GaS goes Rock Akustikfestival (Neunkirchen, 25.01.14) – Teil 1

Zwei Jahre in Folge erklangen im Rahmen des GaS goes Rock Benefizfestivals im Mai die Gitarren verschiedener Bands in der Aula des Gymnasiums am Steinwald, dieses Jahr läuft das Festival ein bisschen anders ab: Aus Termingründen findet das reguläre GaS goes Rock erst im Oktober statt, und damit die Wartezeit zwischen dem letzten und dem nächsten Rockevent in der Schulaula nicht so lang ausfällt und alle Schüler, die in die Planung und Durchführung eingebunden sind, genug zu tun haben, beschloss Hauptorganisatorin Sandra Rupp mit Einwilligung der Schulleitung, in der zeitlichen Mitte ein kleineres Festival zu veranstalten. Kleiner in dem Sinne, dass nur vier Bands mit von der Partie sein würden, denn die Idee ist eher gigantisch: Die E-Gitarren sollten dieses Mal im Proberaum bleiben und stattdessen sollten Akustik-Gitarren und dementsprechend zartere Klänge den Ton angeben.

Es zeigte sich, dass das „kleine“ GaS goes Rock dem Publikum ein großartiges Konzerterlebnis bescherte mit vier fantastischen Bands, die unter dem Banner „Akustik“ total unterschiedliche Musikstile bieten.

GaS goes AkustikNeu war der Einsatz von zwei Schülern als Moderatoren, die die Bands kurz vorstellten und nach jedem Auftritt darüber informierten, wer als Nächstes bewundert werden kann und wann genau es weitergeht. Dadurch wirkte das Event meiner Ansicht nach noch einen Touch professioneller, zumal die beiden ihren Job richtig gut gemacht haben. Bekleidet waren die jungen Männer wie alle Helfer mit den von Marc Frisch von FriMa-Marketing gesponserten Festival-Shirts.

Zum Vergrößern der folgenden Fotos einfach auf das jeweilige Bild klicken!

Den Auftakt machten die sechs Musiker von Myrddin, die die Zuschauer nach eigener Aussage auf eine Reise mitnehmen wollten. Ich muss ja zugeben, dass ich in Sachen Progressive Celtic Folk nicht sooooo unternehmungsfreudig bin, aber in Anbetracht der Tatsache, dass es so viele außergewöhnliche Instrumente zu bestaunen gab und auch Abwechslung geboten wurde dadurch, dass mal Susanne Barth sang, mal Gitarrist Markus Fuchs, mal Renate Iffland und mal alle miteinander, war ich irgendwann doch schon so weit mitgereist, dass eine Umkehr blöd gewesen wäre. Also ließ ich mich bereitwillig mitschleifen von Irland nach Spanien und befand mich plötzlich im späten Mittelalter auf einer Pilgerfahrt, die einen Gefängnisaufenthalt in Frankreich nach sich zog, bevor es wieder zurück nach Spanien ging und von dort aus dann in die Bretagne, wo Endstation der turbulenten Fahrt war.

Und so wie das in der Schule sein soll, habe ich letzten Endes sogar etwas gelernt. Damit meine ich jetzt nicht, dass die Schulklos am Steinwald noch genauso aussehen wie in den 80er Jahren, als Sänger Markus dort sein Abitur machte. Wichtigeres Wissen gab es zu erwerben, als die Bandmitglieder vorgestellt wurden, denn dabei wurde auch erwähnt, welche Instrumente sie spielen: Es stellte sich dabei heraus, dass dieser Holzkoloss von Streichinstrument, den Susanne bei manchen Liedern bediente, eine Nyckelharpa ist. Die Frau mit den rot-schwarz-geringelten Strumpfhosen spielte aber auch Geige und Schalmei, natürlich nicht gleichzeitig.

