GaS goes Rock (25.05.13)

Die Aula einer Schule wird meistens genutzt, um Klassenarbeiten zu schreiben oder Konferenzen abzuhalten, aber es gibt auch wesentlich angenehmere Events, die in einem solch großen Raum stattfinden können. So geschehen am 25. Mai 2013 am Gymnasium am Steinwald in Neunkirchen, wo in der Aula nicht wegen Prüfungsangst geschwitzt wurde, sondern weil insgesamt acht Bands im Rahmen des GaS goes Rock Festivals die Aula zum Beben brachten. Und das nicht nur zur Unterhaltung der Besucher und aus Spaß am Musizieren, sondern auch für einen guten Zweck, denn die Gewinne werden, wie bereits erwähnt, dem Kinderhospizdienst Saar zur Verfügung gestellt.

ggr-logo_clean schwarz kleinNach Wochen des Regens lachte am Tag des GaS goes Rock ab und zu sogar die Sonne vom Himmel, sodass es sich die Besucher in den trockenen Phasen im Außenbereich vor der Aula beim Getränke- und Würstchenstand gemütlich machen konnten.

.

.

Als die erste Band, die Cardboard Heroes, gegen 15 Uhr das Festival eröffnete, waren schon einige Besucher da, um sich die Songs der erst Ende 2012 gegründeten Band aus dem Raum Neunkirchen anzuhören. Da die Organisatorin des Festivals, Sandra Rupp, für jede helfende Hand dankbar war und es trotz intensiver Planung in den vergangenen Monaten gerade zum Start noch jede Menge zu erledigen gab, half ich natürlich auch ein wenig mit und verpasste prompt einen Großteil des Cardboard Heroes-Auftritts (ihr erster überhaupt!). Zwischen dem Hin- und Herflitzen hörte ich sie aber „Through glass“ von Stone Sour spielen und auch „Use somebody“, im Original von den Kings of Leon, hatten Sebastian (Gesang und Gitarre, und zwar die Gibson Les Paul mit dem weißen Korpus), Mathias (ebenfalls Gesang und Gitarre – die Gibson Les Paul mit dem hellblauen Korpus), Leon (Bass, Gesang) und Schlagzeuger Jonas im Programm – neben dem eigenen Song „We had forever“, der auch schon in der Sondersendung zum GaS goes Rock bei Radio Neunkirchen live präsentiert wurde und in dieser Version im Internet immer noch angehört (ab Sekunde 871 startet der Cardboard Heroes-Part, den Song gibt’s ab 1295) und sogar angeschaut (allerdings nur ein Ausschnitt) werden kann.

Sebastian und Leon sind übrigens Schüler des Gymnasiums am Steinwald und die beiden scheinen, wenn ich das Gedränge vor der Bühne richtig interpretiere, schon einen kleinen Fanclub zu haben.
Was das Foto nicht zeigt: Zur gleichen Zeit verfolgten in der hinteren Hälfte des großen Raumes mindestens genauso viele Zuschauer, wenn nicht sogar ein paar mehr, den Auftritt des Quartetts.

Alle hier eingefügten Fotos und noch viel mehr gibt es im vorherigen Beitrag GaS goes Rock in Bildern.

.

Auch die fünf Jungs von Chaos Release konnte ich nur teilweise live verfolgen. Da sie etwas länger spielten als die erste Band, bekam ich aber etwas mehr Songs von ihnen zu hören. Ihr Programm besteht aus einem bunten Mix aus Coversongs: Mit „Give it all“ von Rise Against, „TNT“ von AC/DC, „Rock’n’roll queen“ von The Subways, „Fight for your right“ von den Beastie Boys und etlichen anderen Liedern, die so gut wie jeder kennt, brachten sie das Publikum schon zu früher Stunde zum Mitsingen und Tanzen. Die Band wirkte recht professionell, man merkt, dass die fünf schon etliche Konzerte absolviert haben. Ich fand es beeindruckend, dass Sänger Andy im Ringelpulli die unterschiedliche Stimmlage der gecoverten Sänger so gut traf und dabei immer auch wieder ein kleines Tänzchen auf der Bühne hinlegte. Außerdem wurde hier nicht einfach das recht umfangreiche Programm abgerattert, sondern durch kurze Anreden à la „Sinner noch do?“ („Seid ihr noch da?“ für diejenigen, die des Neunkircher Dialekts nicht so ganz mächtig sind) auch der Kontakt zum Publikum aufrechterhalten.

