Unchained, Sublind und InfiNight in Otzenhausen (Jugendraum, 11.01.14)

Steel Crusade – so heißt die im Jahr 2007 von dem Heavy-Metal-Verein Celtic Warriors Otzenhausen ins Leben gerufene Konzertreihe, die an diesem Samstagabend im Jugendraum direkt an der Hunnenringhalle in die 24. Runde ging. Auf diesen Kreuzzug des Stahls werden üblicherweise drei Bands geschickt, zum Titel der Reihe passend natürlich solche aus dem musikalischen Schwermetallbereich. Diesmal waren das die Modern-Metal-Band Unchained, die man in Luzies Welt inzwischen ja bestens kennt, anschließend die Thrash-Metaller von Sublind und als Headliner InfiNight, deren Musik verschiedene Spielarten des Heavy Metal miteinander verknüpft und deren Banner bereits von Anfang an die Rückwand der Bühne zierte.
Bühne, Thekenbereich und der Platz des Technikers nehmen in diesem Jugendraum etwa die Hälfte des zur Verfügung stehenden Platzes ein; es wurde also eine gemütliche Konzertveranstaltung, die mit schätzungsweise 100 anwesenden Leuten ganz gut besucht war.

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Pünktlich um 21 Uhr machten Unchained den Anfang, und ich fand es schön, nach dem außergewöhnlichen Akustikkonzert der vergangenen Woche noch einmal das „normale“ Set mit den E-Gitarren und den Shouts und Growls beim Gesang zu hören. Schließlich waren seit meinem letzten Nicht-Unplugged-Unchained-Konzert schon über drei Monate vergangen, und auch wenn ich mir, so oft ich das möchte, die Lieder der beiden Alben auf CD anhören kann, war es inzwischen höchste Zeit für die nächste Dosis von „Code Of Persistence“ und „Collision“ in der Liveversion!

Natürlich hatten Tobias Engel (Gesang und Jackson-Gitarre) und seine Bandkollegen – Philipp Schulz (Bass), Dmitro Fedoruk (Gibson-Gitarre und Backgroundvocals) und Pietro Rizzuto (Drums) – nicht die Zeit, alle ihre Songs zu spielen und beschränkten sich auf neun Lieder.

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Mit der üblichen Souveränität fetzten die vier dem Publikum ihren Mix aus drei alten und sechs neuen Songs entgegen und Tobi wies darauf hin, dass das Video zu „Deconstruction“ bald fertiggestellt sein würde. Sehr schön, ich bin so gespannt!

Der Sound war zwar nicht so ganz optimal, aber das tat meinem Vergnügen keinen Abbruch, denn ich bin da nicht so pingelig, und so, wie es aussah, kamen Unchained auch bei den anderen Zuschauern gut an. Wer es – aus welchem Grund auch immer – vergessen hat, sich am Merch-Stand mit CDs, einem T-Shirt und Ähnlichem einzudecken, kann das über die Webseite der Band jederzeit nachholen!

Außerdem gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, bei denen man sich Unchained live und in action anschauen kann:
25.01.14 GaS Goes Rock Akustikfestival (Aula des Gymnasiums am Steinwald, Neunkirchen) [Akustikauftritt!!! Nicht verpassen!]
07.02.14 Trier (Exhaus), SPH Vorrunde
19.04.14 Saarbrücken (KiTu Reloaded)
05.09.14 Rockenhausen, Metallergrillen (Open Air Festival)

Zum Vergrößern der folgenden Fotos einfach auf das jeweilige Bild klicken!

Fotos in besserer Qualität, auch von den anderen Bands, hat Dennis Piegza auf seiner Facebookseite gepostet.

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Nach dem Umräumen gehörte die Bühne der Band Sublind. Schon seit 2005/2006 existiert die Thrash-Metal-Formation aus Luxemburg, aber es hat bereits mehrere Besetzungswechsel gegeben. Derzeit musizieren Luca Tommasi (Gesang), Jacques Z. (Gitarre), Ken Poiré (Gitarre & Backgroundgesang), Yannick Scheerer (Drums) und Roland F. (Bass und Backgroundgesang) miteinander.

Der Soundcheck zog sich ein wenig in die Länge, hatte aber trotzdem ein gewisses Unterhaltungspotential, beispielsweise als der für den Sound Verantwortliche um den Hauptgesang bat und Vocalist Luca ordentlich ins Mikro röhrte. Aber gutturale Laute zählen in der Musik ja auch als eine Art des Gesangs, und trotzdem finde ich die Verbindung des so harmlos und brav klingenden Wortes „Gesang“ mit den von dem Lockenkopf produzierten Geräuschen ziemlich witzig.

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Ich muss zugeben, dass Thrash Metal nicht gerade „meine” Musik ist, das Ganze ist mir einfach viel zu schnell – zu schnell, um meinen Körper sinnvoll zu den gespielten Klängen zu bewegen und Stillstehen geht bei Livemusik auch nicht, also: Dilemma! Viele der überwiegend männlichen Wesen im Publikum hatten diesbezüglich weniger Probleme und wackelten tatsächlich mehr oder weniger im Takt mit oder ließen ihre langen Haare im Kreis fliegen.

Spaß hatte ich trotzdem; ich fand es herrlich, den Musikern zuzuschauen, und genoss vor allem das Tun der Herren an den Saiteninstrumenten, die mit der rechten Hand wie besessen auf ihre Gitarren und den Bass eindroschen und mit links in einem Wahnsinnstempo die Akkorde griffen. Also ICH könnte das nicht!

