Gitarre des Monats November (Tara Pinsler)

Tara kommt eigentlich „von anderen Ende der Welt“: Sie wuchs auf in Australien, in Sydney, lebt aber seit 2011 in Berlin. Musik hatte immer einen hohen Stellenwert in ihrem Leben. Bereits in jungen Jahren lernte sie, verschiedene Instrumente zu spielen, und es gelang ihr schon recht früh, in der Musikbranche Fuß zu fassen. Noch vor ihrem Abschluss am SAE Institute in Sydney arbeitete die Gitarrentechnikerin und Toningenieurin mehrere Jahre in einem Musikgeschäft, wo sie Gitarren und Bässe reparierte und neu besaitete. Später war sie auch in Aufnahmestudios tätig, setzte aber nebenher ihre Reparaturtätigkeiten an Vier- und Sechssaitern fort und tut dies auch heute noch mit Leidenschaft. Wer ein Gitarrenproblem hat, wird bei Tara die Lösung finden. Auf ihrer Webseite Rockin‘ Repairs kann man sich einen genaueren Eindruck von der jungen talentierten Frau verschaffen.

Da Tara ein wahres Gitarrengenie ist und mir so oft schon weitergeholfen hat bei meinen eigenen rein theoretischen Gitarrenproblemen, ist sie die erste, die meinen Blog mit einer „Gitarre des Monats“ bestücken soll. Da ist sie:

Diese 1993er Gibson SG Standard mit kirschrotem Korpus war Taras erste „richtige“ Gitarre, nachdem sie ein paar Jahre lang nur auf Anfängergitarren gespielt hatte. Ihre Mutter kaufte ihr das gute Stück 1999 in einem Gitarrenladen in Sydney namens „Guitar Crazy“. Damals war das eines der besten Geschäfte der Stadt für gebrauchte und Vintage-Gitarren, doch mittlerweile gibt es den Laden nicht mehr.

Die Gitarre war recht günstig, weil sie einen kleinen Lackschaden an der Innenseite des unteren Horns hat, seit der vorherige Besitzer sie hat fallen lassen. Etwa sechs Jahre lang war diese Gibson Taras einzige Gitarre und ihr ständiger Wegbegleiter. Sie nahm dieses Instrument während der Woche mit ins Internat, wo sie fast jeden Tag in irgendeinem leeren Klassenraum im alten Teil der Schule spielte, und am Wochenende kam die Gitarre mit ihr nach Hause.

Selbstverständlich war die kirschrote SG auch die Gitarre, auf der Tara in ihrer ersten Band in die Saiten schlug. Sie war damals 16 Jahre alt und spielte mit ihren Bandkollegen Eigenkompositionen, die stark von Placebo, The Deftones und Tool beeinflusst waren und die Tara heute noch als recht gelungen empfindet. Die Band gab auch ein paar Konzerte, bestand aber nur knapp zwei Jahre lang.

Was für einen guten Fang Tara mit dieser Gitarre gemacht hatte, stellte sich erst später heraus, nachdem die junge Frau beruflich mit so vielen Gitarren zu tun hatte und auch viel über Gitarren gelesen hatte. Demnach soll Gibson in den frühen 1990er Jahren die besten Gitarren produziert haben und nach Taras persönlichen Erfahrungen ist die gebraucht gekaufte SG tatsächlich ein richtiges Goldstück. Die Musikerin beschreibt diese Gitarre als eine derjenigen, die sich am angenehmsten spielen lässt – und wer von Berufs wegen schon so viele Gitarren in seinen Händen gehalten hat, muss es ja wohl wissen! Außerdem sei die Qualität erstaunlich gut; Tara schwärmt vor allem von der tiefen Saitenlage, die dennoch keine Störgeräusche produziert, und von dem schlanken und „schnellen“ Hals, an dem die Finger problemlos vorbeigleiten, sodass die junge Frau sich glücklich schätzt, gerade diese Gitarre damals erworben zu haben. Dieses Instrument hat für seine Besitzerin also nicht nur einen hohen sentimentalen Wert, wobei dieser natürlich auch existiert. So kann sich Tara nicht vorstellen, dass sie diese Gibson-Gitarre jemals verkaufen wird, so wie sie es mit manch anderen Sechssaitern aus ihrer beachtlichen Sammlung schon getan hat. Damit das gute Stück in Schuss bleibt, hat es inzwischen einige Überarbeitungen erfahren, beispielsweise wurden die Tonabnehmer unzählige Male ausgetauscht. Momentan ist die Gitarre ausgestattet mit Bare Knuckle Pickups, und zwar mit Mule Humbuckers, die Tara wegen ihres angenehmen Klangs zu den besten PAFs zählt. Den kleinen Kratzer hat die Musikerin aber bis jetzt noch nicht ausgebessert und sie hat es auch nicht vor, weil dieser der Gitarre ein besonderes Mojo verleiht.

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Über luuuzie

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4 Antworten zu Gitarre des Monats November (Tara Pinsler)

  1. svenia schreibt:

    Hi Luzie, schöner Blog und tolle Gitarren-Reviews. Ich bin auch total verrückt nach Gitarren und habe vor einem Jahr angefangen zu spielen (und das obwohl ich eigentlich schon „zu alt“ bin 😉 – eine wahre Sucht! Sonnige Grüße & mach weiter so! 🙂

    • luuuzie schreibt:

      Dankeschön! 🙂
      Ich versuche mich inzwischen auch am Gitarrespielen und habe zum Glück einen lieben Lehrer, der mich immer ganz viel lobt und motiviert, obwohl meine Finger sich oft nicht so biegen lassen, wie ich das gerne hätte. Aber so schnell gebe ich nicht auf!

      • svenia schreibt:

        Eben mal wieder bei dir reingeschneit und erst sehen, dass Du geantwortest hast. Cool dass du auch spielst! Jaja die lieben Finger, da kann ich ein Lied von singen … aber das kommt ja zum Glück alles mit der zeit und wenn man einigermaßen regelmäßig übt 🙂 Ich glaube ja es ist nie zu spät mit etwas anzufangen was einem Spass macht. Weiterhin viel Spaß und Erfolg mit deinem Blog und den Gitarren 🙂 Bis bald (ich schau wieder ein) und liebe Grüße

  2. Pingback: Gitarre des Monats Februar – Gretsch hoch 3 (Tara Pinsler), Teil 1 von 3 | Luzies Welt

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