Zu Beginn des Auftritts von Chaos Release war es noch recht hell in der Aula, es war ja auch noch früh am Tage. Plötzlich bewegten sich die Vorhänge an den kleinen Seitenfenstern des Saales und sperrten jegliches Tageslicht aus. Somit war für noch mehr Konzert- und Rock’n’Roll-Stimmung gesorgt.

.

From Fall To Spring, die schon im letzten Jahr beim GaS goes Rock dabei waren, sollten als dritte Band spielen, doch – so ein Ärger! – das Kabel des Keyboards hatte just in dem Moment, als die Bühne für die fünf Jungs hergerichtet wurde, seinen Geist aufgegeben, und so sehr sich die Leute, auch die von der Technik-AG und Mitglieder der anderen Bands, bemühten, irgendeine Lösung zu finden: Es war nichts zu machen! Blöd nur, dass ohne das Keyboard der komplette Auftritt ins Wasser fallen musste. Das fand ich ein wenig schade, zumal die Wartezeit bis zur nächsten Band ohne Alternativprogramm (spontane Unplugged-Aktion oder so etwas in der Art) ziemlich lang war. Irgendwann dudelte als überaus passende Hintergrundmusik „Patience“ von Guns’n’Roses aus den Boxen…

.

The Day We Fall hatten zwar kein so schickes Banner wie andere Bands (*klick*), aber bei der Action, die die fünf jungen Männer auf der Bühne bieten, kommt es wohl eher seltener vor, dass der Blick abschweift.
Außerdem waren The Day We Fall die erste Band des Tages, bei der es musikalisch so richtig heftig zugeht, Post-Hardcore vom Feinsten. Wer sich davon überzeugen mag, findet auf der Facebook-Seite der Band oben links unter dem Bild der Musiker den Link zur Dropbox der Band, wo man sich die Anfang März veröffentlichte EP „State of humanity“ kostenlos und völlig legal downloaden kann. Bestandteil der EP sind nicht nur Front- und Backcover, sondern auch die Lyrics, was ich als gute Idee betrachte, da sich die Growls und Shouts von Frontmann Felix zwar klasse anhören, aber ohne Kenntnis der Texte etwas schwer verständlich sind. Aus dem Grund fand ich es auch gut, dass er bei etlichen Songs erklärte, wovon sie handeln, bevor es zur Sache ging. „Won’t back down“ (Video aus dem Proberaum) beispielsweise versteht sich als Abrechnung mit den Leuten, die einem Steine in den Weg legen, „Bring me to life“ wurde denjenigen, die mit irgendetwas in ihrem Leben zu kämpfen haben, sei es nun eine Krankheit, ihre sexuelle Orientierung oder ganz andersartiger sozialer Zündstoff, gewidmet. Schon im Interview mit Iamhavoc stellten The Day We Fall deutlich heraus, dass es ihnen wichtig ist, mit ihrer Musik auf Probleme aufmerksam zu machen und die Zuhörer zum Nachdenken zu bringen.
Sehr nett fand ich die lobenden Worte, mit denen sich Felix bei Sandra Rupp für ihr Engagement bedankte.
Die beiden letztgenannten Songs befinden sich übrigens nicht auf der vier Lieder umfassenden EP, die aber auch gespielt wurden, nebst dem allerneusten Song „Tear it down“. Die Band ist also ganz schön produktiv – und voller Energie: Die vier jungen Männer im vorderen Bereich der Bühne – Benne aka Monsieur Moustache an der weißen Fender Telecaster, Vocalist Felix, Bassist Dennis, der auch die clean vocals beisteuerte, sowie Nick an der ESP-Gitarre – waren ständig in Bewegung. Am vorderen Bühnenrand aufgestellte leere Getränkekisten erlaubten ihnen sogar die Bewegung in der Vertikalen. Selbst wenn Felix mit den Zuschauern sprach, stand er nicht still, und auch Drummer Günni hielt es nicht die ganze Zeit auf seinem Hocker. Nach 30 Minuten musste Platz gemacht werden für die nächste Band, allerdings konnten sich drei Mitglieder von The Day We Fall noch nicht unters Publikum mischen.

