Powerwolf, Majesty und Heralder in Saarbrücken (Garage, 19.10.13)

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als die fünf Mannen von Powerwolf irgendwie ständig im näheren Umfeld von Saarbrücken in eher kleinem Rahmen Konzerte gaben. Die Jungs mit den damals schon bleich geschminkten Gesichtern hatten gerade ihr zweites Album „Lupus dei“ auf den Markt gebracht und für mich war es noch nicht üblich, den Fotoapparat zu Konzerten mitzunehmen oder Berichte darüber zu schreiben. Drei Alben und etliche Jahre später gehören kleine Mehrzweckhallen nicht mehr unbedingt zum typischen Einsatzgebiet der Wölfe und wenn man die Band mehr als einmal auf ihren Touren erleben möchte, muss man ein Stückchen fahren.

Da ich erst am Nachmittag des Powerwolf-Konzerts von meinem Trip durch halb Deutschland zum Telekom Street Gig von Biffy Clyro zurückgekehrt war, wollte ich trotz frühem Einlass in die Garage wenigstens ein Stündchen auf der Couch verbringen, um noch einmal neue Energie zu tanken. 1.200 km innerhalb von 24 Stunden ohne Beifahrer im Auto zurückzulegen, schlaucht eben ein wenig und wenn’s nicht gerade die Wölfe gewesen wären, hätte ich mich wahrscheinlich nicht mehr aufraffen können für irgendwelche Outdoor-Aktivitäten. Meine kleine Auszeit hatte zur Folge, dass ich später als sonst immer in der Konzerthalle ankam, wo es dementsprechend voll war. Der einzige Platz, von dem aus man, wenn man etwas kurz geraten ist, überhaupt noch auf die Bühne schauen konnte, war eines dieser Podeste im Zuschauerraum. Somit war mein 20. Powerwolf-Konzert das erste, das ich im Sitzen verbrachte, was ziemlich ungewohnt war, aber es funktionierte trotzdem, wenigstens ein bisschen mitzuzappeln – die Arme und Beine hatten ja freie Bewegung.

Schon um 18.30 Uhr eröffneten Heralder aus dem Nordsaarland die Metal-Sause. Insgesamt sieben Leute in schwarzer Kleidung drängten sich auf der Bühne: Sänger Björn Hacket, an der Gitarre rechts Stefan Müller, Bassist Torsten Peeß, Keyboarderin Antje Ihm, Schlagzeuger André Erzig sowie die beiden Neuzugänge, Sängerin Tina Chiovatero und Dominik Charoy an der Gitarre links, die beide frühzeitig von Björn vorgestellt wurden. Damit ist die Zeit der Änderungen im Line-up der bereits 2001 gegründeten Band aber noch nicht abgeschlossen, denn für Torsten, Antje und André war der Gig in der Garage der letzte mit Heralder. Für Keyboard und Bass hat die Band bereits Nachfolger gefunden, ein neuer Drummer wird noch gesucht.

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Mir gefiel der Epic Metal von Heralder ganz gut, vor allem fand ich, dass der Gesang von Björn, mal gegrölt, mal mit klarer Stimme, sehr gut mit Tinas clean vocals harmoniert. In den instrumentalen Phasen schüttelten die beiden ihre langen Haare oder bewegten sich im Takt und auch die anderen Musiker standen nicht wie die Ölgötzen da (Man sieht’s an meinen Fotos.), sondern spielten Rücken an Rücken auf ihren Saiteninstrumenten oder ließen ebenfalls beim Musizieren die Haare fliegen, den Fuß lässig auf den Monitor gestellt. Frontmann Björn war für den verbalen Kontakt mit den Zuschauern zuständig und informierte ein wenig über die Songs. So erfuhr man, dass manche der insgesamt sechs in Saarbrücken gespielten Lieder vom aktuellen Album „Echoes“ stammen, während andere auf dem Erstlingswerk „Twilight kingdom“ zu finden sind („Battleground“ zum Beispiel oder das recht schnelle „The forest hides the prize of wisdom“, bei dem es an einer Stelle im Publikum ziemlich rund ging). Die Zuschauer waren der Band von Anfang an wohlgesonnen, klatschten mit und reckten zu „Hey! Hey!“-Rufen die Hände in die Luft. Clever fand ich, den Mitklatschpart beim zweiten Lied ans Ende zu legen, sodass das Ganze nahtlos in den Applaus übergehen konnte.

