Interview mit Mathias Reetz von Blackmail (02.04.13)

Wie bereits im Konzertbericht erwähnt, hatten meine Freundin, die den Blog Highrotation betreibt, und ich vor dem Blackmail-Konzert in Zürich die Gelegenheit, ein Interview zu führen. Sänger Mathias Reetz nahm sich vor und nach dem Soundcheck die Zeit, alle unsere Fragen zu beantworten. Herzlichen Dank noch einmal dafür und ein großes Dankeschön auch an das Team vom Ziegel Oh Lac, dessen Büro wir für das Interview benutzen durften.

Kursiv gedruckt sind die Fragen, die ursprünglich auf Englisch gestellt und auch in Englisch beantwortet wurden und die ich ins Deutsche übersetzt habe.

Wie war die Reise nach Zürich?
Ziemlich stressig! Wir waren etwa sieben Stunden lang unterwegs und wurden auch noch von der Polizei angehalten. Es ist eben ein weiter Weg von Koblenz hierher. Wir starteten heute Morgen um 8 Uhr…

In diesem Moment startete der Soundcheck der Vorband Waines – keine Chance, sich in der Restauranthalle gescheit zu unterhalten, also Wechsel in ruhigere Gefilde…

Bist du zum ersten Mal in Zürich?
Ja. Ich war zwar schon siebenmal in der Schweiz, aber noch nie in Zürich.

Na dann herzlich willkommen!
Danke. Mein Kusin lebt hier.

Es ist hier sehr sauber…
Letzte Woche war ich in St. Gallen. Dort ist auch alles sehr sauber.

Das ist typisch für die Schweiz. Was hast du in St. Gallen gemacht?
Wir hatten ein Konzert in der Grabenhalle.

Auch zusammen mit Waines als Vorband?
Nein, mit Monopeople aus Trier.

Ach ja, die kennt man ja, wenn man Blackmail kennt. Nach welchen Kriterien wählt ihr eure Vorbands aus?
Das sind alles Bekannte und Freunde. Manchmal bekommt man auch Anfragen von Agenturen, aber eigentlich machen wir das eher über Freunde. Man verbringt ja schon eine gewisse Zeit miteinander auf Tour und deshalb ist es ganz cool, wenn man sich vorher bereits kennt, anstatt eine Band dabeizuhaben, die von der Agentur beigesteuert wurde. Es macht immer Spaß, mit den Leuten zu spielen, mit denen man auch befreundet ist.

Das heißt, die heutige Vorband, Waines, kennt ihr auch schon länger?
Ja genau, mit denen haben wir auch schon gespielt, Ende 2011 muss das gewesen sein. Die drei stammen aus Palermo.

Lass uns mal über das neue Album sprechen. Ihr habt das ja im Stream im Internet. Was versprecht ihr euch davon?
Wir haben die „Anima now“ auch schon lange im Stream. Als Musiker musst du deine Werke einfach öffentlich zugänglich machen, auch über Spotify und ähnliche Dienste. Es bringt nichts, wenn man nicht streamt. Das ist heutzutage in dieser schwierigen Zeit einfach notwendig, um eine gewisse Aufmerksamkeit zu halten. Man muss seine Musik einfach anbieten.

Die Angst, dass zu viele Leute das einfach mitschneiden, anstatt die Platte zu kaufen, existiert also nicht?
Es gibt bestimmte Agenturen, die das blocken können, aber letztendlich kann man es nicht verhindern.

Durch das Streamen erreicht man ja vielleicht auch neue Interessenten, die dadurch erst auf die Musik aufmerksam werden und sich dann die Platte kaufen.
Ja eben; es klingt vielleicht paradox, aber wenn man als Band gar nicht in diesen illegalen Downloadportalen auftaucht, ist das auch nicht gut, weil das ein Zeichen dafür wäre, dass die Musik den Leuten egal ist. Es ist trotzdem schwierig.

Vielleicht kommen die Leute, die eure Musik auf diese Art und Weise finden, ja auf die Konzerte.
Das denken wir eigentlich auch. Wenn die Leute die Musik schon illegal saugen und wenn sie ihnen gefällt, dann kommen sie vielleicht zum Konzert. Mittlerweile ist es ja oft so, dass man gar nicht mehr genau nachvollziehen kann, wie viele Leute deine Musik gekauft haben, sondern es ist fast wichtiger, wie viele Leute die Musik hören.