The Day We Fall werden am 12.07.13 beim In-Core Festival in Saarlouis auftreten, außerdem steht in der zweiten Oktoberwoche eine Spanientour zusammen mit Far’n’Hate an.

.

Wer die fünfte Band des Festivals, Trust Me I Lie, nicht schon kannte, dachte vielleicht einen Moment lang, The Day We Fall würden eine Zugabe spielen, als da schon wieder Benne mit Gitarre um den Hals auf der Bühne stand. Aber der Mann mit dem gezwirbelten Schnurrbart spielt eben in zwei Bands, ebenso wie Dennis, bloß dass dieser bei Trust Me I Lie am Schlagzeug sitzt. Felix gehört zwar nicht zum festen Inventar dieser Band, hatte aber einen kleinen Gastauftritt. Er unterstützte Frontfrau Sniggas mit seinen Vocals beim fast schon legendären Cover von Rihannas „Umbrella“. Passend zum Titel hielt Sniggas am Anfang einen aufgespannten Schirm in Regenbogenfarben über sich und Benne und obwohl Felix mit auf der Bühne war, übernahm Gitarrist Nr. 2, Jens an der roten Gibson, wie üblich den Gröl-Part gegen Ende des Songs. Leider konnte ich nicht den kompletten Auftritt von Sniggas, Benne, Bassist Swolle, Jens und Dennis ansehen, weil wieder zwei zusätzliche helfende Hände gebraucht waren, aber die Tatsache, dass ich Trust Me I Lie in letzter Zeit gleich dreimal live gesehen habe (plus letztes Jahr beim GaS goes Rock), tröstete ein wenig darüber hinweg. Allerdings verpasste ich den Song, der an diesem Abend Premiere hatte, Mist! Immerhin konnte ich mir am Merchandise-Stand die gerade erst (am 19. Mai) veröffentlichte „Circles“-EP zulegen, deren farbenfrohes Coverartwork, das auch fürs aktuelle Banner verwendet wurde, mir ausgesprochen gut gefällt.
Die Musik der jungen Leute und ihre Ideen zur künstlerischen Gestaltung kamen wohl auch bei der Wacken Foundation so gut an, dass die CD-Produktion von dieser Institution finanziell unterstützt wurde.

Am 5. Juli werden Trust Me I Lie beim Rock Camp Festival in Saarwellingen auftreten.
.

