Gitarre des Monats März (Robin Foster)

– Robin Foster’s original English words at the bottom of this article –

Robin Foster? Wer ist das?„, mögen sich einige Leser fragen, denn so bekannt scheint der Komponist und Songwriter in unseren Landen noch nicht zu sein. Daher zunächst ein paar erklärende Worte zur Biografie des Künstlers:
Robin Foster wurde in England geboren, lebt und arbeitet seit einigen Jahren aber auf der anderen Seite des Ärmelkanals, in der Bretagne. Musik und Filme sind seine beiden großen Leidenschaften, die er bei seinem Schaffen, wo das möglich ist, miteinander verknüpft.
Schon auf Robins erstem Album „Life is elsewhere“, veröffentlicht 2008, wird diese Verbindung zum Film deutlich, denn sowohl der Albumtitel als auch die Namen der Lieder sind inspiriert von Kinofilmen oder TV-Serien. Durch dieses überwiegend instrumental gehaltene Erstwerk wurde die Fachwelt aufmerksam aus Robins Talent, was dazu führte, dass einige seiner Songs als musikalische Untermalung für Werbespots und TV-Serien verwendet wurden. Für den Kinofilm „Metro Manila“ (Regie: Sean Ellis), der beim Sundance Film Festival in Utah im Januar 2013 mit dem audience award ausgezeichnet wurde, schrieb Robin Foster gar den Soundtrack.
Das im November 2011 erschienene Album Nr. 2, „Where do we go from here?“, enthält mehrere Kollaborationen mit Dave Pen, Musiker bei den Bands BirdPen und Archive (in deren Vorprogramm man Robin Foster Ende letzten Jahres bewundern konnte: *klick* und *klick*) , sowie mit der in Kanada geborenen und inzwischen in Paris lebenden Musikerin Ndidi O. Diese beiden Musiker haben auch mitgewirkt auf dem dritten Longplayer „PenInsular“, der noch in diesem Monat veröffentlicht wird. Dieses Album wurde komplett von Fans finanziert und ich bin Robin Foster dankbar, dass er sich trotz der vielen Arbeit, die er so kurz vorm Album-Release gerade um die Ohren hat, Zeit für „Luzies Welt“ genommen hat.

Auf meine Frage, welche Gitarre ihm am meisten am Herzen liegt, nannte Robin die 1990 in Korea hergestellte Epiphone Sheraton.

Eine solche Gitarre kaufte er sich als Teenager in einem Katalog – im Jahr 1990 hatte er noch nicht die Möglichkeit, Instrumente über das Internet zu erwerben, außerdem lebte Robin damals in the middle of nowhere, also recht abgelegen, fernab von Gitarrenläden. Er liebte das Aussehen der Epiphone Sheraton, sie ähnelt ein wenig der Gibson ES-335, die damals seine Lieblingsgitarre war, nachdem er Johnny Marr mit einer solchen gesehen hatte. Allerdings konnte Robin sich damals eine solche Gibson-Gitarre nicht leisten. Als die Epiphone bei ihm eintrudelte, stellte er schnell fest, dass es die ideale Gitarre für ihn war, sie war perfekt und blieb etwa sechs oder sieben Jahre lang mehr oder weniger seine einzige Gitarre und er wollte niemals eine andere haben.

Als Robin im Rahmen seines universitären Sprachenstudiums für ein Jahr nach Frankreich gehen musste, nahm er lediglich eine Akustikgitarre mit. In Frankreich trat er aber einer Band bei und legte sich zu diesem Zweck eine billige Les Paul-Kopie zu.

Damals, als junger Musiker, der sich durchbeißen musste, verkaufte Robin seine zu Hause gebliebene Sheraton, damit er in Frankreich seine Miete zahlen konnte. Diesen Schritt bedauert er bis heute. Es gelang ihm zwar irgendwann, seine Gitarre ausfindig zu machen, aber er konnte sie nicht zurückkaufen. Seitdem kaufte er jede Menge Gitarren (und verkaufte viele wieder) in der Hoffnung, DIE perfekte Gitarre zu finden, und hat inzwischen eine ansehnliche Sammlung inklusive ein paar Fender Jazzmasters.

