „Deconstruction“ war das erste Video, das ihr habt erstellen lassen. Wie empfandet ihr den Dreh?
Der Dreh war sehr angenehm und lustig. Im Grunde verlief alles wie geplant, was uns sehr gefreut hat. David Groß, Philipp Prinz und Alex Gräßer hatten das echt gut im Griff und wussten definitiv, was sie da taten. Die Unterstützung von unseren Freunden war auch weltklasse.

Hattet ihr auch Mitspracherecht bei der Nachbearbeitung oder habt ihr die Profis einfach machen lassen?
Das Meiste haben wir David und Philipp machen lassen. Wir hatten eigentlich nur kleine Änderungswünsche und waren schon von den ersten Versionen begeistert.

Wie habt ihr euch in den für euch vermutlich nicht alltäglichen Klamotten gefühlt?
Es hat uns Spaß gemacht, uns mal so rauszuputzen. Wir haben im Vorfeld auch schon ein Bild von den Anproben auf Facebook gepostet, weil wir es so witzig fanden. Vielleicht bietet sich irgendwann nochmal die Gelegenheit, uns so auf die Bühne zu stellen… Wer weiß? 😀

Aus welchen Gründen habt ihr gerade „Deconstruction“ als den Song, für den es ein „richtiges“, also kein selfmade aus Livesnippets zusammengesetztes Video geben soll, ausgewählt? Schließlich hat euer Album „Collision“ noch zahlreiche andere richtig gute Lieder.
Ich glaube, der erste Gedanke war es, keine Ballade, beziehungsweise keinen Popsong zu nehmen, weil das so typisch ist. Damit fiel „Reconstruction“ schon mal weg. „Deconstruction“ ist ein Song, der unseren Stil und auch das neue Album „Collision“ mit seinen sehr harten, aber auch gefühlvollen Teilen gut repräsentiert. Da waren wir uns schnell einig.

Seid ihr zufrieden mit der Resonanz aufs Video?
Wir sind total zufrieden und überwältigt, wieviele Leute das Video geteilt und kommentiert haben. Das hat uns sehr gefreut und wir möchten uns bei allen für die Unterstützung bedanken.

Wie entstehen eure Songs? Sind es mehr oder weniger Zufallsprodukte, die beim Jammen im Proberaum entstehen und nach und nach optimiert werden, oder setzt ihr euch mit Zettel, Stift, Instrumenten und Aufnahmegerät zusammen mit dem Ziel, auf Teufel komm raus einen Song zu erschaffen oder wie kann man sich das vorstellen?
Das Meiste entsteht, wie du schon richtig sagst, beim Jammen im Proberaum und wird nach und nach optimiert. Zuhause entsteht meistens schon eine Idee für einen Refrain oder einen bestimmten Teil, woraus man dann im Proberaum einen kompletten Song macht.

Gibt es genau abgesteckte Arbeitsbereiche, wer was tut (Lyrics schreiben, Riffs komponieren usw.) oder arbeitet ihr da alle zusammen?
Die Lyrics stammen ausschließlich von mir. Bei den Riffs herrscht Arbeitsteilung. Sogar Pietro, unser Drummer, kommt da ab und an mit Ideen daher. Die Riffs werden auch im Proberaum noch verändert und zum Beispiel an rhythmische Vorschläge angepasst.

Beruhen eure Texte auf persönlichen Erfahrungen oder erzählen eure Lieder erfundene Geschichten?
Fast alle Songs handeln von persönlichen Erfahrungen. Da gibt es nur wenige Ausnahmen. Spontan fällt mir da „Sidewalk“ von unserem ersten Album ein. „Signs of doom“ von „Collision“ ist wohl auch in die Kategorie „Erfunde Geschichte“ einzuordnen. Wobei beide Songs eher gesellschaftskritisch sind und ich mich zur Darstellung einer fiktiven Geschichte bediene.

Welche(s) der vielen 2013 von euch gespielten Konzerte sind/ist euch in besonderer Erinnerung geblieben und aus welchen Gründen?
Das Gas Goes Rock in Neunkirchen war definitiv ein Highlight im letzten Jahr. Alles war top organisiert und es war eins der größeren Konzerte im letzten Jahr.

Was tut ihr gegen Lampenfieber – oder seid ihr alle gegen Nervenflattern resistent?
Ich denke, das Lampenfieber hält sich bei uns in Grenzen. Mir persönlich hilft oft das Einsingen. Durch die Atemtechniken wird man oft von allein etwas ruhiger.

Welche Pläne habt ihr als Band für 2014?
Erstmal so viele Konzerte spielen wie möglich. Außerdem ist es wieder an der Zeit neue Songs zu schreiben. Da sind wir schon sehr gespannt, was dabei raus kommt.

Mit welchen Bands würdet ihr gerne einmal die Bühne teilen?
Ich glaube, das ist bei uns schwierig zu sagen, weil die Geschmäcker da sehr auseinander gehen. Aber es ist immer etwas Besonderes, mit größeren Bands aus unserem Genre zu spielen. Hoffentlich ergibt sich da in diesem Jahr noch die eine oder andere Gelegenheit.

Apropos Bühne: Unchained kann man schon in wenigen Tagen wieder live sehen und es gibt auch schon weitere Konzerttermine für 2014:
07.02.14 Trier (Exhaus), SPH Vorrunde
19.04.14 Saarbrücken (KiTu Reloaded)
05.09.14 Rockenhausen, Metallergrillen (Open Air Festival)
13.09.14 Gelnhausen (Lorbass)
20.09.14 Saarbrücken (KiTu Reloaded)

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