Um 19.30 Uhr war dann die Zeit für The College Sluts gekommen, eine Band, die ebenfalls schon bei der Erstauflage des Festivals im letzten Jahr mit dabei war und die wieder etwas gemäßigtere Töne anschlug. Wie im Jahr zuvor sorgten die fünf – dem ersten Teil des Bandnamens entsprechend – mit ihrem College-Rock für gute Laune. Von Blink 182, die zu den musikalischen Vorbildern der Band gehören, präsentierten die jungen Männer um Sänger Sascha Jannack ein Medley, aber selbstverständlich hatten die Musiker aus dem Raum Neunkirchen auch eigene Kompositionen, die die Zuschauer zum Tanzen brachten, im Gepäck. Für Abwechslung (und eine Verschnaufpause für 4/5 der Band) sorgte das Lied „Mrs. Jailer“, bei dem zunächst nur Gitarrist Luca Nicodemo, der hier auch den Gesangspart übernahm, auf der Bühne stand, bevor die anderen, Matthias Recktenwald an der farblich zum T-Shirt passenden PRS-Gitarre mit weißem Korpus plus schwarzem Linienmuster (laut seiner Aussage größtenteils selbstgebaut), Alex Krämer im ärmellosen „I ♥ College Sluts“-Shirt am blauen Bass, Davide Iacolino am Schlagzeug und Hauptsänger Sascha Jannack nach und nach hinzukamen und ihre Parts übernahmen.
Wer sich in die Musik der College Sluts einhören oder sich einfach an den Auftritt in der Schulaula zurückerinnern möchte, kann sich drei Lieder, die auch beim GaS goes Rock gespielt wurden, beim YouTube-Channel der Band anhören.
Da das Grundgerüst des Schlagzeugs von den College Sluts geliefert worden war und auf der Bassdrum dick und fett der Bandname verzeichnet ist, war das diesjährige GaS goes Rock auch so eine Art Dauerwerbeveranstaltung für die College Sluts. Erst die Parachutes nutzten ein komplett anderes Schlagzeug mit ihrem eigenen Logo auf der großen Trommel.

Weitere Konzerttermine von den College Sluts:
15.06.13 Trier (Lucky’s Luke) mit A Throne For Elias
05.07.13 Stadtfest St. Ingbert (Rockbühne)
27.07.13 Neunkirchen (JUZ), Backyard Open Air
03.08.13 Saarbrücken (KiTu)
16.08.13 Stadtfest Schiffweiler
06.09.13 Ottweiler, Rock gegen Rechts

Nachdem Sandra und ich auch vom Auftritt der College Sluts einiges verpasst hatten und da wir nach all den Stunden des Herumflitzens ohnehin leichte Ermüdungserscheinungen wahrnahmen, beschlossen wir, wenigstens den Auftritt von Surrender The Crown komplett anzuschauen. Da unser übliches Plätzchen links an der Barriere vor der Bühne schon besetzt war, stellten wir uns in die Mitte. Sobald Matthias Braun und seine Kollegen nach einem kurzen Intro vom Computer mit ihrem rockigen Musikprogramm loslegten, startete auch das Fußballspiel.

Nicht irgendein Spiel, nein, das Champions League Finale wurde in der Londoner Wembley Arena ausgetragen, und dort standen sich ausgerechnet zwei deutsche Mannschaften gegenüber: der FC Bayern München und Borussia Dortmund. Ich weiß, wie nervenaufreibend dieses Match für Sandra gewesen ist, und das obwohl sie sich für Fußball nicht die Bohne interessiert. Sobald aber das Datum für dieses rein deutsche Fußballfinale permanent in den Medien auftauchte, drehten sich bei Sandra die Rädchen, ob unter diesen Umständen überhaupt genügend Publikum zum Rockfestival in die Schulaula kommt. Da sich auch andere, einflussreiche Leute um die Nachfrage fürs GaS goes Rock sorgten, stand sogar kurzzeitig die Absage des Schulspektakels im Raum. Als Kompromiss wurde beschlossen, das Spiel auf einem Fernseher zu übertragen, natürlich in der Aula, wo sich die Zuschauer zu dem Zeitpunkt aufhalten sollten, und natürlich ohne Ton, weil ja schließlich die Musik die Hauptattraktion des Abends sein sollte. So kam es also dazu, dass einige Zuschauer ab und zu zur Glotze schielten, während sie hauptsächlich das Rockprogramm von Surrender The Crown verfolgten, wohingegen andere dem Fernseher die größere Aufmerksamkeit schenkten und wieder andere, zu denen ich gehöre, ihren Kopf bloß dann in Richtung Bildschirm drehten, wenn angesichts heikler Fußballsituationen ein lautes Raunen durch die Menge ging, aber die erste Halbzeit schien relativ ereignislos verlaufen zu sein. Die größte Aufregung bescherten den Fußballfans wohl die paar Sekunden, als auf dem Bildschirm plötzlich die Worte „Kein Signal“ zu lesen waren.

