Gitarren des Monats Mai (Carsten Jung und David Halberstadt)

Die Parachutes fanden schon ein paarmal Erwähnung in Luzies Welt und da die fünf Musiker auch ab Mai noch einiges vorhaben, ist dieser Monat natürlich wie geschaffen, um zwei Gitarren der saarländischen Posthardcore-Band ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Zwei Gitarren? Genau! Die Parachutes haben schließlich zwei Gitarristen und die Vorlieben der beiden hinsichtlich der sechssaitigen Instrumente unterscheiden sich doch erheblich: Carsten Jung steht total auf diese eine wunderschöne Gibson-Gitarre, während David Halberstadts Herz für eine ganz bestimmte Fender-Gitarre schlägt. Lest selbst, was die beiden über ihre Lieblingsinstrumente geschrieben haben:

Carsten:
Das nennt man wohl eine Liebe, wie man sie sonst nur aus einem Hollywood-Schnulzen-Film kennt.
12 Jahre in the making. Vor 12 Jahren habe ich zum ersten Mal im Musikladen meiner Wahl Six and Four in Sulzbach eine Gibson Les Paul Custom Ebony zu Gesicht bekommen. Da ich damals erst angefangen hatte, Gitarre zu spielen, und somit auch PARACHUTES noch im Säuglingsalter waren, war es zuallererst mal der optische Aspekt, der mich so umgehauen hatte. Leider aber auch der Preis. Seit diesem Moment war diese Gitarre für mich eben der Inbegriff der Traumgitarre. Die perfekte Form, das Binding, die goldene Hardware – da hat optisch erst mal alles für mich gepasst. Die klanglichen Qualitäten sollte ich erst viele Jahre später zu schätzen lernen, auch weil ich die Gitarre immer für „unerreichbar“ gehalten habe.
Über die Jahre hatten wir das große Glück, mit Parachutes weit über 400 Shows zu spielen und somit sehr viele Bands und Gitarristen kennenzulernen. Ich habe in dieser Zeit sehr oft die Gitarren gewechselt. Sei es durch die verschiedenen Vorlieben, um neue Dinge zu probieren oder auch aufgrund eines Gitarrenendorsements. Ab und an hat man dann immer mal wieder die Bühne mit Gitarristen geteilt, die genau mein Baby gespielt haben. Ich muss gestehen, dass ich da dann immer ein wenig neidisch war und mir auch geschworen hatte: Irgendwann gehört das Teil mir! Im Laufe der Jahre kam dann leider auch erschwerend hinzu, dass ich nun wusste, wie gut das Teil auch noch klingt. Das hat die Liebe dann natürlich noch verstärkt.
Vor 6 Wochen war es dann endlich soweit und ich habe mir meinen langjährigen Traum erfüllt. Auch wenn das jetzt vielleicht platt klingt, aber es kommt nach 12 Jahren von Herzen: Ich möchte nie wieder eine andere Gitarre spielen. Ich musste mich zwar ein wenig umgewöhnen, da ich plötzlich – im Vergleich zu meinen vorherigen Gitarren – einen ganzen Haufen Holz mehr in den Händen halte, aber die Umstellung ging recht gut. Außerdem: Leichte Rückenschmerzen riskiert man ja dann doch gerne für einen wunderbaren Klang und mehr Power!