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Bei der zweiten Band Majesty fiel beim Aufbau zuerst einmal das so ganz andersartig aussehende Schlagzeug, bei dem die Becken an zwei gerundeten Bügeln befestigt waren, ins Auge. Noch bevor das Sample, das den Auftritt der fünf Musiker einleitete, gestartet wurde, erschollen im Publikum „Hey, hey, Majesty!“-Rufe (Oder riefen die Leute „Hail, hail, Majesty“? Schwer zu sagen. Wahrscheinlich ein Mischmasch aus beidem.) und ganz viele „Metalhände“ waren in die Höhe gestreckt. Als Erste kamen der Schlagzeuger Jan Raddatz, der Bassist Carsten Kettering und die beiden Gitarristen Tristan Visser (an der schwarzen Jackson) und Robin Hadamovsky (an der Jackson mit weißem Korpus) auf die Bühne, dann erst tauchte Sänger Tarek Maghary auf. Die Zuschauer waren ganz offensichtlich von Anfang an von den knüppelharten Metalriffs des erstmals im Jahr 2004 veröffentlichten Songs „Metal Law“ mitgerissen und die Musiker wirkten, als ob sie die Show genießen. Vor allem der Drummer und der Gitarrist Robin hatten die ganze Zeit ein breites Lächeln im Gesicht und die beiden Gitarristen wechselten häufiger mal ihre Position, sodass man jeden von jeder Seite aus gut sehen konnte.

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Weiter ging’s mit „Make some noise“ vom aktuellen Album „Thunder rider“ und das Publikum kam der mit dem Titel geäußerten Aufforderung nach. Sobald das Lied zu Ende war, erklangen wieder „Hey, hey, Majesty“-Rufe, womit die Überleitung zum älteren Song „Hail to Majesty“ perfekt war. Viele schienen mit dem musikalischen Werk der True Metal-Band vertraut zu sein, denn sie sangen nicht nur bei den Refrains mit. Groß war die Begeisterung über den folgenden Song, den Titeltrack aus „Thunder rider“.

Mir gefiel die Musik ausgesprochen gut, sie geht aufgrund des Mitsing-Potentials bei den Refrains der Songs – ähnlich wie bei Powerwolf – sofort ins Ohr und es ist daher nicht allzu erstaunlich, dass ganz viele Zuschauer inbrünstig mitsangen.

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Tarek forderte diejenigen, die das aktuelle Album noch nicht besitzen, auf, es nach dem Konzert am Merchandise-Stand, wo die Band dann auch Autogramme gab, zu erwerben, damit bei jedem zu Hause Heavy Metal den Boden erschüttern kann. Zunächst einmal sollte aber der Boden der Garage zum Beben gebracht werden und mit dem folgenden Bassdruminferno bei „Heavy Metal Battlecry“ aus dem „Reign in glory“-Album (2003) schien das auch zu gelingen. Bloß das Mitsingen des Publikums funktionierte  nicht ganz so wie geplant, weil der Zuschauereinsatz „Hail! Hail! Hail!“ meistens zu früh kam, quasi jedes Mal, wenn Tarek die Stelle „Heavy Metal Battlecry“ gesungen hatte, obwohl da zunächst noch ein anderer Vers kam und die Zuschauer erst nach dem zweiten „Heavy Metal Battlecry“ ihren Einsatz hatten. Aber was soll’s, alle hatten Spaß! Nach der ruhigeren Songpassage, die mit „Heavy metal never dies“ endete, ging’s dann wieder ab mit Gitarrengeschrummel deluxe, Schlagzeugsalven und fliegenden Haaren auf und vor der Bühne.

Als nächsten Song hatten die fünf den Titeltrack des Albums „Sword & sorcery“ aus dem Jahr 2002 ausgewählt, der genauso begeistert aufgenommen wurde wie die vorherigen Lieder, und selbst diejenigen, die das Lied zum ersten Mal hörten, hatten aufgrund der eingängigen Melodie und der Wiederholungen beim Refrain schnell den Bogen raus, wie man da mitsingt. Kein Wunder, dass das Ganze von Tarek mit „Saarbrücken, ihr seid super!“ kommentiert wurde!

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Zum Abschluss gab es mit „Metal Union“ wieder ein Lied vom aktuellen Album inklusive Vorstellung der Bandmitglieder.