Im Jahr 2010, also 20 Jahre nach dem Kauf der Epiphone Sheraton, fand er ein fast identisches Modell bei eBay in New York und erwarb die Gitarre zu einem sehr geringen Preis. Sobald er diese Gitarre zum ersten Mal in seinen Händen hielt, stellte Robin erleichtert fest, dass sie sich so anfühlt und so klingt wie seine ursprüngliche Sheraton, und er realisierte, dass dieses Instrument nach wie vor die optimale Gitarre für ihn ist. Sie ist nicht unbedingt besser als andere Gitarren, aber sie passt besser zu ihm als andere Modelle. Der Musiker benutzte sie neben seiner Gretsch für die Aufnahmen der meisten Gitarrenparts auf seinem zweiten Album „Where do we go from here?“. Mit Erstaunen stellte er fest, dass sein Freund und Musiker-Kollege Dave Pen fast dieselbe Gitarre besitzt!

Robin hat auch eine Epiphone Riviera aus den 1990er Jahren, die der Sheraton ähnlich ist. Insgesamt mag der Musiker alte, billige Gitarren viel mehr als nagelneue teure Sechssaiter. Die einzige teure Gitarre in seiner Sammlung ist eine Gretsch Tennessee Rose, die er nur im Studio verwendet. Er kann es sich nicht vorstellen, eine solch brandneue Gitarre auf der Bühne zu spielen. Dort bevorzugt er Instrumente, die schon ein wenig action erlebt haben und denen man das ansieht.

Robin Foster mit Epiphone Riviera, Saarbrücken (05.11.2012)

Wer Robin Foster live auf der Bühne erleben möchte, hat dazu Gelegenheit bei der Deutschland-Tour von Archive im April 2013, wo er mit seiner Band die Konzerte eröffnen wird:

4. April 2013 Stuttgart (LKA Longhorn)
5. April 2013 Leipzig (Werk 2 – Halle A)
6. April 2013 Wiesbaden (Schlachthof)
7. April 2013 Freiburg (Jazzhaus)
9. April 2013 Erlangen (E-Werk)
10. April 2013 Krefeld (Kulturfabrik)

Für alle die, die der deutschen Sprache nicht so ganz mächtig sind und mit Englisch besser zurechtkommen, gibt es im Folgenden Robin Fosters Originaltext. Man sieht hier, dass ich manche Stellen etwas freier übersetzt habe:

What model is it and why is that guitar so special to you?
It’s a 90’s Korean made Epiphone Sheraton.
When I was a teenager I bought one of these from a catologue (it was 1990 you couldn’t buy one on the internet and I lived in the middle of nowhere, so no guitar shops)) !, I just loved the look and could never have afforded a GIbson 335 (which was at the time my dream guitar, after seeing Johnny Marr with one). When I got it was perfect, exactly the guitar for me.
For the next 6 or 7 years this was more or less my only guitar, I never wanted or needed anything else.
Then I went off to university to study languages and consequently left to france for my year out, only taking an acoustic with me. When I got to France I joined a group and bought a cheap les paul copy to do the job.
For some insane reason as a young struggling,musician I sold my Sheraton in the uk to pay for my rent in France, something I have regretted ever since. I actually tracked down my guitar, but couldn’t buy it back. So I moved on and have been buying and selling guitars ever since trying to find „THE“ guitar, building up quite a collection including a couple of Fender Jazzmasters
in 2010 (20 years later!) I found an almost identical model on ebay in New York and bought it for a very small price, when I received it I was relieved to find it felt and sounded exactlly like my original, I realised this was and still is the guitar for me. I went on to use it, along with my gretsch, to record most of the guitars for my second album „where do we go from here?“
Interestingly, I discovered that my good friend and collaborator Dave Pen from Archive/BirdPen has almost the exact same guitar !

Does is sound or look better than other guitars?

It has something about it, I wouldn’t say it’s better than the others, but it fits me better. I also have an Epiphone Riviera from that period which is very similar. I like old cheaper guitars much more than new shiny expensive ones, The only expensive guitar I own is a gretsch „tennessee rose“ which only comes out in the studio, I don’t feel I can attack these new shiny guitars on stage, I much prefer something that’s seen some action and got a few scars to prove it.
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3 Antworten zu Gitarre des Monats März (Robin Foster)

  1. Pingback: Gitarre des Monats April (Joseph E. Martinez) | Luzies Welt

  2. Pingback: Archive in Stuttgart (LKA Longhorn, 04.04.13) | Luzies Welt

  3. Pingback: Archive in Wiesbaden (Schlachthof, 06.04.13) | Luzies Welt

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