Wie findet man das denn heraus?
Das weiß ich auch nicht so genau. Aufschlussreich ist auf jeden Fall die Anzahl der Klicks bei Songs, die beispielsweise auf Soundcloud veröffentlicht sind, oder die Anzahl der Downloads, wenn man diese Möglichkeit anbietet. So kann man die Sache ungefähr einschätzen, aber Verkaufszahlen sind mittlerweile eher marginal. Es geht eher darum, wer überhaupt noch deine Musik hört.

Als ich euer Album zum ersten Mal gehört habe, war ich etwas erstaunt, Kurt so oft zu hören. Wie kam es dazu, dass er auf einmal sogar ganze Lieder („La Futura“) singen darf?
Er singt einfach gerne.

Na gut, diesbezüglich kann er sich ja bei Scumbucket austoben, aber warum singt er plötzlich auch recht viel bei Blackmail?
Es gibt Passagen, die er mit seiner Stimme besser managen kann als ich. Wir haben ja ganz unterschiedliche Stimmen. Manchmal ist es ja auch so, dass wir zusammen singen, jetzt haben wir uns mal abgewechselt. Wir probieren das einfach aus und wenn eine Songpassage cooler wirkt mit Kurts Stimme, dann machen wir das so.

Ich finde, eure Stimmen passen supergut zusammen, gerade weil sie so unterschiedlich sind, und im Zusammenspiel hört sich das echt klasse an.
Bei „Nightschool“ war es das erste Mal, dass wir so duettmäßig zusammen gesungen haben, dass er also den tieferen Teil singt und ich den höheren darüber, und das vermischt sich ganz gut und klingt schön.

Und Carlos hat diesbezüglich keine Ambitionen?
Doch, Carlos singt viele Chöre. Er hat eine andere Qualität in der Stimme, er kommt relativ hoch, hat eine gute Kopfstimme und singt gerne die Chöre.

Und live?
Da singt er auch. Er singt zum Beispiel bei „The rush“  immer die zweite Stimme mit.

Nach welchen Kriterien wählt ihr die Lieder aus, die ihr live spielt? Oder anders gefragt: Warum spielt ihr manche Lieder beim Konzert nicht?
Es ist so, dass wir die schon probieren, also gerade ruhigere Lieder auch, aber wir merken einfach, das passt nicht so in die Live-Situation oder ins Live-Set. Es muss halt schon immer was Kräftiges sein bei Blackmail live. Auf Platte ist es was anderes, aber live muss es schon schieben und drücken. Also wir spielen auch schon ruhig, aber es darf halt nicht irgendwie abflachen.

Es muss knallen…
Ja, es muss schon ein bisschen zur Sache gehen. Dieser Live-Effekt bei Blackmail ist dann einfach auch kräftig und darf nicht zu weich sein, denn das passt dann nicht so, das macht diese Stimmung und das Set dann einfach zu durcheinander.

Wie fühlst du dich, wenn du die alten Blackmail-Songs performen sollst?
Am Anfang war es natürlich schwierig, aber mittlerweile ist das intus. Das ist jetzt nicht mehr so das Problem, würde ich mal sagen. Das liegt auch einfach daran, dass ich ja eine ähnliche Stimme hab wie Aydo, also von der Stimmfarbe her ist es relativ ähnlich, deswegen war es jetzt sängerisch nicht unbedingt die Höchstbürde, also es war schon schwer, aber es war jetzt nicht so, dass ich mich da unglaublich reinarbeiten musste, sondern ich hatte halt das Glück, dass die Stimmfarbe ähnlich ist und das ging dann relativ schnell und außerdem war ich immer relativ nah an der Band dran, also ich hab sie auch lange verfolgt, ohne in der Band selber zu sein. Das ging dann.

Aber bei den neuen Liedern bist du doch ganz anders involviert. Ist das dann nicht ein anderes Gefühl, wenn man weiß, da hat man mitgearbeitet?
Ja, die anderen Lieder sind schon so ein bisschen wie Coversongs, ne?

Also Karaoke und eigene Songs im Wechsel?
Ja, so ganz krass jetzt nicht, aber es ist ein bisschen so. Klar, wenn man was Eigenes macht und schreibt, dann hat das natürlich eine andere Qualität, als würde man jetzt was nachsingen. Das sind dann nicht meine Lyrics oder meine Akkorde oder unsere Akkorde, sondern die sind dann nachgespielt.

Das heißt also, du machst mehr, als nur die Lyrics zu liefern?
Ja. Texten ist mein Arbeitsgebiet und Musik kommt relativ viel natürlich von Kurt, weil der eine unglaubliche Erfahrung hat, was das Songwriting betrifft. Aber ich hab einfach das Gefühl, dass wir uns sehr gut bereichern. Manchmal ist man einfach kaputt vom Songwriting, das ist sehr anstrengend. Dann hat der andere eine Idee und die wird dann wieder aufgegriffen und das ist dann eher so spielerisch sag ich immer, so ein Hin und Her. Wobei Textarbeit relativ einsam ist.

