The Ashes Rising, Unchained und Surrender The Crown in Saabrücken (Kitu Reloaded, 11.05.13)

Wie habe ich mich auf diesen Tag gefreut! Nach fünf Monaten standen Unchained endlich wieder auf der Bühne, mit im Programm waren The Ashes Rising, die ich noch nicht kannte, sowie Surrender The Crown, die ich seit ihrem fantastischen Album-Release-Konzert leider nicht mehr live gesehen habe, da es mir nicht vergönnt war, Tickets für ihr Unplugged-Konzert beim Saarländischen Rundfunk zu gewinnen, und ich in Stuttgart bei Archive weilte, während die Herren in Hamburg spielten.

Kitu Reloaded

Unterwegs war ich mit Sandra Rupp und drei ihrer Schüler, die die Aufgabe hatten, Surrender The Crown in Vorbereitung auf das in 14 Tagen anstehende GaS goes Rock Festival zu interviewen. Da sich Aufbau und Soundcheck länger als erwartet hingezogen hatten und es sich dann auch noch als etwas kompliziert erwies, eine geeignete Location für die Fragerunde mit Matthias Braun und Oliver Quinten zu finden, trafen wir erst wieder im KiTu ein, als die erste Band, The Ashes Rising, schon in Action war (und zwar in einem Tempo, mit dem meine Kamera nicht mitkam).

Mir gefiel, was die fünf Jungs aus Ladenburg musikalisch zu bieten hatten. Entsprechend des auf ihrer Facebookseite angegebenen Genres „Guter, alter Melodic Death“ gab es Growls in Kombination mit harten Riffs und gelegentlich einer ordentlichen Portion Bassdrum, geliefert von Michael Grittmann. Die Musik ermöglichte permanentes Mitnicken oder – je nach persönlicher Vorliebe – Mitbangen, so wie das auch Sänger Jeremias Otto, der ständig in Bewegung war, getan hat. Das Publikum war diesbezüglich im wahrsten Sinn des Wortes etwas zurückhaltend und ballte sich im hinteren Bereich des kleinen Raumes.

Für die Vocals war nicht nur Jeremias zuständig, er wurde des Öfteren unterstützt von Bassist Can Demirakca im Machine Head-Shirt, der das Brüllen ebenfalls einwandfrei beherrscht.

Damit es richtig bollert, gibt es bei The Ashes Rising zwei Gitarristen: Frederik Gertz an der schwarzen LTD-Gitarre und Philipp Diemer, der eine Gitarre mit weißem Korpus spielte. Von welcher Marke die ist, konnte ich nicht erkennen. Ich wollte das nach dem Konzert eigentlich noch in Erfahrung bringen, aber die Jungs waren irgendwann verschwunden. Es tat mir ein wenig leid für sie, dass sie nicht ihr ganzes Set spielen konnten, weil ihr Auftritt später als geplant begann und trotzdem zur vorgesehenen Zeit enden musste, da bis um 23 Uhr alle Spuren des Konzerts beseitigt sein mussten, weil dann der Discobetrieb begann. So gab es statt der vorgesehenen zehn nur acht Songs zu hören, und zwar folgende:

Exploit their imperfection
In flames
Hypocrit
Rising from the silence
Herald the night
Breaking the wall
Downfall
Blood Ritual

Ich wunderte mich die ganze Zeit ein wenig über die Setlist, die etwa einen Meter entfernt von mir auf dem Boden lag, denn das, was da draufstand, schien nicht wirklich mit den Songtiteln, die Jeremias ankündigte, übereinzustimmen. Es stellte sich heraus, dass die Setlist entsprechend der Bebilderung in Holländisch gehalten ist, ein wirklich hübsches Stück! Die grafisch ansprechende Gestaltung der Setlist scheint ein Steckenpferd der Band zu sein oder zu werden, man muss sich nur einmal in den auf Facebook geposteten Fotos umsehen.