Auf der Bühne ging’s unterdessen richtig ab, in Sachen Bewegung steht Frontmann Matz den Musikern der weiter oben erwähnten Bands in nichts nach. Ich war recht froh, diesmal in der Mitte zu stehen, womit das Risiko, dass ich quasi mit Stielaugen auf irgendeine Gitarre starre und sonst kaum etwas mitbekomme, etwas minimiert war. Von meinem Plätzchen aus konnte ich nämlich auch Oliver Quinten an seinem grünen Bass, der sich die meiste Zeit rechts (von mir aus gesehen) im Hintergrund aufhielt, ebenso gut beobachten wie Ralf Gottlieb hinterm Schlagzeug und natürlich Sänger Matthias, der die meiste Zeit in der Mitte agierte. Allerdings kamen des Öfteren  auch Gitarrist Patrick Meyer und der andere Mann an der Gitarre, Philipp Köhl, nach vorne in die Mitte, um den Zuschauern zu zeigen, wie cool man aussehen kann, wenn man die Gitarre in die Luft reckt und dabei null Probleme damit hat, seine Finger über den Gitarrenhals fliegen zu lassen, um dem Instrument angenehme Töne zu entlocken. Ich glaube, ich könnte mich mit meiner Gitarre gar nicht so bewegen – aber bevor ich das Mit-Gitarre-gut-Aussehen vorm Spiegel übe, werde ich mich zuerst einmal darauf konzentrieren, meine Finger ordentlich am Gitarrenhals zu positionieren!
Apropos Fingerhaltung: Ich bin mir mittlerweile gar nicht mehr so sicher, ob es tatsächlich stattgefunden hat oder ob ich angesichts Gitarrenoverdose zu diesem Zeitpunkt schon derart im Delirium war, dass meine Augen Dinge wahrzunehmen glaubten, die in Wirklichkeit gar nicht da waren. Aber relativ am Anfang, ich glaube sogar, es war beim ersten Lied „Give me a name“, meine ich gesehen zu haben, dass Patrick ein paarmal die Akkorde von oben griff, zwar nur mit dem Zeigefinger und nicht mit allen anderen Fingern wie Kurt Ebelhäuser, aber immerhin! Damit wäre der gute Kurt gar nicht mehr der Einzige, der so spielt, aber da ich mir wirklich nicht sicher bin, ob es tatsächlich geschehen ist, klammere ich die virtuelle Einzigartigkeitsauszeichnung, die ich Kurt Anfang des Jahres im Konzertbericht über Scumbucket verliehen habe, vorsorglich nur mal ein.
Die Aula war während des Surrender The Crown-Auftritts gut besucht und ich hörte, wie einer der Schüler sich überaus lobend über die Band äußerte, weil er ganz überrascht war, dass die doch „kein Geschrammel“ spielen, sondern anständige Rockmusik mit einer ordentlichen Prise Metal. Wer die Band immer noch nicht kennt, sollte sich unbedingt einmal das Album „What we think defines us“ anhören!
Diesmal war wieder – anders als beim Konzert im KiTu – die Sängerin Sophia Paulus mit von der Partie, um mit Matz „Beautiful ghost“ zu singen, während die beiden Gitarristen an Semi-Akustik-Gitarren wechselten.
Als die erste Fußballhalbzeit zu Ende war, endete leider auch das Konzert von Surrender The Crown. Aber es kamen ja noch zwei fantastische Bands, der Konzertabend war noch lange nicht zu Ende.

.