Die andere Musikerin auf der Bühne, Renate, beeindruckte mit ihrem Umgang mit dem Dudelsack und diversen anderen Blasinstrumenten – Flöten und Querflöten zum Beispiel –, außerdem war sie auch ab und zu für die direkten Ansprachen des Publikums zuständig. Bei einer dieser Gelegenheiten erklärte die blonde Frau, dass beim folgenden Lied eigentlich eine Trompete erklingen sollte, aber mangels Trompete gebe es an diesem Abend stattdessen Geräusche auf einem anderen Instrument – in der Hand hielt sie den Zuschauern ein Kazoo entgegen. (Und ja, dieses kleine Ding beamte mich in Gedanken sofort zurück zum Konzert von Biffy Clyro in Paris, genauer gesagt auf den Bordstein des Boulevard de Rochechouart, wo an dem Tag ziemlich viel getrötet wurde.)

Die Herren von Myrddin waren in Sachen Instrumente nicht ganz so abwechslungsreich: Markus Fuchs spielte auf seiner Gitarre von Martin und Maximilian Schulligen betätigte den Bass; Patrick Meyer jedoch verwendete nicht bloß seine Garrison-Gitarre, sondern spielte auch auf einer elektrischen Mandoline aus dem Haus Fender, die aber just während des Auftritts ihren Geist aufgab. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, löste sich irgendein Teil (der Tonabnehmer?) und befindet sich nun im „Bauch“ des Instruments.

Thomas Bohr war verantwortlich für alles, was sich schlagen lässt: Zunächst bearbeiteten seine Hände eine Cajón, dann schnallte er sich eine große Trommel vor den Bauch, die er stehend spielte, bevor er sich wieder hinsetzte, um eine andersartige Trommel und anschließend wieder die Cajón zu schlagen.

Es gab also wirklich jede Menge zu sehen, und alleine solche Eindrücke machen eine Reise doch schon lohnenswert!

Laut der Setlist wurden während des einstündigen Liveprogramms folgende Lieder gespielt:
Shium
William Taylor
Como Poden
Otter
Tri Martolod
Dans les Prisons de Nantes
La Prima Vez
Waves
Spancil Hill
Rising Of The Moon
Cripple Creek
Jument De Michao

DSCF1081AtsWeitere Myrddin-Konzerttermine, die bislang feststehen:
14.02.14 Mettlach, Musikklub „De Keller“ (Beginn: 21.30 Uhr)
23.05.14 Nalbach, Künstlertreff „Im alten Kuhstall“ (Beginn: 20 Uhr)
05.06.14 Homburger Musiksommer an der Klosterruine Wörschweiler (Beginn: 20 Uhr)
13.12.14 Merzig-Silvingen, Maries Ziegenhof (Beginn: 16.30 Uhr)

Im Vorraum der großen Halle versorgte das Team von Saarbucks die hungrigen Festivalbesucher mit leckeren veganen Gerichten. Dass es solche „Nischenprodukte“ gab, war reiner Zufall, da der Metzger, der für das leibliche Wohl sorgen sollte, wenige Tage vor dem Festival absagte und erst einmal ein Catering-Service gefunden werden musste, der so kurzfristig einspringen konnte. Ein herzliches Dankeschön geht daher auch von mir an die Leute von Saarbucks, zumal der Verkaufserlös in Kastrationen von Straßen- und Streunertieren und die Stiftung Hof Butenland fließt, was ich als sehr sinnvolle Investition betrachte. Nach dem, was ich so gehört habe, schienen die angebotenen Produkte auch eingefleischten (!) Nicht-Veganern gut gemundet zu haben und ich vermute, dass die Verkäufer rein aus Überzeugung hier und da ein wenig über gesunde Ernährung ohne Tierquälerei informiert haben.

Bevor die vier jungen Männer von Hurricane Box die Bühne übernehmen durften, stand ein nicht-musikalisches Highlight auf dem Programm: die Spendenübergabe an den Kinder-Hospizdienst Saar, vertreten durch Frau Leonhard-Kaul. Es hatte eine ganze Weile gedauert, bis alle Rechnungen, die im Rahmen des GaS goes Rock 2013 zu begleichen waren, eingetrudelt waren, aber letzten Endes konnten 800 Euro an den Kinder-Hospizdienst gespendet werden.
Nach einer kurzen Ansprache der Schulleiterin des Gymnasiums am Steinwald, Frau Weiskircher-Hemmer, betraten etliche Schülerinnen und Schüler des Organisationsteams die Bühne und natürlich auch die Organisatorin des Festivals, Sandra Rupp, die sich zunächst einmal bedankte bei allen Leuten, die an der Durchführung und am Gelingen des Festivals beteiligt waren, und auch bei der Schulleitung, die diesem Projekt so positiv gesonnen ist. Stellvertretend für alle Schülerinnen und Schüler erklärte dann Julian, ein Zehntklässler aus der AG, dass man sich zwar überlegt habe, in welchen Tätigkeitsbereich des Kinder-Hospizdienstes das Spendengeld fließen soll, dass es aber unmöglich gewesen wäre, ein klares Votum zu erzielen, weil jeder Bereich so wichtig sei, und dass man es daher Frau Leonhard-Kaul überlasse, wofür die 800 Euro verwendet werden. Symbolisch wurde ihr ein von den Schülern hübsch gestalteter Spendenscheck überreicht.