Majesty werden noch eine Weile mit Powerwolf auf Tour sein und dann noch einmal kurz vor Weihnachten – perfekt zum Release des neuen Albums „Banners high“ am 20.12.13 – mit Lingua Mortis Orchestra feat. Rage:

Wolfsnächte-Tour
24.10.13 Köln (Essigfabrik)
25.10.13 Hamburg (Markthalle)
26.10.13 Speyer (Halle 101)
27.10.13 Hannover (Faust)
29.10.13 Prag (Nova Chelmnice) –Tschechien
30.10.13 Leipzig (Hellraiser)
31.10.13 Geiselwind (Music Hall)
01.11.13 Vosselaar (Biebob) – Belgien
02.11.13 Essen (Weststadthalle)
Tour mit Lingua Mortis Orchestra feat. Rage
18.12.13 Stuttgart (LKA Lohnhorn)
19.12.13 Memmingen (Stadthalle Memmingen)
20.12.13 Nürnberg (Löwensaal)
21.12.13 Köln (Essigfabrik)
22.12.13 Langen (Neue Stadthalle)

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Inzwischen war die Garage gerammelt voll. Als das Powerwolf-Banner an der Rückseite der Bühne gehisst wurde, brachen die etwa 1.500 Besucher in lauten Jubel aus. Ich war auch ziemlich aus dem Häuschen, immerhin lag mein letztes Powerwolf-Konzert schon über ein Jahr zurück. Deshalb freute ich mich total, als Roel van Helden zu seinem Schlagzeug schlich und das Intro startete. Und ich freute mich noch viel mehr, weil es dasselbe Intro war wie seit Jahren, „Lupus demonae“ vom „Lupus dei“-Album, mit dem ich so viele geniale Live-Erfahrungen verbinde. Wie üblich betrat Sänger Attila Dorn in Kutte und mit Weihrauchschwenker gemächlichen Schrittes die Bühne, während die Menge tobte und ihm die „Frittengabel“ entgegenreckte. Als die düstere Truppe mit Falk Maria Schlegel an der Orgel und den beiden Gitarristen Matthew und Charles Greywolf komplett war, legten die fünf mit den altbekannten Klängen von „Sanctified with dynamite“ los. Bei dem instrumentalen Part gegen Ende streckten die Zuschauer wie in alten Zeiten auf Attilas gestikulierten Befehl hin die Hände in die Luft und schrien sich die Seele aus dem Leib. Ach, war das schön! Ich fühlte mich um Jahre zurückversetzt – gut dass Attila nach seinem „Vielen Dankeschön“ daran erinnerte, dass wir uns mitten in der „Wolfsnächte-Tour 2013“ befinden. Die Antwort auf seine Frage, ob alle dazu bereit seien, am Heavy Metal Kreuzzug teilzunehmen, fiel ziemlich einstimmig aus und was eignet sich am besten, um die Gefolgschaft bei der Stange zu halten? Richtig, ein alter Klassiker. In diesem Fall „Prayer in the dark“, und wie üblich für Powerwolf ging‘s auf der Bühne rund: Die beiden Greywolfs, deren Finger nur so über die Gitarrenhälse flutschten, tauschten gelegentlich ihre Positionen, Ventilatoren ließen ihre langen Haare nach hinten wehen, ihre Mimik machte unmissverständlich klar, dass eine höhere Macht über sie herrscht. Die „Powerwolf, Powerwolf, Powerwolf“-Chöre anschließend zeigten die Zufriedenheit der Zuschauer mit der Darbietung, und sie bekamen von Attila noch Honig ums Maul geschmiert: Zu Hause sei es doch am schönsten.

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Dann war es an der Zeit, einmal dezent auf die Existenz eines neuen Albums hinzuweisen – allerdings ohne zu erwähnen, dass es „Preachers of the night“ auf Platz 1 der deutschen Album-Charts geschafft hatte. Der Sänger machte lieber witzig weiter, indem er die Begeisterungsschreie mit einem „Gefällt nicht jedem hier?“ (rumänischer Akzent inklusive) quittierte und denen, die die Scheibe noch nicht besitzen, dazu riet, die CD nach dem Konzert zu kaufen, und wenn nicht, die alten CDs zurückzugeben. Wer Powerwolf an diesem Abend zum ersten Mal live sah, sollte spätestens in dem Moment gemerkt haben, dass ein Konzert dieser fünf Männer nicht bloß Metal-Musik, sondern ein rundum hervorragendes Entertainmentpaket verspricht. Für den ersten neuen Song an diesem Abend, „Amen and attack“, entledigte Attila sich zuerst einmal seines Haargummis, sodass er ab sofort wie seine Bandkollegen an den Saiteninstrumenten die Haare fliegen lassen konnte.