David:
Angefangen hat meine Liebe zu Fender-Modellen vor ca. 12 Jahren. Über eine Instrumenten-Börse bin ich auf ein Angebot für eine Fender Tom Delonge Signature Strat gestoßen. Als kleiner Hosenscheißer-Punkrocker sollten ein Humbucker und ein Volume-Regler nun mal vollkommen ausreichen. Standort der Gitarre war in Mainz, glaube ich. Also einmal lieb „Bitte, bitte, Papi!“ und ab ins Auto. Man muss sich das so vorstellen: ein ca. 13-jähriger Junge, der lediglich weiß, dass eine Gitarre sechs Saiten hat, steht bei einem Instrumenten-Sammler im Musikzimmer: Alles voll mit Amps, Gitarren, Bässen und sonstigem Equipment, von dem ich nicht einmal wusste, dass es existiert, und schon zweimal nicht, wozu! Wie gesagt: Humbucker und Volume-Regler. Jedenfalls war der Verkäufer sehr nett und gab mir Zeit, das Instrument zu testen. Hab ich dann auch…mit Powerchords. 10 Minuten. High-Gain! Ich fühlte mich großartig, hatte in Wahrheit keinen Schimmer, tat aber so als ob und zack: Die Gitarre war gekauft.
Jedenfalls liebte ich diese Gitarre wirklich sehr und bereue es heute, sie verkauft zu haben. Noch dazu für eine Gibson SG. Diese hat für mich nie die Spieleigenschaften erreicht, die ich von der Strat gewöhnt war. Über den Klang konnte ich mir damals kein richtiges Urteil bilden, gewohnt war ich ja nur Vollgas (Humbucker und…ihr wisst schon). Aber auch heute bin ich noch immer kein wirklicher Fan dieser Gitarre. Mir war recht schnell klar, dass ich da wohl einen Fehler gemacht hatte, ändern konnte ich daran als Schüler aber nicht wirklich etwas, das nötige Kleingeld hat gefehlt.
Zur Überbrückung hab ich mir dann mein Erspartes zusammengekratzt und mir eine Telecaster von Squier zugelegt. Das hat dann auch lange gereicht, bis ich nach gefühlten hundert Jahren plus 6 harten Wochen Ferienjob die finanzielle Hürde geknackt hatte und mich in bekannte und geliebte Fender-Gefilde begeben konnte. Der Musikladen meines Vertrauens Six and Four in Sulzbach hat schon einiges an edlen Instrumenten zu bieten und ein ganzer Tag testen, anspielen, hören, anschauen, anfassen, lieben und hassen lernen reichten nicht aus, um eine Entscheidung zu treffen. Eine Tele sollte es werden, soviel stand fest. Da ich beileibe kein Technik-Guru bin, konnte ich hinsichtlich der Wunsch Gitarre nur eine Aussage treffen wie: „Die Tele ist ganz schön geil, aber irgendwie ein bisschen schwer. Gibt’s da was?“ Gab es! Man bestellte mir eine Fender Telecaster Thinline und vertröstete mich mit einer Lieferzeit von ca. einer Woche, glaube ich. An Tag X ging es dann aber wirklich sehr schnell. Gitarre einstöpseln, anspielen, merken, dass die Gitarre dein Baby wird, bezahlen und einfach nur froh sein. Viel mehr kann ich nicht erzählen. Die Thinline ist seit diesem Tag meine Lieblingsgitarre, weil sie wunderbar leicht und unfassbar schön ist, aber auch, weil aus ihr so ziemlich jeder Klang rauszuholen ist, den man sich vorstellen kann.
Tipp: Fast das gesamte „Blueprints“-Album ist mit dieser Gitarre eingespielt und ich liebe den Gitarrensound! Überzeugt euch selbst!

Wer die so anschaulich beschriebenen Gitarren nicht nur hören, sondern auch sehen möchte, hat dazu die Gelegenheit bei einem oder mehreren der vielen Konzerte, die demnächst in der Parachutes-Welt anstehen:

18.05.13 Lehrte (JuNO) mit In My Dreams, Selmore DriveBy und Narcotic Nonfiction
25.05.13 GaS goes Rock mit Unchained, Surrender The Crown, The College Sluts, Trust Me I lie, The Day We Fall, From Fall To Spring, Chaos Release, Cardboard Heroes
29.05.13 Oberhausen (Kulttempel) mit Memphis May Fire, House VS Hurricane und Betraying The Martyrs
30.05.13 Stuttgart (Universum) mit Memphis May Fire und Betraying The Martyrs
31.05.13 München (Feierwerk) mit Memphis May Fire und Betraying The Martyrs
01.06.13 Berlin (Comet) mit Memphis May Fire und Betraying The Martyrs
26.07.13 Riez Open Air, Bausendorf
10.08.13 Erfurt (Domizil) mit In My Dreams
14.08.13 Augsburg (Kantine) mit Funeral For A Friend
15.08.13 Wiesbaden (Schlachthof) mit Funeral For A Friend (abgesagt)
17.08.13 Midsummer Open Air, Halver
28.09.13 Bielefeld (Jz Stricker) mit The Hex
04.10.13 Braunschweig (B58) mit Distance In Embrace

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2 Antworten zu Gitarren des Monats Mai (Carsten Jung und David Halberstadt)

  1. Pingback: GaS goes Rock (25.05.13) | Luzies Welt

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