Ich habe mir vor ein paar Tagen noch ein Interview mit euch angeschaut aus der „Anima now“-Zeit. Da hieß es, ihr seid ins Studio gegangen alle zusammen so nach dem Motto „Wir machen jetzt Musik, wir schreiben Lieder“ und das war dann so. Ist das jetzt immer noch so?
Also bei der neuen Platte war das nicht so, zum Glück. Ich muss das auch nicht noch einmal so extrem haben. In der „Anima now“-Zeit war das Studio nur für einen ganz bestimmten Zeitraum frei und es war nur möglich, in diesem Zeitraum aufzunehmen. Sonst war das Studio von anderen Bands gebucht. Wir hatten also nur dieses kleine Zeitfenster und da musste was her.

Das ist dann ja ein irrsinniger Druck…
Das ist Irrsinn, ja, total, so im Nachhinein. Ich hab es damals nicht so empfunden, aber es hat total viel Kraft gekostet, die „Anima now“ zu machen.

Entstehen auch bei der Tour neue Songideen, die ihr dann irgendwie speichert oder aufnehmt für später, beim Soundcheck beispielsweise?
Gar nicht. Es kostet so viel Energie, eine Platte zu machen. Bist du auf Tour, stellst du einfach nur auf „Off“, sage ich mal. Auf Tour bin ich musikalisch gar nicht kreativ, überhaupt nicht, da kommt gar nichts. Wenn ich weiß „Es ist Tour“, dann spiele ich die Tour, und wenn die Tour vorbei ist, fange ich wieder an mit dem Schreiben, aber während der Tour geht gar nix.

Und die Ideen kommen dann automatisch im täglichen Leben oder wie kann man sich das vorstellen, wie ein Text entsteht? Setzt man sich hin „Ich schreib jetzt einen Text über die Liebe oder was auch immer“?
Das kann man schon machen, so büromäßig, sich einen Zeitraum zu nehmen, in dem man sich hinsetzt und etwas schreibt. Meist läuft das aber anders. Ich bin nicht so ein schneller Schreiber, manchmal schreibe ich nur Fetzen auf und lasse die wieder liegen und dann fange ich wieder an. Ich weiß gar nicht so genau. Am Anfang lese ich immer viel, bevor ich selber schreibe, und lasse mich inspirieren.

Da Mathias in diesem Moment zum Soundcheck musste, hatten meine Freundin und ich eine Weile Zeit für uns… Auf dem erneuten Weg ins Büro des Ziegel Oh Lac etwa 30 Minuten später erklärte ich dem Musiker, der zu Beginn des Interviews etwas erstaunt war, mich hier in der Schweiz zu sehen, dass ich supergerne verreise, um Freunde zu treffen und Konzerte anzuschauen und ruck zuck war eine meiner Fragen beantwortet, noch bevor ich sie gestellt hatte:

Ich mach das gar nicht mehr, Konzerte anschauen. Aber im Sommer gucke ich mir Depeche Mode an in Düsseldorf.

Hey, wie cool, da wollte ich auch hin, aber der Saalplan hat zwei Tage lang nicht funktioniert und da ich nach der Arbeit hinfahren müsste, hätte ich gerne einen guten Sitzplatz, aber als man sich endlich Plätze aussuchen konnte, gab’s keine guten mehr… Vielleicht versuche ich’s kurz vorm Konzert mal bei eBay…
Ja, oder vor der Halle kriegst du eigentlich auch immer noch Tickets.

Aber Düsseldorf ist ein gutes Stück entfernt von meinem Wohnort… mal sehen…
Wo spielen die sonst?

Ich weiß nicht genau, aber alles außer Düsseldorf ist für mich vom Datum her nicht machbar, weil ich keinen Urlaub bekomme.
Ah okay.

Sie spielen auch in Bern, im großen Stadion. Ich hab gar nicht erst versucht, Tickets zu kaufen. Wenn man genau weiß, dass man vorne keinen Platz bekommt… Nein, ich mag Konzerte in großen Stadien nicht.
Nicht? Auch nicht aus der ersten Reihe?

Ich liebe die erste Reihe, aber ich packe das nicht mehr, den ganzen Tag anzustehen.
Reach out, touch Dave.