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Die fünf legten eine energiegeladene Performance hin; bereits nach dem ersten Lied war es dem Schlagzeuger so warm, dass er sein Shirt auszog, und irgendwann tat es ihm Gitarrist Jacques gleich und entledigte sich seines Eyehategod-Shirts. Der kleine Raum war wirklich gut geheizt, erfreulicherweise konnte man nach dem Auftritt jeder Band durch das Fenster frische Luft hereinlassen.

Sänger Luca ist offenbar die geborene Rampensau und zog ganz ohne Instrument, dafür aber durch seine ausgeprägte Mimik und Gestik eine mitreißende Show ab und interagierte permanent mit dem Publikum – entweder ganz ohne Worte während der Performance oder durch direkte Ansprachen nach den Liedern, und zwar auf Deutsch. Da wurde dann zum Beispiel auch mehr Applaus eingefordert, wenn die Antwort auf die Frage, ob alle Spaß haben, zu lasch daherkam. Oder es wurde auf die Liedtitel eingegangen, wie zum Beispiel „Bombenleger“, der sich auf die Luxemburger Bombenlegeraffäre in den 1980er Jahren bezieht, mit der die Besucher aber anscheinend nicht allzu viel anfangen konnten. Bei einem Lied („Humpeknupper“) wurde auf Luxemburgisch gesungen, das sei eine eigene Sprache wie das Saarländische, meinte der Mann am Mikro grinsend, bevor es losging, und nachdem das Ganze als Trinklied angekündigt worden war, kam von manchen Zuschauern sofort begeisterte Zustimmung.

Gespielt wurden folgende Lieder:
Thrashing Delirium
Reign In Pain
Metalmorphosis
Necromania
Unleash The Beast
So Blind
Bombenleger
Humpeknupper
Thrash It!

Nett fand ich, dass nach dem Auftritt an alle Interessierten eine Promo-CD mit drei Liedern aus dem Album „Thrashing Delirium“, das im Februar 2014 erscheinen wird, verschenkt wurde. Den Titeltrack kann man sich schon einmal bei Soundcloud anhören, ebenso ein paar Songsnippets des Albums, das übrigens trotz der vielen Jahre, die es diese Band schon gibt, ihr erstes Album ist.

Am 15.02.14 wird in Rümelingen (Am Café Remelenger Stuff) in Luxemburg die „Thrashing Delirium“ Reselase-Party stattfinden.

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Das bereits mehrfach steel-crusade-erprobte Quintett InfiNight aus Saarbrücken bildete den krönenden Abschluss des Konzertabends und startete vermutlich wegen der fortgeschrittenen Zeit ohne Intro gegen 23.25 Uhr in sein Set. Auch auf einen umfangreichen Soundcheck war verzichtet worden. Martin Klein (Gesang), Marco Grewenig (ganz links – aus Sicht der Zuschauer – an der Gitarre), Dominique Raber (rechts an der Gitarre, einer Gibson Les Paul), Hendrik Reimann (Schlagzeug) und Kai Schmidt (Bass) spielten einfach das erste Lied und der Techniker sollte währenddessen darauf achten, was man am Sound noch verbessern könnte. Um sich selbst ein Urteil bilden zu können, kam Sänger Martin in den Publikumsbereich und gab dem Soundmenschen von dort ein paar Instruktionen. Auch später betrat der große Mann mit den langen Haaren wieder den Zuschauerraum, um die Leute anzufeuern oder einfach nur, um seiner Freundin ein Küsschen zu geben. Awww!

Da meine Begleitung trotz Vorwarnung, dass es vermutlich spät werden würde, ein wenig ungeduldig und quengelig war, noch bevor die Musiker von InfiNight auf der Bühne standen, vereinbarten wir, dass wir uns wenigstens drei Lieder der letzten Band des Abends anhören würden, bevor es heimwärts geht. Da ich die Band schon mindestens viermal live erlebt habe, war der vorzeitige Abflug einigermaßen zu verkraften, aber schade fand ich’s trotzdem. Nun ja, der liebe Frieden hat manchmal eben Vorrang vor dem Konzertvergnügen. Mit detaillierteren Infos zum Gig von InfiNight kann ich deshalb jedoch nicht dienen.

Eines der ersten Lieder war das Dio-Cover „Holy Diver“, das die fünf bisher jedes Mal, wenn ich sie gesehen habe, im Gepäck hatten, und nicht nur bei diesem Klassiker sangen viele Zuschauer lauthals mit. Auf der InfiNight-Webseite ist die Rede davon, dass drei Zugaben gespielt wurden und dass dies wohl nicht so oft vorkommt, also scheint der Auftritt ein voller Erfolg gewesen zu sein.

Die fünf Musiker, die am 25.01.14 im JUZ St. Ingbert ein weiteres Konzert geben werden, können bereits eine stattliche Diskographie vorweisen, die von der Fachwelt durchweg positiv bewertet wird. Nach dem Debütalbum „Sea of knowledge“, das 2005 in Eigenproduktion veröffentlicht wurde und zum Teil Songs umfasst, die schon vorher auf einer Promo- und einer Demo-CD erschienen waren, folgte nach einer weiteren Demo-CD im Jahr 2010 mit „Like Puppets“ das nächste Album, das 2011 durch das Label „7us Media group“ wiederveröffentlicht wurde. Der neueste Wurf, eine fünf Tracks umfassende EP, hört auf den Namen „The Vision“ und erblickte im Mai 2013 das Licht der Welt. Selbstverständlich kann diese EP und noch vieles mehr über die bandeigene Webseite bestellt werden.

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Über luuuzie

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