Weiter ging das großartige Programm mit Unchained, über die in Luzies Welt ja auch schon häufiger berichtet wurde. Mittlerweile haben die vier jungen Männer die Tracklist des neuen Albums auf ihrer Homepage bekannt gegeben, und ich hoffe, dass die Scheibe, deren Produktion von der Wacken Foundation gefördert wird, bald veröffentlicht wird und dass sie genauso genial ist wie das Debütalbum „Code of persistence“. Angesichts der neuen Songs, die ich schon auf Konzerten gehört habe, bin ich da aber ganz zuversichtlich.
Das GaS goes Rock-Publikum begrüßten Unchained mit einem altbekannten Kracher, „Inside my cage“, bei dem schnell deutlich wird, wie gut die vier ihre Instrumente beherrschen – Tobias Engel an der Jackson-Gitarre, Dmitro Fedoruk an der roten Gibson, Philipp Schulz am Bass und Pietro Rizzuto an den Drums –, und der außerdem zeigt, dass Tobi sowohl Growlen als auch clear vocals singen und problemlos von einer zur anderen Art des Gesangs wechseln kann. Da beim Konzert im KiTu auf „Inside my cage“ mangels Zeit verzichtet werden musste, finde ich es cool, dass dieses Lied in Neunkirchen wieder dabei war. Gleiches gilt für die an späterer Stelle gespielten Lieder „Last chance“ sowie „Breathe for me“, die ich irgendwann im Jahr 2012 zum letzten Mal live gehört habe, und auch für „Broken wings“ mit speziellem Acoustic Intro – wow, war das schön! Eine komplette Akustikversion spielte Tobi bei der Sondersendung zum GaS goes Rock bei Radio Neunkirchen; noch kann man sich das Ganze im Internet anhören (vorspulen bis Sekunde 5264).
Mir gefällt das übrigens, dass die Setlist bei Unchained nicht immer aus denselben Songs besteht, sondern dass es da durchaus Platz für Variation gibt. In Zukunft wird man bei Konzerten vermutlich verstärkt die neuen Lieder zu hören bekommen, einen kleinen Vorgeschmack darauf gab es am Samstagabend schon in Form von „Run out of time“, „Deconstruction“ und „Reconstruction“, wobei letzteres bereits im Herbst 2012 live dargeboten wurde. Die beiden Songs scheinen inhaltlich zusammenzugehören, schon die Titel legen es nahe. Der Text von „Deconstruction“ ist stellenweise ganz schön krass; „Watch me collapsing, erase what I have become“ heißt es darin, vorausgesetzt ich habe das richtig verstanden. Im nächsten Schritt folgt logischerweise der Wiederaufbau: „I reconstruct myself so that I can survive“.
In der zweiten Halbzeit des Champions League Finales war auf dem Rasen deutlich mehr los als in der ersten und so wenig ich es auch nachvollziehen kann, wie man bei einem Rockfestival auf einen Bildschirm ohne Ton schauen kann, wo man 22 Männer einem Ball hinterherrennen sieht, gab es doch einen ganz lustigen Moment, zumindest aus Zuschauersicht. Gerade als Frontmann Tobias an den vorderen Bereich der Bühne getreten war und so richtig rockstarmäßig in die Saiten seiner Jackson schlug –  ich glaube, das war bei „Broken wings“ – grölte das Publikum so laut, als wäre man in einer riesigen Arena. Ich dachte für einen kurzen Moment, dass sämtlichen Zuschauern gerade ein Licht aufgegangen war, wie genial diese Band, die da auf der Bühne steht, ist, realisierte dann aber, dass soeben das erste Tor für den FC Bayern München gefallen war. Oh Mann! Das Ganze wiederholte sich noch zweimal und es wunderte mich nicht, dass die nächste Band heilfroh war, dass das Fußballspiel nach 90 Minuten klar entschieden war und es keine Verlängerung gab.

