Surrender The Crown, Album-Release-Konzert im Horst, Saarbrücken (16.02.13)

Die saarländische Band Surrender The Crown könnte bald ganz groß herauskommen, denn sie verfügt im Prinzip über alles, was man dazu braucht:

  1. erfahrene und ehrgeizige Profi-Musiker, die sich bereits in verschiedenen anderen Bands ihre Lorbeeren verdienten (u.a. NightHawk, EverEve und Tell Your Mother, deren Song „Just sitting here“ fast jeder in meinem Alter kennen dürfte)
  2. ein Album mit elf großartigen und durchaus radiotauglichen Rock-Songs, von denen manche eher poppig daherkommen („Be my conscience“), während andere etwas stärker, mit einer Prise Metal nämlich, gewürzt sind („Bleed for this“), wobei sich das Gesamtwerk nicht nur durch die abwechslungsreichen Stücke, sondern auch durch die einprägsame, kernige Stimme des Sängers angenehm vom rockigen Einheitsbrei abhebt, und
  3. gute Ideen, um die Leute zum Zuhören zu bewegen und den Kontakt mit ihnen aufrecht zu erhalten, beispielsweise indem in den drei Wochen vor dem Album-Release-Konzert alle zwei Tage ein Song des Debütalbums auf der Facebookseite der Band veröffentlicht wurde, sodass jeder genug Zeit und viele Gelegenheiten hatte, sich von der Qualität dieser Musik beeindrucken zu lassen.

Artwork von Markus Braun

Man hört diesem Album, betitelt mit „What we think defines us“, die Arbeit und die Sorgfalt, die darauf verwendet wurden – mehr als drei Jahre dauerte der Entstehungsprozess – an; Surrender The Crown klingen wirklich wie die ganz Großen im Rockzirkus, und das liegt meiner Ansicht nach nicht nur am Talent der Musiker, sondern auch daran, dass Phil Hillen vom SU2-Studio in Illingen beim Mix und Mastering ebenso hervorragende Arbeit geleistet hat wie Ronny Lang bei den Aufnahmen und beim Engineering der Gesangparts im Vocallessons-Studio in St. Ingbert. Kurzum: Ich konnte es kaum erwarten, dass der Kalender auf den 16.02. springt, damit ich Surrender The Crown endlich einmal live in action sehen und hören und mir vor Ort das Album auf CD zulegen kann.

Und meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Wie immer waren meine Freundin und ich viel zu früh vor Ort, aber die Tür zum „Horst“, der Kneipe, in der alles stattfand, stand offen und wir latschten einfach rein, denn es waren schon ein paar Leute da. Dass der Schuppen noch gar nicht offiziell geöffnet hatte, hatte ich gar nicht realisiert, aber wir durften netterweise bleiben, bevor die Tür wieder geschlossen und abgesperrt wurde – was ich auch nicht bewusst mitbekommen hatte. (Ja ja, kaum sind irgendwo Gitarren zu sehen oder zu hören, hören bei der Luzie wichtige Teile des Hirns auf, normal zu funktionieren.) Ich wunderte mich bloß, warum kein Mensch mehr kam, denn auf der Facebook-Eventseite hatten über 100 Leute ihr Kommen zugesagt. Der Großteil davon stand wohl vor verschlossener Tür, während wir dank Soundcheck schon ein kleines Konzert geboten bekamen.

Als die fünf Surrender The Crown-Männer kurz nach 20.30 Uhr die Bühne betraten, war der „Horst“ proppenvoll, und das lag sicherlich nicht nur daran, dass dieses Album-Release-Konzert keinen Eintritt kostete. Das Programm startete rockig mit „Give me a name“ und „Fall like rain“ (das mich immer etwas an die US-Band Disturbed erinnert) und das Publikum ging sofort mit. Man sieht an meinen verwackelten Fotos, wie sehr auch die drei Musiker am vorderen Bühnenrand in Bewegung waren: Patrick Meyer an der Gitarre links, Sänger Matthias Braun im Biohazard-Shirt und mit Pantera-Patch auf der Jeans und Philipp Köhl mit der roten Mütze auf dem Kopf und – zunächst – einer ESP Eclipse in der Hand. Mit ordentlichen Fotos vom etwas weiter im Hintergrund geparkten Bassisten Oliver Quinten im Ramones-T-Shirt und vom Schlagzeuger Andreas Valentin kann ich leider nicht dienen, weil die beiden entweder von den anderen Bandmitgliedern verdeckt waren oder meine Fotos so verwackelt sind, dass es etwas lächerlich wäre, sie hier hochzuladen. Der Schlagzeuger war übrigens nicht derjenige, der die Drumparts auf der CD eingespielt hat. Das ist Ralf Gottliebs Verdienst und diesen wird man in Zukunft bei Konzerten auch am Schlagzeug bewundern können. Durch diese Zusatzinfo soll Andreas‘ hervorragende Leistung an den Drums allerdings nicht geschmälert werden.