Die hochformatigen, Kirchenfenster darstellenden Banner, die sonst immer rechts und links am vorderen Bühnenrand aufgestellt waren, kamen diesmal nicht zum Einsatz, hingegen scheint die grabsteinartige Deko am Schlagzeugpodest und am Fuß der Orgel neu zu sein. Ich habe ohnehin den Eindruck, dass die Menge der Accessoires – das Kreuz am Mikroständer, die schwarzen Flügel an der Orgel, die Flagge, die Falk relativ am Anfang schwenkte – genauso wie die Menge an Schminke im Gesicht und seit einiger Zeit auch an den Armen der Greywolfs von Tour zu Tour zunahm. Die Bühnenkleidung ist ebenfalls neu, wie auch manche Ansagen von Attila, aber ich bin froh darüber, dass in dieser Hinsicht vieles beim Alten geblieben ist. Die Einleitung zum nächsten Lied zum Beispiel. Attilas Hinweis, dass er ab und zu einen ganz besonderen Saft benötigt, führte zu seiner Frage „Wisst ihr, was ich brauche?“. Aber selbstverständlich, wie schon zuvor, war ihm die zugerufene Antwort „Bluuuuuuuut!“ nicht laut genug. Wie wenn nur 800 Leute anwesend wären, hätte sich das angehört, und nicht wie 1.300 schreiende Kehlen, also nächster Versuch und dann noch einer, bis Attila zufrieden war und die Band mit dem Song „All we need ist blood“ aus dem Jahr 2011 weitermachte.

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Nach der Frage „Seid ihr wild?“ und dem Kommentar „Ich sehe nur 800 Leute, die wild sind“, folgte logischerweise „Sacred & wild“ vom aktuellen Album, bevor sich Attila wieder altbekannten Themen widmete. Er habe am Morgen unter die Bettdecke geschaut und da sein nix gewesen. Die ganze Zeit war ihm das Gejohle des Publikums nicht laut genug, aber jetzt wurden die paar Anmerkungen aus der Zuschauermenge mit einem „Hört auf mit den Zwischenrufen, ich will was erzählen“ niedergebügelt. Herrlich! Die Erzählung lief natürlich auf „Resurrection by erection“ – das Pferd, die Frau und Attila – hinaus und während vier der Wölfe mächtig abrockten, kam Falk zum vorderen Bühnenrand und feuerte die Menge zum Klatschen an.

Die Erklärung, wie es aussieht und sich anfühlt, wenn man eine Gänsehaut an den Kronjuwelen hat, diente als Hinführung zu „Coleus sanctus“, ebenfalls vom neuen Album.

Danach verließen alle bis auf Roel die Bühne und der Holländer zog sein Drumsolo durch. Seit Jahren frage ich mich schon, was die vier Musiker in der Zeit hinter der Bühne machen. Etwas trinken? Schweißperlen mit schneeweißem Puder abdecken lassen? Übers Publikum lästern? Schnell die e-Mails checken? Ich werde es wohl nie erfahren.

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Zum Sample „Prelude to purgatory“ versammelte sich dann das ganze Wolfsrudel wieder auf der Bühne, um anschließend „Raise your fist, evangelist“ zu performen. Danach wurden in zwei Schalen auf der Bühne kleine Feuer angezündet. Das konnte nur eins bedeuten: „Kreuzfeuer“ vom aktuellen Longplayer war der nächste Song. Soweit ich weiß, ist das der erste Song der Wölfe, der komplett auf Deutsch gesungen wird.

Ich muss ja zugeben, dass mich „Preachers of the night“ nicht wirklich geflasht hat. Das Album ist gut, keine Frage, aber es ist vom Stil her genauso wie die vier vorangehenden Alben und vielleicht habe ich mich inzwischen einfach daran sattgehört. Hätte ich Powerwolf jetzt erst entdeckt, wäre ich wahrscheinlich genauso hingerissen wie damals zu „Return in bloodred“ und „Lupus dei“-Zeiten, als ich wochenlang nichts anderes hörte als den „Wolfsmetal“. Der einzige Song des neuen Albums, der meiner Meinung nach auch vom musikalischen Arrangement in eine ganz andere Richtung geht, ist „Kreuzfeuer“ und genau deshalb ist dieser Track mein Favorit von „Preachers of the night“. Ich würde es mir wünschen, dass die Lieder auf Album Nr. 6 (dass es ein solches geben wird, bezweifle ich nicht) nicht bloß wie neue Versionen der durch den Fleischwolf (!) gedrehten alten Songs klingen. Andererseits könnte ich es verstehen, wenn genau das der Fall wäre, denn die Band hat ja Erfolg damit.