Auf der Facebookseite der Band kann man sich auch vier ihrer Songs in voller Länge anhören.

Bislang steht ein weiteres Konzert von The Ashes Rising fest, und zwar am 15.06.2013 in Mörlenbach-Weiher (Live Music Hall), wo die fünf zusammen mit Broken Vein und Mesmerized By Misery auftreten werden.

Man sieht an den Fotos, dass die Lichtverhältnisse fürs Fotografieren ohne Blitz suboptimal waren. Blöderweise versäumte ich es in der Umbauphase, bei den vier jungen Männern von Unchained nett anzufragen, ob ich ein paar Bilder mit Blitz machen darf; Tobi & Co. schienen aber auch ganz schön an Wirbeln zu sein, es musste ja recht schnell gehen.

Unchained haben im März einige Zeit im Studio Greywolf verbracht, um dort das Nachfolgealbum zu „Code of persistence“  aufzunehmen, das wohl irgendwann im Sommer erscheinen wird. Es trägt den Titel „Collision“ und wird finanziell unterstützt von der Wacken Foundation. Entsprechend gespannt war ich, ob beim Konzert im KiTu neue Songs zu hören sein würden.

Strike! Gleich das erste Lied „Signs of doom“ war mir gänzlich unbekannt – und hörte sich gut an! Tobias Engel schlug nur so in die Saiten seiner Jackson und Dmitro Fedoruk tat es ihm an seiner Gibson-Gitarre gleich, während Philipp Schulz die passenden Bass-Parts lieferte und Pietro Rizzuto an seinem neuen Schlagzeug für die richtigen Beats sorgte.

Es wurden – umrahmt von älteren Songs – noch mehr Stücke des neuen Albums vorgestellt, und zwar „Run out of time“ und „Deconstruction“, nicht zu verwechseln mit „Reconstruction“, das direkt danach gespielt wurde, das aber schon letztes Jahr zum Liveprogramm gehörte. Allerdings sang Tobi diesmal an ein paar Stellen zusätzliche Lyrics. Ich vermute, dass dieses Lied auch auf „Collision“ zu hören sein wird. (Ähm, liebe Herren von Unchained, wollt ihr für die Schar der aufs Album Begierigen nicht mal die Tracklist posten? 😉 ) Auch „Out of my shell“ gehört zu den neueren Songs, die bereits bei Konzerten zu hören waren, klang im KiTu aber irgendwie anders als sonst. Bei der Demoversion fängt das Lied ja relativ zart an, diesmal flogen einem die Gitarrenakkorde von Anfang an nur so um die Ohren, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

Bei einem der neuen Lieder hat Pietro Rizzuto einen ziemlich coolen Part am Schlagzeug, während die anderen Instrumente ganz leise sind; ich glaube, das ist bei „Deconstruction“, bin mir aber nicht sicher. Also ihr seht: Ich brauche das neue Album unbedingt! Ein einziges Mal Hören reicht nicht aus, um das neue Songmaterial vollständig zu erfassen!

Von den „alten Klassikern“ spielten Unchained „Jealousy“ – ich liebe die knackigen Riffs bei diesem Lied! – und als letzten Song „Silent days“, das recht soft beginnt, aber rasch in brettharte Gitarren- und Schlagzeugklänge übergeht. Offenbar war der Zeitdruck immer noch gegeben, denn das letzte auf der Setlist verzeichnete Lied „Inside my cage“ wurde nicht gespielt. Schade, das hätte ich gerne noch gehört, ebenso wie „Broken wings“ und „Take my hand“ und „Explanations“ und… und…

Beim Blick ins Publikum entdeckte ich einige bekannte Gesichter, ich schien also nicht die Einzige zu sein, die froh darüber war, dass Unchained endlich wieder auf der Bühne stehen. Es werden etliche weitere Konzerte folgen, bislang stehen folgende Auftritte fest:

25.05.13 GaS goes Rock mit Parachutes, Surrender The Crown, The College Sluts, Trust Me I lie, The Day We Fall, From Fall To Spring, Chaos Release, Cardboard Heroes
24.08.13 Birkenfeld (Fillmore) – The Unleashed Hate-Tour mit Slaughterra, Furious Anger, Resistance Of Yield, Stagewar und Inquisitörs
31.08.13 Kassel (Kulturzentrum K19) – The Unleashed Hate-Tour
07.09.13 Saarbrücken (Devil’s Place) – The Unleashed Hate-Tour
14.09.13 Trier (Exhaus) – mit Burning Vault
15.09.13 Hochspeyer, Festival Hochspeyer
21.09.13 Neu-Anspach (JUZ Alt Anspach) – The Unleashed Hate-Tour
28.09.13 Landau (Gloria Kulturzentrum) – The Unleashed Hate-Tour

Unchained werden in Kürze übrigens gleich zweimal im Radio zu hören sein: Am 14.05. statten sie zwischen 18 und 20 Uhr als Repräsentanten des GaS goes Rock Festivals  zusammen mit Parachutes, Surrender The Crown und The Day We Fall Radio Neunkirchen einen Besuch ab. Unbedingt anhören!
Außerdem werden die vier am 19.05. zwischen 18.45 Uhr und 20.00 Uhr bei der Unser Ding Starthilfe zu Gast sein. Außerhalb des Saarlandes kann man sich die Sendung übers Internet anhören. Es wäre nett, wenn ihr beim Voting für den Starthilfe-Favoriten des Monats Mai für Unchained abstimmen würdet!

Den Sound fand ich richtig gut, bei allen Bands! Da hat Tontechniker Dieter, den Surrender The Crown mitgebracht hatten, wirklich ganze Arbeit geleistet! Der einzige Negativpunkt des Abends hat daher auch nichts mit dem Musikprogramm zu tun, das war einwandfrei: Der im ganzen Saale schwebende Klogeruch, der einem fast den Atem raubte, war allerdings weniger prickelnd!

Beim Umbau für Surrender The Crown sah es zunächst so aus, als ob das komplette Schlagzeug abgebaut wird. Das war dann aber doch nicht der Fall und Pietro erklärte mir nach dem Konzert, dass es bei Gigs in diesem Rahmen so üblich ist, dass jede Band ihre eigenen Fußpedale und Becken mitbringt und dass in der Regel auch die Teile, die schnell mal kaputt gehen, aus dem bandeigenen Inventar stammen. Nur der Kern des Schlagzeugs wird von anderen Bands mitbenutzt.

Diesmal hatten Surrender The Crown ihren eigentlichen Drummer Ralf Gottlieb, der auch auf dem hervorragenden Album „What we think defines us“ zu hören ist, dabei. Beim Album-Release-Konzert im „Horst“ war ja Andreas Valentin fürs Schlagzeug zuständig.

Das erste Lied, das im KiTu zu hören war, ist zugleich der Song, der das Album einleitet, und während es darauf etliche „zahmere“ Tracks gibt, ging es in dem kleinen Club erst einmal hammerhart weiter mit „Bleed for this“ und „Light of day“. Erst dann klangen mit „Right now, right here“ etwas leisere und langsamere Töne an, aber danach wurde es sofort wieder rockiger und flotter mit „Life on hold“.

Mir fiel wieder auf, wie unglaublich professionell Sänger Matthias Braun und seine Musikerkollegen – Philipp Köhl an der Gitarre rechts (von mir aus gesehen), Patrick Meyer an der Gitarre an der linken Bühnenseite, Bassist Oliver Quinten und der bereits erwähnte Schlagzeuger Ralf Gottlieb, der auch die Samples startete – wirken. Zwischen den Songs wandte sich der Frontman ab und zu an die Zuschauer, unter denen sich einige Bekannte befanden, und ein paarmal verließ er sogar seinen Platz auf der wohlgemerkt ebenerdigen Bühne, um noch etwas mehr aufs Publikum zuzugehen.

