Gitarre des Monats April (Joseph E. Martinez)

– J. E. Martinez‘ original English words at the bottom of this article –

Wer sich in „Luzies Welt“ schon etwas intensiver umgeschaut hat, ist dabei vielleicht über den Bandnamen Junius gestolpert. Die vier Musiker aus Boston waren nämlich im Spätherbst 2012 mit Katatonia und Alcest auf Europatour und machten Station in Saarbrücken, wo sich unsere Wege kreuzten (siehe Konzertbericht). Junius sind seit der Bandgründung 2003 fast nonstop on the road und können neben drei EPs („Forcing out the silence“ aus dem Jahr 2004 und „Blood is bright“, 2006 erschienen, beide 2007 auf ein Album gepresst, sowie die 2007 in limitierter Stückzahl veröffentlichte 7“-Schallplatte „The Fires of Antediluvia“) mittlerweile zwei Alben vorweisen: „The Martyrdom of a Catastrophist“, 2009 auf den Markt gebracht, sowie „Reports from the treshold of death“ aus dem Jahr 2011. Von diesem Album stammen die meisten der Songs, die ich letztes Jahr in Saarbrücken live hören durfte, und die Kombination aus Joseph E. Martinez‘ häufig leidend wirkender Stimme und düsterer, melancholischer, sehr gitarrenlastiger Musik traf bei mir genau den richtigen Nerv.

Deshalb freue ich mich umso mehr, dass Joseph, der nicht nur der Sänger, sondern auch einer der Gitarristen des Quartetts ist, sich neulich während der US-Tour mit Caspian ein wenig Zeit nahm, um mir Informationen für die Rubrik „Gitarre des Monats“ zu liefern. Ganz besonders am Herzen liegt ihm eine Epiphone Coronet mit gelbem Korpus und weißem Schlagbrett aus den 1990er Jahren.

J. E. Martinez in Tucson (Plush)

J. E. Martinez in Tucson (Plush)

Diese erwarb er, als er auf der Suche nach einer zweiten Gitarre war, die er für andere Tunings benutzen wollte. Aus diesem Grund stattete er dem Laden Mr. Music im Bostoner Stadtteil Allston einen Besuch ab. Für Musiker ist dieses Geschäft, das tonnenweise großartige Effektpedale und auch gebrauchte Instrumente verkauft, ein richtiges Eldorado. Als Joseph dort die Epiphone Coronet erblickte, dachte er sofort, wie großartig und andersartig sie aussieht, und probierte sie aus. Ihr intensiver Sound, der wohl den beiden OBL-Pickups zu verdanken ist, sagte ihm sofort zu; außerdem ist der Hals recht schmal und lässt sich daher gut spielen. Der Verkäufer informierte den Musiker darüber, dass die Gitarre gebraucht ist und dass derjenige, der sie in Zahlung gegeben hat, um Geld für seine Miete zu bekommen, sie irgendwann wieder zurückkaufen möchte. (So etwas scheint bei Musikern häufiger vorzukommen. Robin Foster, über dessen Lieblingsgitarre ich im März berichtet habe, war ja in der beschriebenen Situation: Er verkaufte seine Epiphone Sheraton, damit er die Miete bezahlen konnte.) Deshalb fühlte Joseph sich ein wenig schlecht, als er das Instrument kaufte, aber er benutzte diese Gitarre bislang bei jeder Junius-Tour und sie hat inzwischen mehr als 20 verschiedene Länder bereist. Die Tatsache, dass sie ständig in Gebrauch ist, tröstet Josephs Gewissen gegenüber ihrem ursprünglichen Besitzer ein bisschen. Falls es der Zufall will, dass ausgerechnet der damals in Geldnöten gewesene Besitzer dieser Epiphone Coronet über diese Seite stolpert, dann sei ihm von Joseph gesagt: „Sorry broke dude, but i love this guitar.“

Das Modell Epiphone Coronet wurde erstmals 1959 als Anfängergitarre gebaut und wurde im Laufe der Zeit mehrfach modifiziert, sowohl was die Pickups betrifft (ein New Yorker Pickup → ein P-90 Pickup → zwei OBL Pickups) als auch die Form der Köpfe. Momentan wird dieses Model nicht mehr hergestellt, die letzten Gitarren dieser Art stammen aus den späten 1990er Jahren und wurden damals in Korea gebaut.

Zu den berühmten Epiphone Coronet-Spielern zählen neben Jimi Hendrix und Kurt Cobain beispielsweise Johnny Marr und Pete Doherty.

I’m not a gear nerd so my story is pretty simple. I was looking for a 2nd guitar to use for different tunings, so I went to Mr. Music in Allston which is right outside Boston. Every Boston musician goes to this music store, tons of great fx pedals and used gear. I found my Epiphone Coronet on one of the racks and thought it looked great and different, so i tried it out and loved how heavy it sounded. Something about the OBL pickups make it sound huge and the neck pretty narrow. The Coronet originally came out in the 50’s as a beginners jazz guitar i believe, but this one was a 90’s reissue and had a couple of different headstocks. Anyways, the clerk told me the dude that sold them the guitar needed to pay rent and was planning to buy it back. I feel kind of bad about buying it, but i’ve used that guitar on every junius tour and it’s seen 20+ countries and it is used constantly, so i take solace in the fact it’s being used all the time. Sorry broke dude, but i love this guitar.
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Eine Antwort zu Gitarre des Monats April (Joseph E. Martinez)

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