Die Band kam nicht nur professionell, sondern auch supersympathisch rüber, zwischen den Songs wurden immer ein paar nette Worte mit den Zuschauern gewechselt und ich betrachte es auch als freundliche Geste, dass sich der hochgewachsene Sänger bei sämtlichen Leuten, die irgendetwas mit der Band zu tun haben, bedankte: Phil Hillen und Ronny Lang, die beide anwesend waren, Jens Kelch, der die Webseite erstellte, dem Team vom „Horst“, Dieter am Mischpult, der an diesem Abend für einen ordentlichen Sound sorgte, und natürlich allen Freunden und Fans.

Nach „Life on hold“ und „Light of day“ wurde es etwas ruhiger mit „Right now, right here“, einem der ersten Lieder, die fürs Album geschrieben wurden.

Wie die Songs auf der CD war auch der Konzertabend sehr abwechslungsreich arrangiert, denn nach den erwähnten fünf Songs wurden drei Barhocker an den vorderen Bühnenrand geschoben, Patrick und Philipp griffen zu Elektroakustikgitarren und der „Unplugged-Teil“ begann. Dieser Part umfasste die Songs „Another journey’s end“, den Titeltrack des Albums „What we think defines us“ und „Beautiful ghost“, die die „harten Jungs“ von einer ganz anderen, leiseren Seite zeigten. Wow, Gänsehaut! Die Dudelsackspielerin Renate Iffland, die bei „Another journey’s end“ auf dem Album zu hören ist, musizierte im „Horst“ zwar nicht mit und Ronny Lang spielte kein Keyboard bei „What we think defines us“, aber die hübsche Sophia Paulus war anwesend und zeigte im Duett mit Matthias bei „Beautiful Ghost“, dass ihre glockenklare Stimme sich auch live klasse anhört.

Danach wurde wieder zu E-Gitarren gewechselt – die beiden Gitarristen hatten zu meinem Entzücken gleich mehrere dabei – und Surrender The Crown rockten erneut, und zwar heftig, mit „Bleed for this“ und anschließend „Open the gates“. Patricks lange Haare flogen nur so!

Eine junge Dame vom Saarländischen Rundfunk filmte große Teile des Konzerts und ich bin gespannt, wann diese Aufnahmen zu sehen sein werden, hoffentlich verpasse ich es nicht! Die Frau mit der Kamera war schwer beeindruckt von einem jungen Mann ganz vorne im Publikum, der den Text jedes Songs aus Leibeskräften mitsang – und er war bei weitem nicht der Einzige mit einer bemerkenswerten Textsicherheit, was ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass die Musik von Surrender The Crown tatsächlich ankommt und gehört wird. Gut so!

Nach „Be my conscience“ – von Matthias im Radio bei Unser Ding Starthilfe als poppige, sogar countrylastige Radionummer bezeichnet – sollte eigentlich Schluss sein, damit der „Horst“ den normalen Kneipenbetrieb aufnehmen kann, außerdem waren alle Songs des Albums gespielt, aber das Publikum verlangte lautstark nach einer Zugabe und bekam gleich zwei: Die fünf spielten noch einmal, wie von den Zuschauern gewünscht, „Bleed for this“ und anschließend „Fall like rain“ – Mitsingen, Klatschen, Headbangen, Abgehen natürlich inklusive. Dann war das fabelhafte Konzert tatsächlich zu Ende und die Band machte sich ans Aufräumen.

Ich kann es nur jedem empfehlen, sich das Album von Surrender The Crown anzuschaffen und sich die Band live anzusehen. Bisher sind folgende Live-Termine bestätigt:

26. Februar 2013, SR 1 Unplugged: Die jungen Wilden 2013 (zusammen mit Lena und marie & the redCat, Tickets können nur gewonnen werden im Radioprogramm von SR 1 oder auf der SR 1-Internetseite)

11. Mai 2013, Kitu Klub Saarbrücken (zusammen mit Unchained und The Ashes Rising)

25. Mai 2013, Gymnasium am Steinwald, Neunkirchen, GaS goes Rock-Festival (mit den Parachutes, Unchained, Trust Me I Lie, The College Sluts, The Day We Fall und anderen Bands)

Ach, und wenn jemand die Band noch ein bisschen unterstützen möchte: Noch kann man auf der Unser Ding-Webseite für Surrender The Crown als Lieblingsband aus der Starthilfe-Serie für den Monat Februar abstimmen!

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2 Antworten zu Surrender The Crown, Album-Release-Konzert im Horst, Saarbrücken (16.02.13)

  1. Pingback: The Ashes Rising, Unchained und Surrender The Crown in Saabrücken (Kitu Reloaded, 11.05.13) | Luzies Welt

  2. Pingback: GaS goes Rock Akustikfestival (Neunkirchen, 25.01.14) – Teil 2 | Luzies Welt

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