Folgende Konzerttermine von Unchained stehen bislang fest:
24.08.13 Birkenfeld (Fillmore) – The Unleashed Hate-Tour mit Slaughterra, Furious Anger, Resistance Of Yield, Stagewar und Inquisitörs
31.08.13 Kassel (Kulturzentrum K19) – The Unleashed Hate-Tour
07.09.13 Saarbrücken (Devil’s Place) – The Unleashed Hate-Tour
14.09.13 Trier (Exhaus) – mit Burning Vault
15.09.13 Hochspeyer, Trailerfield Open Air
21.09.13 Neu-Anspach (JUZ Alt Anspach) – The Unleashed Hate-Tour
28.09.13 Landau (Gloria Kulturzentrum) – The Unleashed Hate-Tour

.

Die Parachutes rundeten den Festivaltag mit einer ordentlichen Portion Post-Hardcore ab. Das Musikprogramm der fünf Männer startete mit „Through the mist“ wie das aktuelle Album „Blueprints“, aber direkt danach gab es „Fists up and boots off motherfuckers“, den Opener des 2008er Album „Vultures“, auf die Ohren. Sänger Stefan Kinn zeigte damit, dass er sowohl mit klarer Stimme singen kann als auch die aggressivere Art des Gesangs beherrscht. Das Springen zwischen ganz neuen Songs („Arcane“ als drittes Lied) und älteren („Flatlines“ als Song Nr. 4) setzte sich anschließend fort, allerdings stammten die gespielten älteren Lieder entweder vom „Vultures“-Album oder von „The working horse“ aus dem Jahr 2009. Das 2006er Album „And I won’t stop until you’ve lost everything you ever loved“ wurde also komplett links liegengelassen.
Stefan Kinn und seine Mannen wirkten trotz vorgerückter Stunde absolut souverän und professionell – kein Wunder, denn die Band kann inzwischen auf über 400 gespielte Konzerte zurückblicken! Und ich bin mir sicher, dass etliche Zuschauer die Parachutes an diesem Abend nicht zum ersten Mal live gesehen haben. Auf die Ankündigung, dass als nächstes Lied „How are you feeling, Jimmy?“ gespielt würde, antwortete ein ganzer Chor aus Konzertbesuchern mit dem zweiten Teil des ultralangen Songtitels„Like a mean motherfucker, Sir!“
Fürs GaS goes Rock hatten die Parachutes ein ganz besonderes Schmankerl vorbereitet in Form eines Duetts mit Matthias Braun von Surrender The Crown. Der Song „An architects heart“ war als Bonussong des aktuellen Albums mit Matthias als zweiter Sänger aufgenommen worden, das Anhören war bislang aber denjenigen vorbehalten, die ein Konzertticket für das Release-Konzert des „Blueprints“-Albums im Herbst 2012 erworben hatten. Dort gab es dann das Passwort, um die unter http://theparachutes.com/danke.html downloadbare Datei entpacken zu können. Falls der Geheimcode auch beim GaS goes Rock verteilt wurde – am Merchandise-Stand beispielsweise, wo die Band nach ihrem Auftritt Autogramme gab, wie die anderen Bands übrigens auch – ist das völlig an mir vorbeigegangen, weil ich nach dem Konzert ein wenig in die Aktion „Chaos-Beseitigung“ eingebunden war.
Wie es sich für einen Headliner gehört, erfreuten Sänger Stefan, die Gitarristen Carsten Jung und David Halberstadt, Bassist Chris Hunsicker und Drummer Stefan Schaus die Zuschauer mit einer Zugabe in Form von „A luminous black“. Darüber, dass noch ein weiteres Lied gespielt werden sollte, wusste offenbar nicht jeder in der Band Bescheid, aber diejenigen, die nach dem vermeintlich letzten Song schnell in den Bühnennebenraum verschwunden waren, kehrten genauso rasch wieder zurück, um mit „Comas“ das wirklich letzte Lied des GaS goes Rock 2013 zu präsentieren.
Dass Carsten an diesem Abend auf seiner schönen Gibson Les Paul Custom spielen würde, war zu erwarten, zumal er schon beim GaS goes Rock Warm Up-Konzert im Neunkircher JUZ meinte, dass er nie wieder eine andere Gitarre spielen will, aber dass David Halberstadt diesmal seine Fender Telecaster Thinline benutzte und nicht die andere Fender-Gitarre, hat mich besonders gefreut. So konnte ich diese Gitarre einmal ganz bewusst beim Konzert wahrnehmen.