Ja, das würde ich gerne. Wirst du anstehen oder hast du besondere VIP-Tickets?
Nein, ganz weit hinten, die letzten Tickets. Ich war ein bisschen spät beim Ticketkauf, hab meine, glaube ich, erst Anfang März gekauft.

Es ist klasse, dass Depeche Mode nach so langer Zeit noch auf Tour sind.

Welche anderen Bands oder Musiker magst du?
Ich überlege gerade. Das letzte Konzert, das ich gesehen habe, war Bon Iver in Köln.

Was hältst du von ihm?
Er ist genial.

Ich hab ihn letztes Jahr beim Paleo-Festival gesehen und das Zelt war so voll. Ich musste meinen Kopf nach oben strecken, um etwas zu sehen, aber er war so fantastisch.

Zurück zu deinen eigenen Konzerten: Hast du Lampenfieber oder verliert man das irgendwann?
Nee, das verlierst du nicht, glaube ich nicht. Das hab ich immer. Man ist immer so ein bisschen aufgeregt.

Was tust du dagegen?
Das kannst du nur akzeptieren. Es gibt jetzt nicht irgendeine Technik, dass das weggeht.

Aber das ist nicht das ganze Konzert lang?
Nee, das ist immer nur so 20 Minuten lang. Aber das gehört dazu, eine gewisse Anspannung. Anders kann man das nicht spielen, sonst ist da keine Emotion mehr drin, wenn du nicht aufgeregt bist.

Planen Blackmail, irgendwann eine Live-DVD oder Live-CD zu veröffentlichen?
Das war mal geplant, 2006 zur „Aerial View“-Zeit war das im Gespräch, habe ich gehört. Aber das ist nicht so geworden, wie man sich das vorgestellt hatte. Also das muss man schon sehr gut aufziehen und planen. Das Konzert muss natürlich cool sein, auch der Ton, das ist schon schwierig.

Das heißt, die Idee ist jetzt komplett vom Tisch?
Ja. Ich finde auch, das lohnt sich bei so richtig großen Bands, also Kings of Leon beispielsweise. Wenn die so etwas machen, das schaut man sich dann gerne an. Aber bei Blackmail… weiß ich nicht, muss nicht sein.

Ihr spielt ja in verschiedenen Ländern. Merkt ihr da Unterscheide beim Publikum, so von der Reaktion her, von der Leidenschaft?
Die Konzerte, die richtig gut waren, also das empfinde ich jetzt so, waren die im Osten von Deutschland, in Dresden oder Leipzig. Dort sind die Leute noch irgendwie ein bisschen anders, die sind feuriger, also das bilde ich mir zumindest ein, ein bisschen. Also wenn ich das jetzt so festmachen würde, dann würde ich sagen: Ostdeutschland ist ein bisschen anders.

Der Tourmanager schaute in diesem Moment kurz vorbei und fragte Mathias, wann er essen möchte. Dabei kam das Gespräch auch wieder auf Mathias‘ Kusin.

Es ist ja klasse, dass du deinen Kusin hier triffst. Hat er dich schon einmal beim Konzert gesehen?
Nein, heute Abend zum ersten Mal.

Ist man dann noch aufgeregter, wenn da jemand aus der eigenen Familie steht?
Nein.

[Das kurze Gespräch über meine arg limitierten Fähigkeiten, Gitarre zu spielen, lasse ich hier mal weg…]

Wie hast du Gitarrespielen gelernt, hast du es dir selbst beigebracht?
Nein, ich hatte Unterricht.

Apropos Gitarre: Das erste Instrument, das du bekommen hast, war eine Gitarre?
Ich wollte eigentlich Trompete lernen. Aber das ging damals nicht, weil ich zu klein war. Man musste irgendwie bleibende Zähne dafür haben und deshalb musste ich warten und dann hat meine Mutter gesagt: „Dann lernst du halt Gitarre.“ Okay, das war mir recht.

Weißt du noch, was das für eine Gitarre war?
Eine klassische Gitarre mit Nylonsaiten. Ich weiß nicht mehr genau, welche.

Noch eine abschließende Gitarrenfrage, die nichts mit dir zu tun hat, sondern mit Kurt: Der greift manchmal die Gitarrenakkorde von oben. Warum macht er das?
Der hatte mal, das ist schon ellenlang her, auf Tour mit Scumbucket eine Sehnenscheidenentzündung und konnte das Handgelenk nicht richtig abknicken und hat dann die Sehne entlastet, indem er nicht den Daumen benutzt und von oben gegriffen hat, so aus der Not heraus. Er hat dann angefangen so zu spielen und dabei entdeckt, dass man coole Sachen damit machen kann. Das ist jetzt kein Poser-Mist, sondern ist aus der Not heraus entstanden.

