Gitarre des Monats November (Torsten Kinsella)

– including English version –

Torsten Kinsella gründete 2002 mit seinem Bruder Niels und mit Schlagzeuger Lloyd Hanney die Post-Rock-Band God Is An Astronaut. Die Iren, die inzwischen als Quintett musizieren, veröffentlichten bereits Ende August (ein paar Tage früher als ursprünglich geplant) ihr siebtes Album, betitelt mit „Origins“, und haben ihre Herbst-Tour fast abgeschlossen. Noch zwei Konzerte stehen an: Am 01.11. werden God Is An Astronaut im Club Aurora in St. Petersburg auftreten und am 02.11. in der Moscow Hall in Moskau.

Was Torsten mir über die drei Gitarren, die ihm ganz besonders am Herzen liegen, mitgeteilt hat, war sprachlich zum Teil eine ziemlich harte Kost für mich, weil ich zwar verstehe, was er meint, mir aber viele deutsche Fachbegriffe fehlen. Die Leser, die fließend guitar tech sprechen, mögen es mir daher nachsehen, falls ich irgendetwas seltsam formuliert haben sollte. Tipps für eine bessere Übersetzung mancher Begriffe können gerne in den Kommentaren hinterlassen werden.

Vielen Dank an Torsten, der mich so ausführlich über diese drei Sechssaiter informiert hat, und auch an die Künstlerin Derval Freeman, von der die großartigen Fotos stammen und deren Gemälde „Fade“ das Cover des „Origins“-Albums ziert.

Torstens Hauptgitarre ist eine schwarze Gibson ES 345 aus dem Jahr 1968. Es handelt sich dabei um eine Semi-Hollow-Body-Gitarre mit Ahorndecke und Seitenteilen aus Ahorn sowie einem massiven Mahagoni-Hals, auf dem ein Griffbrett aus brasilianischem Palisander befestigt ist. Torsten kaufte sie Chris Hanney, dem Vater von Bandkollege Lloyd, ab. Er verliebte sich sofort in diese Gitarre. Sie hat einen dünnen Hals, der leicht zu spielen ist, und die Pickups sind seiner Ansicht nach unglaublich musikalisch, nicht zu laut, ihr Output ist genauso, wie er sein soll. Torsten mag nämlich keine Gitarren mit zu hohem Output, das hört sich für ihn sehr unangenehm an.
Die Gibson ES 345 ist eine Stereogitarre, was dem Musiker dabei hilft, aus dem Instrument einen gewaltigen Sound herauszuholen. Sie besitzt einen sechsstufigen Tonwahlschalter, der jede Menge akustische Möglichkeiten eröffnet.
Die Gitarre wurde generalüberholt vom Gitarrenbauer Tony Thompson, der dafür sorgte, dass sie sich wirklich traumhaft spielen lässt. Er tauschte den Steg gegen eine Schaller STMG Bridge aus, baute Schaller ST6KG Mechaniken ein und bundierte die Gitarre neu. Die Saitenlage und Intonation sind dadurch perfekt. Torsten verglich diese Gitarre mit einer Gibson ES 345 aus dem Jahr 1958, mit einer Gibson ES 335 aus dem Jahr 1966 und mit einer brandneuen 335 und sie triumphierte über alle, da gebe es überhaupt keinen Vergleich.

My main guitar is a black 1968 Gibson ES 345.
It’s a semi hollow guitar. Materials: Solid Honduras mahogany neck; maple top back, and sides; solid Brazilian rosewood fingerboard. It was sold to me by Lloyd’s father Chris Hanney. I fell in love with this guitar immediately, it has a lovely thin-line neck, so easy to play. The pick ups are incredibly musical, not too hot just right. I really don’t like guitars with a high output, sounds very ugly to me. It is a stereo guitar which really helps me get the extra big sound. It has a varitone switch which offers me lots of sonic possibilities. The guitar was set up by guitar luthier Tony Thompson, who really got it to play like a dream, he changed the bridge for a Schaller STMG bridge and Schaller ST6KG tuners and also did a refret. The action and intonation are perfect. I’ve compared this guitar to a 1958 Gibson 345, 1966 Gibson 335 and a brand new 335 and it wiped the mat with them all, absolutely no comparison.