Die folgenden Konzerttermine der Parachutes sind bislang bestätigt:
29.05.13 Oberhausen (Kulttempel) mit Memphis May Fire, Betraying The Martyrs, House VS Hurricane und Breathe Atlantis
30.05.13 Stuttgart (Universum) mit Memphis May Fire, Betraying The Martyrs und House VS Hurricane
31.05.13 München (Feierwerk) mit Memphis May Fire, Betraying The Martyrs und House VS Hurricane
01.06.13 Berlin (Comet) mit Memphis May Fire, Betraying The Martyrs und House VS Hurricane
15.06.13 Saarlouis, Rock gegen Rechts
26.07.13 Riez Open Air, Bausendorf
10.08.13 Erfurt (Domizil) mit In My Dreams
14.08.13 Augsburg (Kantine) mit Funeral For A Friend
15.08.13 Wiesbaden (Schlachthof) mit Funeral For A Friend (abgesagt)
17.08.13 Midsummer Open Air, Halver
28.09.13 Bielefeld (Jz Stricker) mit The Hex
04.10.13 Braunschweig (B58) mit Distance In Embrace

Um kurz nach Mitternacht war der offizielle Teil des Festivals in der Schulaula beendet und ich glaube, dass Sandra Rupp schon im Laufe des Tages den Eindruck gewonnen hat, dass sich alle Strapazen der letzten Monate, insbesondere die extrem nervenaufreibenden zwei Tage unmittelbar vor dem Festival, absolut gelohnt haben. Dieser 25. Mai 2013 war einfach wunderbar, und das GaS goes Rock-Bändchen, das viele gegen eine kleine Spende ums Handgelenk geschnallt bekommen haben, wird die Erinnerung an diesen rockigen Samstag noch lange lebendig halten!
Es freut mich total, dass die Bands das Festival durchweg positiv bewerten und sich mehrfach überschwänglich bei Sandra und ihren Schülern bedankt haben. Ich hörte des Öfteren, sie hätten sich gut aufgehoben gefühlt, man hätte sich prima um sie gekümmert und die Organisation sämtlicher Abläufe sei spitzenmäßig gewesen. Diese Rückmeldungen haben Sandra und ihrem Team bestimmt gut getan und ich denke und hoffe doch mal, dass einer dritten Auflage des GaS goes Rock nichts im Wege steht!

Wie schon erwähnt, findet man alle auf dieser Seite eingefügten Fotos und noch viel mehr im vorherigen Beitrag GaS goes Rock in Bildern.

Über luuuzie

https://luzieswelt.wordpress.com/ http://linsengemurmel.wordpress.com/
Dieser Beitrag wurde unter Konzertbericht abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu GaS goes Rock (25.05.13)

  1. Pingback: Schlussbetrachtung zum GaS goes Rock 2013 | Luzies Welt

  2. Pingback: Unchained, Furious Anger, Slaughterra und Resistance of Yield im Fillmore in Birkenfeld (24.08.13) | Luzies Welt

  3. Pingback: Bands gesucht für GaS goes Rock 2014 | Luzies Welt

  4. Pingback: Surrender The Crown und Siren’s Legacy in Saarbrücken (Kleiner Klub, 21.09.13) | Luzies Welt

  5. Pingback: Parachutes und Against Remain in Saarbrücken (JUZ Försterstraße, 18.01.14) | Luzies Welt

  6. Pingback: GaS goes Rock Akustikfestival (Neunkirchen, 25.01.14) – Teil 1 | Luzies Welt

  7. Pingback: GaS goes Rock Akustikfestival (Neunkirchen, 25.01.14) – Teil 2 | Luzies Welt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s