Na prima, dann ist das Rätsel auch gelöst, denn ich kenne keinen außer ihm, der das so macht.

Viele Gitarrespieler bekommen Probleme, weil das eine so unübliche Handhaltung ist.

Ist das okay, wenn ich noch ein paar Fragen, die in Richtung Musikindustrie gehen, stelle? Ich frage mich immer, woher in dieser Zeit, in der Verkaufszahlen für Musikalben nicht mehr so sind wie früher, das Geld für die Bands kommt: vom Touren oder von den Merchandise-Angeboten…?
Beides. Merchandise und Touren. Man hat gar keine andere Wahl, denn die Gewinne, die man durch den CD-Verkauf heutzutage macht, sind lächerlich.

Und Streaming ist nicht wirklich eine Alternative, um mehr zu verdienen?
Nein.

Ihr habt mehr davon, wenn ihr T-Shirts verkauft?
Das ist der Grund, warum wir Platten machen.

Vinyl-Schallplatten meinst du?
Ich meine generell die Veröffentlichung von Alben, denn mit einem neuen Album hat man einen Grund, auf Tour zu gehen und ein wenig Geld zu verdienen.

Wie beeinflusst dieser Zyklus „Album – Tour – Album…“ dein Familienleben und dein Verhältnis zu Freunden; wie ist das, wenn man ständig auf Tour ist?
Das ist tödlich.

Müssen manche Dinge warten, wenn du auf Tour bist oder kommt die Familie mit?
Meine Freundin ist zu Hause und wartet auf mich, aber ich verspreche ihr immer, wieder zurückzukommen. Aber es ist hart. Manchmal hat man Heimweh, das ist normal, aber wir skypen und nutzen andere Kanäle, um in Kontakt zu bleiben. Ich meine, ich wäre jetzt auch lieber bei meiner Freundin, aber das ist jetzt eben so: Wir haben ein Album veröffentlicht und dann folgt das Touren.

Wie lange werdet ihr diesmal auf Tour sein?
Wir haben jetzt fünf Konzerte gespielt, heute Abend ist das sechste und 13 kommen noch.

Geht das bis in die Sommerfestivalzeit?
Wir werden im Herbst noch einmal für drei Wochen touren.

Was ist das Beste und das Schlechteste, wenn man auf Tour ist?
Das Beste ist natürlich das Reisen, das Kennenlernen neuer Leute und das Schlechteste das Heimweh. Man hat immer das Gefühl, man lässt jemanden zurück.

Bleibt da überhaupt Zeit fürs Sightseeing?
Nein, nie. Ich habe Glück, dass mein Kusin heute hier ist, und ich denke, er wird mir ein paar Sachen zeigen. Aber wenn ich allein bin, muss ich mich selber darauf vorbereiten, was ich mir in der jeweiligen Stadt anschauen will, oder ich bleibe im Club oder gehe ins Hotel und schlafe und am nächsten Tag geht die Reise in die nächste Stadt weiter.

Das ist also nicht wirklich glamourös. 
So, das waren alle meine Fragen. Hast du noch etwas, was du wissen möchtest?

Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt fragen darf, aber was ist mit Mario? Ich hab ihn schon so lange nicht mehr gesehen…
Er ist krank. Tim spielt für ihn die Tour, denn im Moment ist es nicht ratsam, dass er tourt. Das ist gesundheitlich einfach nicht drin, es ist auch sehr anstrengend immer: lange auf, früh raus, zur nächsten Stadt, spielen…

Ihr bleibt heute Nacht aber in Zürich.
Ja, wir haben ein Hotel hier. Morgen spielen wir in Mailand, morgen früh reisen wir dorthin. Dann geht’s nach München, Wien, Dresden…

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Hier noch einmal die verbleibenden Tour- und sonstigen Konzertdaten:
11.04.2013 Hamburg, Molotow (Support: Zen Zebra)
12.04.2013 Leipzig, Werk 2 (Support: Zen Zebra)
13.04.2013 Kaiserslautern, Kammgarn (Support: Monopeople)
14.04.2013 Köln, Underground (Support: Monopeople)
18.04.2013 Berlin, Postbahnhof (Support: Drive Like Maria)
19.04.2013 Dortmund, FZW (Support: Drive Like Maria)
24.05.2013 Amsterdam, Melkweg (Support: Drive Like Maria)
01.09.2013 Münster, Portside Open Air Festival (zusammen mit Selig)

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