Zum Vergrößern der Fotos einfach auf das jeweilige Bild klicken!

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Eine andere Gitarre, die Torsten sehr mag, ist eine US Fender Jaguar 1962 Reissue aus dem Jahr 2012.
Sie besitzt eine Mensur von 24 Zoll, einen Ahorn-Hals mit Palisander-Griffbrett an einem Erlenkorpus mit Floating Tremolo (die Brücke ist also schwebend aufgehängt) im Vintage-Style. An ihr wurden etliche Modifikationen vorgenommen:
Die eingebaute Brücke fand Torsten furchtbar, er ließ sie gegen eine Mastery Brücke austauschen, was nach seinem Empfinden einen massiven Unterschied macht. Darüber hinaus ließ er die alten Mechaniken, die nicht gut waren, durch Fender Locking Tuner ersetzen. Torsten mochte den Klang der Gitarre, allerdings klang sie manchmal ein wenig schrill und schwach, weswegen er Curtis Novak kontaktierte. Dieser riet ihm dazu, seine Jag V Pickups, die er seinem original 1964 Jaguar Pickup nachempfunden hat, zu bestellen.
Der bereits weiter oben erwähnte Tony Thompson war derjenige, der die Mastery Brücke, die Mechaniken und die Pickups einbaute und ein Setup machte. Das Endergebnis findet Torsten erstaunlich: Die Jaguar ist nun eine fantastische Gitarre mit einem atemberaubenden Klangbild!

The next guitar I really like is my 2012 US Fender Jaguar vintage 1962 reissue.
It’s a 24″ scale, Maple neck on alder body with rosewood fretboard and vintage-style floating trem.
It underwent lots of modifications.
The stock bridge was awful, I changed it for a mastery bridge which really made a massive difference.
I changed the tuners also for fender locking tuners, the original vintage tuners were not good.
While I loved the sound of the guitar, at times it sounded a little shrill and weak so I contacted Curtis Novak.
After listening to me, he advised me to order his Jag V pick up which is modeled after his original ’64 Jaguar pickup.
Tony Thompson fit the mastery bridge, deluxe tuners, pick ups and set up the guitar.
The end result was astonishing, an amazing guitar with a jaw dropping tone.

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Die dritte Gitarre, die Torsten viel bedeutet, ist eine Gibson Les Paul Supreme. Sie besitzt eine AAAA-Ahorndecke (die vier Buchstaben bezeichnen den Qualitätsgrad der Holzzeichnung, je mehr A, desto ausgeprägter) über einem Mahagonikorpus mit Hohlkammern und einen hübschen Mahagonihals.
Die Originalpickups, ein 490R und ein 498T-Humbucker, waren nicht nach Torstens Geschmack, ihr Output war ihm zu stark. Tony Thompson ersetzte sie daher durch zwei Seymour Duncan Seth Lover SH 55, was einen gewaltigen Unterschied macht: Der Output ist schwächer und die Gitarre produziert nun einen großartigen zarten Klang.
Die Pickups besitzen eine spezielle vieradrige Verkabelung, sodass Tony Push/Pull-Potis einbauen konnte, mit denen jeder Humbucker entweder „ganz normal“ oder wie ein single coil pickup geschaltet werden kann. Das Pickup am Hals klingt nach Torstens Ansicht wie bei Prince.
Tony ersetzte außerdem die Mechaniken durch Locking Deluxe Tuner. Diese Les Paul Supreme bezeichnet Torsten nun als die netteste Les Paul, die er jemals gehört hat.

The third guitar is a Gibson Les Paul Supreme. Carved AAAA maple top on chambered mahogany body with a beautiful mahogany neck.
The original pick ups, the 490R and 498T Humbuckers were not my cup of tea, too hot, so Tony changed them for a set of Seymour Duncan Seth lover SH 55. Massive difference, lower output with a gorgeous sweet tone.
The pick ups have a 4- connecting cable, so Tony put push pull knobs on the guitar for a split coil option. The neck split coil sounds like Prince 🙂
Tony also replaced the tuners also with locking deluxe tuners.
Now this is the nicest Les Paul I’ve ever heard in my life.

Mehr zu God Is An Astronaut: Bericht über das Konzert in Karlsruhe (Substage, 26.07.13)

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