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Jetzt aber zurück zum Konzert! Die nach „Kreuzfeuer“ ans Publikum gerichtete Frage „Soll’n wir mal was gemeinsam singen?“ leitete über in den Kreischbattle, den Powerwolf-Konzertbesucher seit der „Bible of the beast“-Zeit kennen. Rechte Seite gegen linke Seite, Falks Seite gegen Attilas Seite. „Wenn ich „Hu“ sage, sagt ihr…?“ „Ha!“ Das Ganze ging minutenlang, denn der Sänger spielte die beleidigte Leberwurst, weil das Publikum auf Falks Seite deutlich lauter war und dieser dann auch noch – ohne Mikro – Attilas Publikumshälfte dazu bringen konnte, auf sein Kommando zu schreien. Am Schluss hatten sich aber alle wieder lieb, Attila will ja nicht nur für eine Seite singen, sondern für alle. Nach einem abschließenden Test, wie singtauglich die Zuschauer sind, folgte nach einem letzten kleinen „Hu!“–„Ha!“– Hu!“–„Ha!“–„Hu!“–„Ha!“–„Hu!“–„Ha!“–„Ha!“–„Hu!“-Test „Werewolves of Armenia“, bei dem Falk das Publikum wieder kräftig zum Mitmachen anstachelte, nur um nach dem Lied wieder ein wenig durch den Kakao gezogen zu werden, indem Attila den Namen Falk Maria Schlegel in der Melodie von „Vamos a la playa“ sang. Trotzdem schwang der Organist beim nächsten Song „Dead boys don’t cry“ wieder die schwarze Flagge, anstatt sich schmollend in ein Eckchen zu verkriechen. Ist ja alles nur Spaß! Doch dann kam ein wirklich ernstes Statement des Herrn Zeremonienmeisters Dorn: Er hätte vor zehn Jahren nicht gedacht, dass Powerwolf einmal vor ausverkauftem Haus in der Garage spielen würden. Sofort ging es aber humorvoll weiter: „Trinkt ihr gerne Bier? Wisst ihr, was wir gerne trinken?“ Was kann das schon groß sein?! Während Nebelsäulen in die Luft schossen, performten die Wölfe „We drink your blood“ vom letzten Album „Blood of the saints“. Danach bekam Attila wieder seine Kutte umgehängt, er trat mit dem Weihrauchkessel an den vorderen Bühnenrand, richtete das Wort an die verehrte Gemeinde und bemerkte, man sei hierhergekommen, weil man von Heavy Metal besessen sei. „Seid ihr besesseeeeen?“, plärrte er x-mal, um die Predigt abzuschließen mit einem lapidaren „Wir auch.“, bevor er das Publikum für diesen Tag und für alle Zeiten segnete mit dem letzten Song „Lupus dei“.

Natürlich war der Abgang von der Bühne nicht endgültig; wie sich das gehört, gab es eine Zugabe, und die stand zunächst ganz im Zeichen des Satans. Zu einem brennenden Feuerchen und Nebelfontänen spielten Powerwolf zuerst „St. Satans Day“ vom „Bible of the beast“-Album und danach „Saturday Satan“ aus „Lupus dei“. Dann fingen etliche Leute im Publikum plötzlich an, „In blood we trust“ zu grölen und Falk spielte die Melodie auf der Orgel mit. Ich hätte das Lied auch gerne gehört, aber Attila reagierte auf den lautstark geäußerten Musikwunsch mit einem knappen „Nö.“ Schade. Er bedankte sich für den schönen Abend, wandte sich auch an die Leute vom Fanclub, die auf so gut wie jedes Konzert mitkommen, und mit „In the name of god (Deus vult)“ klang das Konzert aus.

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Zu „Wolves against the world“ aus der Konserve umarmten sich die bloodred five und verbeugten sich mehrmals vor dem Publikum, bevor sie von der Bühne abrauschten.

Mein erster Gedanke danach war: Gibt es nicht doch noch ein Powerwolf-Konzert, das ich irgendwie in meinen Kalender quetschen kann? Denn ich habe wirklich jede Sekunde von diesem Spektakel genossen!

Die restlichen Daten der Wolfsnächte-Tour:
24.10.13 Köln (Essigfabrik)
25.10.13 Hamburg (Markthalle)
26.10.13 Speyer (Halle 101)
27.10.13 Hannover (Faust)
29.10.13 Prag (Nova Chelmnice) –Tschechien
30.10.13 Leipzig (Hellraiser)
31.10.13 Geiselwind (Music Hall)
01.11.13 Vosselaar (Biebob) – Belgien
02.11.13 Essen (Weststadthalle)

Richtig gute Fotos vom Konzert findet man z.B. auf der Homepage der Garage.

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