Hurricane Box kamen eigens aus Frankfurt am Main angereist, weil die Schüler irgendwo im Internet über ein paar Lieder der Ende 2012 gegründeten Band gestolpert waren und diese so gut fanden, dass sie die vier jungen Männer unbedingt beim Festival dabeihaben wollten.
Anders als die beiden später auftretenden Bands Surrender The Crown und Unchained musiziert das Quartett immer so wie an diesem Abend, also mit Sänger Viktor, zwei Akustikgitarren – eine Martin-Gitarre, gespielt von Seyda, und eine Takamine in Daniels Händen – und Schlagzeuger Markus, der gegebenenfalls auch die Cajón bedient. In eine stilistische Schublade lässt sich das vielseitige Musikprogramm von Hurricane Box schlecht pressen, was ja bereits in der Bandinfo am Ende von Daniels Gitarrengeschichte erwähnt wurde.

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Daniel ist der hochgewachsene Musiker rechts auf der Bühne (aus Zuschauersicht), der die Festivalbesucher nach zwei Liedern begrüßte und nicht nur in diesem Moment betonte, dass es schön sei, im Saarland auftreten zu dürfen. Es wäre den Musikern aufgefallen, dass es hier im Vergleich zu ihrer Heimatstadt eher kleine Häuser gäbe. Der an das Publikum gerichtete Wunsch, man möge doch etwas weiter nach vorne kommen, wurde von einigen jungen Leuten sofort erfüllt, und als diese sich später doch wieder ein Stückchen nach hinten verzogen hatten, noch einmal geäußert mit dem nicht widerlegbaren Argument, dass die Band von so weit weg angereist ist, dass sich die Schüler im Gegenzug auch ein Stückchen nähern können.

Die anwesenden Zuschauer kamen dann auch in den Genuss, einen ganz neuen Song zu hören; es war erst das zweite Mal, dass dieses Lied, „Black Spanish Bull“, vor Publikum gespielt wurde. Natürlich standen auch die drei Songs, die man sich auf Soundcloud anhören kann, auf dem Programm, darunter „Your enemies are my enemies“, das bislang über 12.000-mal angeklickt wurde, worüber die Band total erstaunt sei.

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Daniel, der ab und zu auch die Backgroundvocals sang, erzählte, dass die vier sich aus anderen Bandprojekten kennen, wobei einer der befreundeten Musiker leider nicht mehr unter ihnen weilt. Ihm haben sie ein Lied gewidmet, „Panic in Tokio“, zu dem Viktor als Bühnenbeleuchtung um blaues Licht bat. Obwohl Viktor der Sänger ist, war Daniel derjenige, der am meisten für den Smalltalk mit dem Publikum verantwortlich war. Man erfuhr dabei auch, dass Hurricane Box mit einer Demo-CD oder sonstigem Merch nicht dienen können, noch nicht.

Es war dann auch Daniel, der die Bandmitglieder kurz vorstellte und erklärte, dass das neueste Lied auf Soundcloud, „Back in the days“, mit dem der Festivalauftritt ausklang, von einem Mann erzählt, der sich in die Swing-Zeit, also etwa in die 1930er Jahre, zurücksehnt, und dementsprechend ist auch das musikalische Arrangement des Liedes.

Ende März spielen Hurricane Box in Luxemburg (am 29.03. in Bergem?). Sobald ich genauere Informationen habe, wann genau und wo das Ganze stattfindet, aktualisiere ich diese Seite.

Teil 2 ist inzwischen auch online: *klick*

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