Fête de la musique Dudelange mit Thoughts of the 4, Fox und Mother Heroine (15.06.13)

Meine Freundin und ich hatten eigentlich beabsichtigt, uns noch einmal die Parachutes anzuschauen. Immerhin lag unser letztes Parachutes-Konzert bereits ganze drei Wochen lang zurück, Entzugserscheinungen machten sich bemerkbar… aber es sollte nicht sein, denn der Auftritt der fünf  Musiker musste kurzfristig aufgrund eines Todesfalls im familiären Umfeld der Band abgesagt werden.
Nach einiger Planlosigkeit, ob wir uns das Rock gegen Rechts-Event auch ohne den ursprünglichen Headliner anschauen sollten – schließlich war ja Ersatz gefunden worden und außerdem traten dort noch andere Bands auf –, erinnerte ich mich daran, dass Mother Heroine, die großartige Stoner Rock-Band aus Luxemburg, an diesem Abend ebenfalls auf der Bühne stehen sollte. Also düsten wir nach Dudelange zum Fête de la Musique, eine Art Stadtfest mit ganz besonders viel Livemusik auf etlichen Bühnen.

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Als wir ankamen, waren auf der Why Not-Bühne gerade noch zwei Lieder lang Möfahead zugange.

Kaum hatte die darauf folgende Band Thoughts of the 4 die Bühne übernommen, wimmelte es nur so von Fotografen, also solchen mit richtig professionellen Kameras mit riesigen Objektiven. Die vielen mitsingenden Leute im Publikum ließen darauf schließen, dass diese vier Jungs in Luxemburg offenbar einen gewissen Bekanntheitsgrad genießen. Kein Wunder, denn es gibt TOT4 schon seit 2008 und ihre Single „The city is burning“ aus der zweiten EP „Battles and sunsets“ erreichte Platz 4 in den Charts von Eldoradio.

Für mich war Christophes rote Hollowbody-Gitarre natürlich der Eyecatcher schlechthin, aber Änders mit Stickern übersäter Bass hatte auch was!

Weitere Konzerte von Thoughts of the 4:
21.06.13 Esch, Fête de la musique
22.06.13 Luxemburg (Holy Ghost)
12.07.13 Esch-sur-Alzette, Festival des Cabanes

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Bei der nächsten Band Fox wurde es ganz schön eng auf der Bühne, denn insgesamt sechs Leute und eine Hammond-Orgel mussten dort untergebracht werden. Hinter diesem Instrument, das der Band das gewisse Etwas im Sound verleiht, nahm Jerome Klein Platz, der darüber hinaus in die Tasten eines weiteren Keyboards, das auf der Orgel abgestellt war, schlug. Aloyse Weyler war im Hintergrund neben Drummer Dirk Kellen für die Betätigung von Schellenring und ähnlichen Percussion-Instrumenten zuständig.
Tom Gatti, den ich bislang nur mit Eternal Tango auf der Bühne gesehen habe, aber die gibt’s nun ja leider nicht mehr, scheint bei Fox sein neues musikalisches Tätigkeitsfeld gefunden zu haben und spielte in Dudelange einen wunderschönen Gibson-Bass. Er kümmerte sich in den Umbaupausen aber auch um den Soundcheck der verschiedenen Bands.
Der Vordergrund gehörte Jimmy Leen, der eine sehr hübsche Elektro-Akustik spielte und außerdem bei Fox für den Gesang zuständig ist. Wenn man sich auf der Facebook-Seite der Band so umsieht, entsteht der Eindruck, dass die Sonnenbrille das Markenzeichen des Musikers ist.
Charles Stoltz an der Fender Telecaster wechselte bei einem Song an eine Art Lap-Steel-Gitarre, die er mit seiner rechten Hand und einer Getränkedose (oder sah das nur so aus?) in der linken Hand bediente.

Ich fand die Musik der sechs trotz earplugs ein bisschen zu laut, allerdings war der Sound den ganzen Abend lang richtig gut.
Die Lieder der ersten EP von Fox (veröffentlicht 2012) kann man sich bei Soundcloud anhören, später im Jahr werden Fox ins Studio gehen, um weitere Songs aufzunehmen.

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Als Mother Heroine zum Soundcheck antraten, war auf der Wiese vor der Bühne ganz schön was los und einige der Fotografen schienen schon darauf zu warten, dass der Auftritt der vier beginnt!

Die Bühne ganz in blaues Licht gehüllt und für die Ohren ein Sample – das war für die Herren von Mother Heroine das Startzeichen, die Bühne zu erklimmen. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, starteten Max & Co. mit „Red leader“, dem Titelsong der vier Stücke umfassenden EP, die letztes Jahr im Dezember veröffentlicht wurde und die auf der Bandcamp-Seite der Band angehört und downgeloaded werden kann. Wer auf Rockklänge à la Queens of the Stone Age und The Sword steht, sollte die Gelegenheit nutzen!

Auch die anderen Lieder der EP wurden bei diesem Konzert unter freiem Himmel gespielt und darüber hinaus auch Songs, die bislang noch nicht veröffentlicht sind, z.B. „Walk“. Vielleicht kommen diese Tracks ja auf das Album, das nach dem Sommer, wie es auf der Facebook-Seite der Band heißt, veröffentlicht werden soll.

Zum Fotografieren war die eher spärliche Ausleuchtung der Bühne mit viel Gegenlicht gelinde gesagt suboptimal, aber es entstand dadurch eine coole Clubatmosphäre. Cool ist ohnehin das passende Wort für diese Band, bei der meiner Ansicht nach alles stimmt.

Frontman Max, dessen Stimme total unter die Haut geht, beherrscht seine Fender absolut und kann es sich daher erlauben, in den längeren instrumentalen Passagen an den vorderen Bühnenrand zu kommen, um dort ein wenig demonstrativer die Saiten seiner Gitarre zu bearbeiten, oder zur linken Bühnenseite zu gehen und zusammen mit Bandkollege Michel beim Gitarrespielen ein wenig zu posen.
Michel, der zweite Gitarrist und Lieferant der Background-Vocals, hatte in Dudelange eine andere Gitarre in Gebrauch als letzten Dezember im Atelier, wo Mother Heroine als Supportband fürs allerletzte Eternal Tango-Konzert auftraten. Eine Fender war es damals, diesmal spielte er eine Gibson ES 335 und es ist daher nicht vonnöten, eigens zu erwähnen, dass mein Hauptfokus somit nicht auf Max‘ um die Stirn gebundenem Bandana lag.
Es machte aber auch Spaß, Bassist Tim zuzuschauen, der immer ein wenig mitwippte, wenn er an seinem Gibson Thunderbird in die Saiten schlug; die verschiedenen Griffe bei den melodischeren Parts saßen perfekt, was mich – Anfängerin an der Gitarre – ziemlich beeindruckte.
Schlagzeuger Chris muss echt aufpassen, dass die anderen drei ihm nicht die Show stehlen! 😉

Mit der erst vor kurzem veröffentlichten Single „Paralize“ schlossen die vier ihr Programm nach knapp 40 Minuten ab – und ich kann es jetzt schon kaum erwarten, Mother Heroine wieder live zu sehen. Die Gelegenheit dazu ist gegeben, folgende Konzerte stehen bislang fest:

21.06.13 Luxemburg-Stadt, Fête de la musique
30.06.13 Rock-a-field-Festival
03.07.13 Esch-sur-Alzette (Rockhal) als Support für The Sword
04.07.13 Esch-sur-Alzette (Rockhal) als Support für Rival Sons

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