Übrigens ist es eine Wonne, Patrick Meyer beim Gitarrespielen zuzusehen! Diese Aussage soll jetzt aber nicht die Leistung von Philipp Köhl herabsetzen, keineswegs! Es ist nur so, dass ich ja direkt vor Patrick stand und seine über den Gitarrenhals fliegenden Finger unmittelbar vor meinen Augen hatte. Faszinierend! Und gleichzeitig deprimierend, denn so wie er werde ich wahrscheinlich nie Gitarre spielen können… Seit einiger Zeit besitze ich nämlich auch ein solches Instrument, es wird also nicht mehr nur geschmachtet. Aber auch, denn sowohl Patrick als auch Philipp hatten gleich ein paar Gitarren dabei. Philipp spielte die meiste Zeit auf einer ESP Eclipse mit dunklem, marmoriertem Korpus; Patrick benutzte verschiedene E-Gitarren, aber es gelang mir nicht, Marken- und Modellname am Gitarrenkopf abzulesen. Bei einer Gitarre sah es so aus, als wäre sein eigener Name dort eingraviert. Sollte das ein Signature-Modell sein? Danach wollte ich nach dem Konzert eigentlich noch fragen, aber die Musiker waren alle ziemlich mit Aufräumen beschäftigt und nachdem das KiTu wieder einigermaßen hergerichtet war, dröhnte der Dark-Electro-Sound für den Discobetrieb nur so aus den Boxen, sodass wir freiwillig das Feld räumten und das anvisierte Gitarrengespräch vertagt wurde. Mittlerweile habe ich meine Antwort aber, dem Internet sei Dank! Es ist tatsächlich eine Siggi Braun Patrick Meyer Signature, wow!

Für „Beautiful ghost“ kamen Semiakustik-Gitarren zum Einsatz (wobei Patrick die E-Gitarre, die er in der zweiten Songhälfte brauchte, bereits umhängen hatte. Das erinnerte mich vom Optischen her ein bisschen an Machine Heads „Darkness within“ in der Rockhal, bloß dass Robb Flynn seine Semiakustik-Gitarre auf einem Ständer in passender Höhe vor sich stehen hatte und nur noch Hand anzulegen brauchte).

Sophia Paulus, die die Album-Version dieses Liedes mit Matthias im Duett singt und auch bei den Konzerten im „Horst“ und beim Unplugged-Gig mit auf der Bühne stand, war im KiTu leider nicht mit von der Partie und natürlich hatte man dort auch kein Klavier reingeschleppt, die Pianoklänge kamen „aus der Konserve“.

Auch Surrender The Crown spielten weniger Lieder als geplant, wie ein Blick auf die Setlist zeigt, denn nach „Be my conscience“ war bedauerlicherweise schon Schluss.

Aber schon in knapp zwei Wochen werde ich diese großartige Band wiedersehen, wie auch Unchained. Surrender The Crown werden nämlich ebenfalls, wie weiter oben schon vermerkt, am 25. Mai beim GaS goes Rock Festival auftreten. Weitere Konzerte stehen bislang nicht an, was ich etwas verwunderlich finde. Nach einer Band, die auf so hohem Niveau spielt, müssten sich doch viele die Finger lecken! Also, ihr lieben Konzert-Organisatoren, werdet mal aktiv und beschert mir und meiner Umwelt noch ein paar Gigs mit Surrender The Crown!

Und nicht vergessen: Am Dienstagabend, 14.05., Radio Neunkirchen einschalten!

FOTOS VON UNCHAINED

FOTOS VON SURRENDER THE CROWN

Beautiful ghost?

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2 Antworten zu The Ashes Rising, Unchained und Surrender The Crown in Saabrücken (Kitu Reloaded, 11.05.13)

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